pmcamp-logo-dornbirnIch war ja schon bei vielen PM-Camps. Und irgendwie war es immer anders und auch immer großartig. Vorgestern und gestern war das 6. PM-Camp in Dornbirn. Mein Gefühl war, dass es – zumindest für mich – noch „besser“ war als alle PM-Camps davor. Und ich habe eine große Klarheit gewonnen betreffend des Modells und der Ziele von PM-Camp.

Klarheit ist in meiner Bewertung für soziale Systeme eines der wichtigsten Themen, vielleicht das zentrale fürs Gelingen notwendige Gut. Das gilt für Familien, Vereine, Unternehmen, Gemeinden, Regionen, politischen Einheiten – sprich für soziale Systeme aller Art. Wenn eine große Klarheit vorhanden ist, was das System so ist und welche Aufgaben sich stellen, dann ist das schon mal ganz gut.

Auf dem Wege zur Klarheit kann Theorie – insbesondere Systemtheorie – helfen. So wurden wir „systemtheorethisch“ in Dornbirn bestens von Gerhard Wohland (@GerhardWohland) begleitet. Er hat zwei für mich sehr wertvolle Impuls-Beiträge eingebracht. In einem davon kam der Begriff des Widerstandsnest vor.

So habe ich für mich verstanden, dass das Leben in Urgesellschaften wie auch in entwickelten Gesellschaften ein großes Widerstandsnest ist und immer wahr. Man könnte so ein menschliches Leben auch als eine Akkumulation vieler Widerstandsnester bezeichnen, wie sie von uns allen parallel wie seriell durchlebt werden.

Der Begriff Widerstandsnest besteht aus Widerstand und Nest!

„Widerstand“ im Wort Widerstandsnest will sagen, dass es dort viel „Widerstand“ gibt. Das tut weh und kostet Kraft. Widerstände lassen uns gelegentlich verzweifeln und können uns in tiefe Krisen stürzen, die erst mal überwunden werden müssen. Das kann ganz schön schwer werden. Andererseits entstehen Ideen immer nur in Krisen. Ohne Krise kommt man vielleicht auf Gedanken.

In der Krise kann man so leicht stürzen, vielleicht so, dass man aus eigener Kraft nicht das Aufstehen nicht mehr schafft. Der Begriff Nest steht jetzt genau dafür, dass uns nach einem tiefen Sturz unsere Mitmenschen helfen wieder aufzustehen. Der Begriff „Nest“ steht auch für Erholung und Muße!

In einer „Session“ mit Gerhard genau zu diesem Thema, kam die Frage von Stefan, 0b man PM-Camp zu einem Widerstandsnest machen solle und wie das ginge.

So sehen mich Christian und Daniel (© Visual-Braindump)

So sehen mich Christian und Daniel  (©Visual-Braindump)!

Da kam bei mir ein Moment der Klarheit. PM-Camp ist und soll kein Widerstandsnest sein. Nein! PM-Camp ist und soll ein Nest sein, in dem sich alle wohl füllen. Da die Teilnehmer sich sämtlich wert schätzen und respektieren (und sich auch so benehmen) und alle bereit sind sich zu öffnen und ihre Erfahrungen zu teilen, haben wir hier ein wunderbares Nest der Muße. Wegen mir darf man da auch gerne von „Kuschelzoo“ und ähnlich ein wenig abwerteten Begriffen reden. Ich mag Kuschelzoo!

Denn im „realen“ Leben habe ich genug Widerstandsnester. Manchmal mit mehr Widerstand als Netz. So komme ich gerne zur Muße ins PM-Camp. Dort will ich sozusagen „geistiges und emotionales Spa“ machen. Ich mag mich da nicht profilieren oder gar kämpfen müssen. Ich frei von Zielen hin und will dort mich mit niemanden messen und keinen Wettbewerb gewinnen müssen. Sondern nur genießen und auf sanfte Art Neues wie Anderes erleben und verstehen.

So kamen bei #PMCampDOR auch die „Emotionen“ nicht zu kurz. Die Stunde mit fünf Mal pecha kucha am Morgen des zweiten Tag brachte uns „Pure Feelings“ und war der ideale Übergang von der wie immer intensiven Party zum Abschluss des ersten Tages. Und es gab so manche Session, die „das Herz öffnete“.

Es war toll! Danke an alle, die dabei waren und unterstützt haben.

RMD

P.S.
Hier das Ergebnis meiner Sessions „Glück“.
🙂 Ich gehe mal davon aus, dass ich mein Bericht dazu hier in IF-Blog.de ziemlich bald kommen wird.

Vielen Dank an Christian und Daniel, die bei unserer Glückssession auf #pmcampdor 2016 so toll mitgemacht haben. (©Visual-Braindump)

Vielen Dank an Christian und Daniel, die bei unserer Glückssession auf #pmcampdor 2016 so toll mitgemacht haben (©Visual-Braindump).

3 Kommentare zu “PM-Camp Dornbirn (ist vorbei) – es war nicht nur ein Moment der Klarheit”

  1. Eberhard "Aebby" Huber (Sonntag, der 20. November 2016)

    Kurze klare Ergänzung

    Ja – ein Ort der Muße!

    Kein Widerstandsnet und kein Think-Tank, den wir uns vielleicht einst gewünscht hatten.

    LG Aebby

  2. rd (Sonntag, der 20. November 2016)

    Lieber Aebby – ich mach mal oben in Deinen Kommentar ein „scharfes S (ß)“ rein …
    Angeregt durch Deinen Tippfehler (?) würde ich jetzt sagen:

    PM-Camp soll ein Ort der „Muße“ (https://de.wikipedia.org/wiki/Mu%C3%9Fe – freie Zeit, in der man in Ruhe seinen Interessen nachgehen kann)
    und
    der „Muse“ (https://de.wikipedia.org/wiki/Muse_(Beziehung)) sein 🙂 !!!

    Ansonsten kann ich nur sagen: STIMMT! Ich hätte mir durch aus beim Start ein „Netzwerk des Widerstands“ und/oder einen „Think-Tank“ (beides um die Dinge besser zu machen) gewünscht. Aber so ist es besser!

  3. Der Klassiker PMCamp Dornbirn - neu empfunden! - Visual Braindump (Montag, der 21. November 2016)

    […] war eine schöne Bandbreite geboten. Ein Dank an dieser Stelle nochmals an Roland mit dem wir eine richtig schöne Session zum Thema “GLÜCK” machen […]

Kommentar verfassen

*