Roland Dürre
Dienstag, der 14. September 2010

Rendite&Wachstum (I)

Vor kurzem habe ich beschrieben, dass manche Unternehmen mittlerweile Renditen von 30 – 50 % vom Umsatz erzielen sollen oder wollen. Früher – bis mindestens in die siebziger Jahre waren die Firmen mit einer einstelligen Umsatzrendite – oft im unteren Bereich – zufrieden.

In diesem Artikel denke ich darüber nach, für was man eigentlich die Rendite braucht.

Die Antwort ist klar:

Für Sicherheit (ein wenig) und für Wachstum (sehr viel).

Allgemein, weil es sich mit vollen Kassen natürlich besser lebt. Die großen und im Wachstum aggressiven Konzerne brauchen (oder meinen zu brauchen) ein besonders hohes Wachstum, weil man nur noch mit sehr guten Zahlen an der Börse das viele Geld einsammeln kann, das man braucht, um einen Konkurrenten zu übernehmen oder kleinere Unternehmen mit ergänzendem Potential einzusammeln. Auch für eine Übernahme durch einen „share swap ist natürlich ein hoher Kurs von großem Vorteil.

Und wieso braucht man viel Geld fürs Wachstum? Ich sehe da drei Gründe, die ich in der Reihenfolge ihrer aktuellen Priorität liste:

  • Das erste ist die „Kunden- und Marktmanipulation„, auch „Vertrieb“ und „Marketing“ genannt. Hier wird in der Regel das absolut meiste Geld eingesetzt, um hohes Wachstum zu erreichen.
  • Das zweite ist Forschung und Entwicklung (F&E), auf neudeutsch Research and Development (R&D) genannt. Hier gehen die Ausgaben aber eher zurück.
  • Das dritte ist der allgemeine Kapitalbedarf für Investitionen in Produktionstätten etc. Dies war die ursprüngliche Zweck ja auch von Banken und Börsen. Der Investitionsbereich hat aber an Bedeutung verloren, da aufgrund von reduzierter Fertigungstiefe und Leasingkonzepten dies von Subunternehmern erledigt oder anders finanziert wird (Leasing etc).

Bei uns als mittelständischer Dienstleister sind die Vertriebskosten gering. Die Ausgaben in „Forschung und Entwicklung“ bestehen in erster Linie aus den Investitionen für die Weiterbildung, die bei uns recht hoch sind.

Der restliche Kapitalbedarf beschränkt sich darauf, die Löhne & Gehälter vor zu finanzieren, bis dass unsere Kunden zahlen. Leider haben sich die Zahlungsfristen in der letzten Zeit deutlich verlängert.

Im nächsten Beitrag zu „Wachstum&Rendite“ erkläre ich, warum man heute meint, dass Unternehmen ein mehrfaches an Rendite als vor 40 Jahren erzielen müssten. Das hat nämlich nichts mit Gier zu tun, da gibt es eine ganz einfache und logische Begründung.

RMD

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