Roland Dürre
Samstag, der 23. Februar 2013

Privatheit 3 – die Cloud

Immer wieder wird in der IuK-Branche (Informations- und Kommunikationstechnologie) eine „neue Sau durchs Dorf getrieben“. Das ist seit einiger Zeit die Cloud. Und obwohl keiner mehr von ihr hören will, macht sie vielen immer noch so richtig Angst. Und natürlich geht es dabei wie so oft um den Schutz und die Sicherheit unserer Daten.

Der offizielle Ratschlag der Fachleute und Datenschützer ist, sich immer eine „inländische“ Cloud zu suchen. Mit „inländisch“ ist in diesem Fall allerdings nicht unbedingt eine „deutsche Cloud“ gemeint, sondern eine „Europäische“. Ich persönlich halte das nicht für so wichtig.

Wenn ich mich selber nicht zu wichtig nehme, dann ist es doch völlig gleichgültig, wo meine Daten liegen und wer sie sieht. Und wahrscheinlich entsteht auch kein großer Schaden, wenn sie weg sind. Und so ganz weg sein können sie ja eh nicht mehr.

In einer idealen und transparente Welt wäre es ja sowieso unwichtig, „Daten zu schützen“. Jetzt ist die Welt aber immer noch nicht so ganz so ideal. Und kritische Geister müssen sich immer wieder vor der Obrigkeit fürchten. Mit Obrigkeit meine ich auch staatliche Systeme, die es vielleicht mit den Menschenrechten nicht so ernst nehmen. Geheime Staatsorganisationen, die Gesinnung überwachen und Menschen systematisch ausspionieren. Die sich als Schutz oder Dienst bezeichnen oder sich Abkürzungen gegeben haben, die meistens aus drei Buchstaben bestehen.

Wenn man sich von diesen schützen will, dann sollte man die Daten ganz weit von der Obrigkeit halten. Und die Daten dann auch in eine Cloud stecken, die ganz weit weg ist. Das könnte nur eine äußerst „ausländische“ Cloud sein. Die wird aber auch nichts helfen. Weil genannte Organisationen gestützt von ihren Regierungen immer Wege finden, die Daten aus ihren Schutzgefängnissen herauszuholen. Oder die Obrigkeit ganz einfach globale Kriminelle für diesen Zweck nutzt. Man denke nur an die „Steuer-CDs“ der in Finanzdingen doch ehemals so ausländischen Schweiz.

Nein – wie immer und wahrscheinlich mehr denn je gilt: Unrecht Gut gedeiht nicht gut. Lieber weniger Vorteile nutzen, transparent bleiben und keine Geheimnisse zu lassen. Und wenn es Geheimnisse gibt, die der eigenen Person schaden können, die auf keinen Fall aufschreiben. Nicht auf Papier und nicht elektronisch.

Und so sollten wir uns nicht so sehr um persönlichen Datenschutz, Datensicherheit und die Cloud sorgen. Vielmehr müssen wir uns mit Zivilcourage, konstruktivem Ungehorsam und Verantwortung gegen alle Bestrebungen wehren, die unseren Rechtsstaat und unsere Grundrechte beschädigen können.

Und ein Verhalten praktizieren und einfordern, das die Welt wieder auf einen im biologischen Sinne nachhaltigen Kurs bringt. Und uns dann weiter um viele gesellschaftliche Defizite und Missstände Gedanken machen und uns darum kümmern. Und dazu brauchen wir das Internet – inklusive der Cloud. Das ist nämlich das Nervensystem unseres Planeten mit seiner globalen Welt geworden, und ohne dieses werden wir die komplexen Herausforderungen nicht lösen können.

Das alles dürfte für unsere Zukunft und die unserer Kinder sehr viel wichtiger sein als die Sorge um die Daten …

RMD

Be Sociable, Share!

Kommentar verfassen

*