Roland Dürre
Montag, der 10. September 2012

Peking am Sonntag

Wir waren am späten Vormittag in der verbotenen Stadt. Und vorher auf dem Platz des himmlischen Friedens. Alles sehr geschichtsträchtig und eine für Europa völlig ungewohnte Dimension.

Nach der verbotenen Stadt sind wir zu einem „Erholungspark“ um einen kleinen See herum gefahren. Auch sehr touristisch, viele Lokale, viel Live Musik, viele Fahrräder und Boote. Wir haben dort für eine Stunde eine Rikscha gemietet – irgendwie taten unsere Beine weh. Alles war sehr touristisch und trotzdem sehr beeindruckend. Das Leben hier strahlt so eine Art von Harmonie aus.

Noch ein paar Erfahrungen:

Taxi fahren ist sehr billig – wenn man denn ein Taxi bekommt. Das ist gar nicht so einfach. Denn viele Taxi-Fahrer versuchen – zumindest für Touristen – die Preisregelung drastisch zu umgehen. Das geht ganz einfach. Da Taxis knapp sind, arbeiten die Fahrer mit Vertriebsleuten zusammen. Die stehen dann an den attraktiven Plätzen und bieten vorzugsweise den nicht Ortskundigen „Taxi, Taxi“ an. Wenn man das Ziel nennt, so nennen sie einen Festbetrag an, z.B. 50 RMB.

Findet man dann ein Taxi, das nach dem (Taxi-)Meter fährt kostet die Strecke dann z.B. 17 RMB  anstelle von den 50.

Das sind dann anstelle von umgerechnet 2 € gut 6 € und wohl für einen „reichen Europäer“ nicht so schlimm.

Allerdings fährt man – wenn man sich das große und verteilte Peking anschauen will – sehr viel Taxi – und das macht dann schon einiges aus.

Und zumindest an touristisch oder sonst sehr belebten Orten scheinen die „Festbetrag-Taxis“ deutlich in der Mehrheit. Also Vorsicht.

Das (späte) Frühstück war typisch chinesisch und exzellent. Grüne Blätter (green leaves – mittlerweile meine Lieblingsspeise), Nudeln und diverse Teigspeisen, die mich ein wenig an (gefüllte) Dampfnudeln erinnerten. Ebenso das Abendessen. Es gab einen Hotpot. Die guten Restaurants in Peking sind überbucht. Es gibt Wartetische, dort vertreibt man sich die Zeit mit Halma spielen, bis man dann zum Essen aufgerufen wird.

Vor dem Abendessen war allerdings noch der Besuch eines Fake-Marktes angesagt. Noch größer und leuchtender, wie ein richtiges Einkaufszentrum. Man fragt sich wirklich, ob die Preisdifferenz zwischen mancher echter und falscher Gucci-Tasche gerechtfertigt ist oder ob da nicht so mancher übers Ohr gehauen wird oder sogar genau dies will.

Und nach dem Essen gab es dann noch einen Spaziergang durch so eine Art Nachtmarkt. Da findet man dann in der Abteilung Essen alles – Skorpione, die noch lebend am Spieß zappeln, gegrillte Käfer und Schlangen (kleine) oder auch mal so eine Art große Engerlinge. Guten Appetit!

Aber ansonsten war das Essen bisher köstlich. Und morgen geht es dann zum Sommerpalast – quasi als Erholung – bevor wir am Mittwoch dann „The Great Wall“ in Angriff nehmen.

RMD

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