Roland Dürre
Donnerstag, der 12. August 2010

Rentenversicherungsbetrug

Zurzeit ist die Rente wieder viel in der Diskussion. Wie eigentlich laufend in den letzten Jahren. Und manche fordern jetzt schon „Arbeiten bis 70“.

Das ist doch alles Blödsinn!

Die Renten sind zu hoch. Also muss man sie senken. Als erstes müsste man sich von solch einem Unsinn wie dem Rentensicherungsgesetz ganz schnell verabschieden. Dann sollte man einen gerne auch höheren Grundbetrag festlegen, der von der Senkung unangetastet bleibt. Und der Rest wird einfach linear abgesenkt, soweit wie eben notwendig. Und wenn es 50 % sind.

Angst vor den Rentnern sollte man dabei nicht haben. Die aktuellen Rentner in Deutschland gehören einer „goldenen Generation“ an. Es war die erste Generation in Deutschland, die ihr ganzes Erwachsenenleben in Frieden verbringen durfte. Und die einen schier unendlichen Zuwachs an Wohlstand hatte. Dafür sollte sie täglich dankbar und auch bereit sein, Besitzstand aufzugeben.

Diese Generation hat aber auch gemeinsam mit uns allen unseren Planeten geplündert und Altlasten generiert, unter denen die nachfolgenden Generationen massiv leiden werden. Deshalb habe ich kein Problem, wenn der eine oder andere Rentner seinen Daimler gegen einen Polo tauschen muss (oder seinen Polo gegen den öffentlichen Verkehr). Das ist mehr als zumutbar. Woher nimmt eigentlich ein Mensch, der nicht mehr arbeiten kann, das Recht Autofahren zu dürfen? Autofahren ist doch auch eine Arbeit, die man konzentriert im Vollbesitz seiner Kräfte erledigen sollte.

Die Rente muss ab dem Zeitpunkt gezahlt werden, zu dem die Mehrheit nicht mehr arbeitsfähig ist. Ich würde 60 Jahre als allgemeines Renteneintrittszeitalter festlegen, denn schon heute sind nur noch 16 % der Menschen zwischen 60 und 65 in Lohn und Brot. Und ich weiß, wie schwer es ist, ältere Arbeitnehmer auch in akademischen Berufen zu beschäftigen. Als Ausgleich sollte man den Menschen in der Rente erlauben, Geld einfach dazu verdienen zu dürfen und die vielen Einschränkungen für Arbeit neben der Rente abschaffen. Für Rentnereinkommen durch Arbeit darf es keine unvernünftige Besteuerung und den ganzen Sozialquatsch geben!

Parallel muss man die Krankenversicherung endlich mal wirklich reformieren. Da gibt es nur eins: eine sehr einfache und billige Pflichtversicherung, die für eine minimale medizinische Grundversorgung gerade steht. Alles andere müssen die Kunden selbst oder durch Zusatzversicherungen bezahlen. Und die Kosten des medizinischen Systems müssen endlich mal wirklich transparent für den Nutzer werden. Die Rechnungsoffenlegung für alle medizinische Leistungen, auch wenn sie von einer Versicherung bezahlt werden, ist zwingend notwendig. Die Menschen müssen wissen, was der Arzt oder das Krankenhaus kassieren und was die Tabletten kosten. Dann wären sie wahrscheinlich entsetzt und würden  beim Konsumieren ein wenig mitdenken.

Ja, und dann müsste man sich nur noch an die Pensionen von Beamten und Politikern ran wagen – und man hätte die Sache wieder im Griff …

Ist doch ganz einfach!

RMD

P.S.
Ich weiß natürlich, dass kein Politiker sich an so etwas ran traut – aus Angst vor den Wählern. Bin aber sicher, dass „das Volk“ intelligenter als die Politiker ist und mehrheitlich solche Maßnahmen (wenn sie denn ernst gemeint wären und gerecht alle Beteiligten erfasst würden) sehr wohl verstehen und unterstützen würde. So wie heute kann es einfach nicht weitergehen.

Und wenn man aber nichts macht, dann passiert im Endergebnis dasselbe. Nur auf zerstörerische Umwege wie Inflation, Staatszusammenbruch, Revolution oder was auch immer gepaart mit großen sozialen Ungerechtigkeiten und einer weiteren Polarisierung von arm und reich, die unseren gesellschaftlichen Konsens dann endgültig zerreißen dürfte.

Und was ich gar nicht verstehe: Warum lassen sich das die jungen Menschen alles so einfach gefallen?!

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