Roland Dürre
Sonntag, der 4. November 2012

Schule und Ich

Ich und die Schule, wir waren keine dicken Freunde.

Die Volkschule gleich bei der Pfarrkirche St Anton lag von unserer Wohnung in der Rosenaustr. 18 gesehen auf der anderen Seite des Wittelsbacher Parks in Augsburg. Dort verbrachte ich in meiner Erinnerung vier sehr unerfreuliche Jahre.

Denn ich empfand die „Volksschule“ als einen grausamen Ort der Unterdrückung. Und das war sie wohl wirklich. Anschließend im „wirtschafts-wissenschaftlichen Gymnasium Jakob Fugger war die Zeit dann besser. Weil wir da menschlicher behandelt wurden – besonders von den jungen Lehrern. Und ich mit jeder höheren Klasse mehr Freiheit – und Freizeit – hatte.

Meine Zeugnisse waren schlecht. Wie ich mit zwölf Jahren anfing, im Verein Schach zu spielen, verbesserte sich meine Kozentrationsfähigkeit und ich gewann nun auch öfters das Spiel mit den Lehrern. Die Noten wurden besser, nicht aber unbedingt meine „Leistungen“.

Immer mehr gelang es mir, mit ziemlich minimalen Einsatz guten Erfolg zu haben. Meine Freunde und ich wurden zu „faulen Schülern“. Das bescherte uns viel Freizeit, die wir sehr intensiv und kreativ für ganz verschiedene Dinge nutzten. Und wir haben in unserer freien Zeit mehr gelernt und verstanden als in der Schule. Und uns in der Schule häufig auf „Wissens-Bulimie“ beschränkt – wie man das heute so nennt.

Meine schulischen Noten indes waren von Fach zu Fach unterschiedlich. Meine Glanzpunkte waren die penible Buchführung und die geniale Mathematik. Das ging mir relativ mühelos von der Hand und hat mir Spaß gemacht. Beide Fächer waren für mein weiteres Leben sehr nützlich – allerdings auf völlig verschiedenen Ebenen.

In den Lernfächern wie Biologie; Erdkunde oder Geschichte oszillierten die Noten stark. Sie waren komplett abhängig von meiner Interessenslage und auch gelegentlich vom unterrichtenden Lehrertyp.

In BWL und VWL (Betriebs- und Volkswirtschaftslehre) fühlte ich mich ganz gut. Allerdings waren meine (absurden) Theorien mit den (absurden) Theorien von Lehrstoff und Lehrer nicht kompatibel, so dass ich eine von mir als ungerecht empfundene 3 (befriedigend) bekam.

In Chemie und Physik war ich nicht schlecht, fand die beiden Fächer aber eher langweilig.

Meine schlechten Noten in Englisch (7 Jahre gelernt) und in Französisch (auch 7 Jahre) waren gerecht. In Französisch änderte sich das bald, da ich ab 14 viel in Frankreich war. Mich in Englisch vernünftig zu verständigen habe ich dann erst später im Informatik- und Projektleben gelernt.

Meine schlechte Note in Religion hatte ich zurecht; auf die war ich eher stolz!

Es gab auch freiwillige Fächer wie Stenografie (erfolgreich) und Maschineschreiben (nicht so erfolgreich, aber immerhin hat es zum Schreiben mit zehn Fingern gereicht). Latein habe ich nach drei Sitzungen beendet. Viel Spaß hatte ich in der Arbeitsgemeinschaft Photographie – obwohl die analoge Technik oft viel Frust beschert hat.

Ich habe die vielen Dinge aufgezählt, um zu zeigen, dass man als junger Mensch in der Schule mit viel zu viel Themen bedrängt wird. Dabei fehlt noch das schlimmste aller Fächer – Deutsch!

Mein Problem war der Deutschaufsatz. Und dieses „Fach“ ganz allgemein. An dem man wie an keinem zweiten das Probleme und die Nachteile unseres Schulsystems besonders gut aufzeigen kann.

Das mache ich dann in meinem nächsten Artikel: „Deutschaufsatz“!

RMD

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