Roland Dürre
Freitag, der 15. Oktober 2010

Rendite&Wachstum (III)

Hier noch ein abschließender Gedanke zu meinen Artikeln Rendite I und Rendite II. Da ging es zum Wettrennen von Umsatzrenditen und Aktienkursen …

Je höher die Renditen eines Unternehmens, desto höher steigen die Kurse. Das ist ein Automatismus, der die Rendite des Anliegers (Dividende bezogen auf den Börsenkurs) nicht verändert. So bleibt die Rendite des Anlegers meistens auf sehr niedrigem bis fast vernachlässigbarem Niveau.

Beim Kauf von Aktien ist es also nicht mehr die Rendite für das echt oder virtuell eingesetzte Kapital, was dem Anleger Spaß macht. Nein, es geht nur noch um die Wertsteigerung der Papiere. Darauf hofft (spekuliert) der Anleger.

Diese Hoffnung auf Wertsteigerung ist trügerisch. Denn sogar bei den Aktien scheint die Inflation schneller zu sein als der Wertzuwachs. Wenn wir zum Beispiel davon ausgehen, dass Ende des Jahrtausends der EURO doch fast eine doppelte Kaufkraft wie heute hatte, dann müssen wir die aktuellen Aktienkurse halbieren, um Vergleichbarkeit mit damals zu erzielen. Das heißt, ein DAX, der heute auf 5.500 steht, entspricht vom Wert her einem DAX von 2.750 z.B. im Jahre 1998. Nominell ist er zwar gestiegen, aber reell …

Und wenn es dann mal wieder plumpst – vielleicht mal so ganz richtig plumpst – ist eh alles wieder weg. Und wenn die Regierungen dieser Welt nicht vor kurzem mit aberwitzigen Summen für die Spekulation gebürgt hätten, dann hätte es schon vor gar nicht langer Zeit mal wieder geplumpst.

Und wie sagt der Volksmund?

Aufgeschoben ist nicht aufgehoben.

So gesehen ist Geldanlage und -gewinn immer nur ein Spiel auf Zeit. Und je schneller sich das Rad dreht, um so schwieriger wird es. Gewinnen kann man nur durch Zocken, und wird immer genauso viel gewonnen wie verloren, allerdings kostet das Zocken noch eine ganz schöne Stange …

So einfach ist es. Viel Spaß beim Geldanlegen!

RMD

Be Sociable, Share!

8 Kommentare zu “Rendite&Wachstum (III)”

  1. Chris Wood (Freitag, der 15. Oktober 2010)

    Dear Roland, where did you find your statistic about inflation, (7%)? What I pay for electricity, gas, food, etc. has not nearly doubled in ten years. House and car prices have also not doubled. PC and internet access costs have dropped.
    On the other hand, I agree that it is hard to get a real return on investment. The MSCI World Index, (€), has not doubled since 2000; it has fallen 25%. Of course by cleverly investing in German shares, one would have done better; DAX has only dropped 10% in ten years! (See http://www.boersennotizbuch.de/marktdaten/dax-chart-seit-1998). If one invests in an index, one must pay a couple of percent, because the constitution of the index changes. Firms come and go, and their contributions change. If one tries to pick the right shares, one is competing with professionals. Two years ago, the German taxman started to take his share of any (nominal) share value increases.
    Have I misunderstood what I found in internet?

  2. rd (Freitag, der 15. Oktober 2010)

    Lieber Chris, ich rechne nicht die offizielle Inflation, sondern meine gefühlte. Heute Abend kostete das Viertel Wein (Tagesempfehlung) beim Italiener (Belvedere Unterhaching) 6 Euro 80 ..

    1998 habe ich da 3,50 (DM!)im Kopf. Und da kenne ich beliebig viele Beispiele.

    Und wenn Du 7 % mit Zinseszins rechnest, so ist das weit mehr als das Doppelte in bald 13 Jahren 🙂

  3. kuhn hans-peter (Samstag, der 16. Oktober 2010)

    Richtig so! Drum haltet Euch ans Geldausgeben. Macht Spass, kurbelt die Wirtschaft und an das was weg ist kommt die nächste Krise nicht mehr ran.

  4. Enno (Samstag, der 16. Oktober 2010)

    Gefühlte Inflation ist eben nicht identisch mit der Inflation.

    An der Börse wird nicht genausoviel gewonnen wie verloren, sondern über längere Zeiträume im Schnitt mehr gewonnen als verloren. 5% Risikoprämie sind normal.

    Ob Kursgewinne oder Ausschüttungen entscheidend für die Gewinne des Anlegers sind, ist doch von Wertpapier zu Wertpapier unterschiedlich.

  5. six (Sonntag, der 17. Oktober 2010)

    Enno, um die Renditeüberlegenheit von Aktien (die sind wohl mit Börse gemeint) bei Geldanlagen zu beweisen, greifen Aktieninstitut und Banken gern zu einem Trick. Zwar werden lange Zeiträume gewählt, aber immer die zwischen zwei Crashes und ohne dieselben einzubeziehen. Da ich selbst schon Zeuge dieses kunstvollen Umgangs mit Zahlen geworden bin, bezieht sich meine Freude an der Statistik nur noch auf die von mir selbst gepflegte.

  6. six (Sonntag, der 17. Oktober 2010)

    Kommentar Roland:
    Hier mein Kommentar auf Rolands Kommentar.

    Kommentar Chris:
    Hier mein Kommentar auf Chris Kommentar.

    Kommentar Hans-Peter:
    Hier mein Kommentar auf Hans-Peters Kommentar.

    Kommentar Enno:
    Hier mein Kommentar auf Ennos Kommentar.

    Noch einmal mein Vorschlag:

    Lass uns wordpress so ändern, dass Kommentare direkt an einen anderen Kommentar anknüpfen können. Das heißt konkret, mein Kommentar auf Chris Kommentar stünde direkt unter Chris Kommentar (ohne dieses dämliche @chris).

    Und noch wichtiger: Lass uns die Kommentare ohne clicken, also offen unter die posts setzen.

    Das (erhoffte) Ergebnis: eine lebendigere Diskussion und eine größere Würdigung der Kommentare, die gar manchesmal besser sind als die posts.

    Ich werde diesen Vorschlag so oft wiederholen, bis er Tat wird, da bin ich zäh wie Nachbars Lumpi.

  7. rd (Sonntag, der 17. Oktober 2010)

    Hi Detlev, dann musst Dich aber in die wordpress-community integrieren … Das ist IT-Welt und macht Aufwand …

  8. Chris Wood (Sonntag, der 17. Oktober 2010)

    Dear Roland, you wrote „Ende des Jahrtausends“. One can argue whether that means 1999 or 2000. Doubling in 10 years is almost exactly 7% (compounded) per year. With 11 years it is 6½%. The price of Oktoberfest beer has gone up 4% p.a. since 1998. It now costs 8 times as much per litre as the beer I drink at home. I think the official inflation rate of 2 or 3 percent is about right.
    Your feeling about inflation, based on wine at a very good restaurant, is connected with the widening gap between rich and poor in the developed countries. Prices of luxuries increase more than the average rate, because those who are paying can well afford it.
    The fact that we amateurs no longer profit much (or at all), from stock market investment is ethically rather good. It restricts the division in our society. The profits of industry go away as tax or go to pay an army of analysts, or to support pension funds. Furthermore, there is less profit in investment in the third world, because other countries (including the third world itself) are competing better for these profits.
    I am surprised that the Christian ethic, according to CSU and half of CDU, seems to involve little sympathy for losers. I always understood the Evangelium differently. (Darwinism, on the other hand, leaves room for cooperation as well as competition).

Kommentar verfassen

*