Roland Dürre
Mittwoch, der 23. Dezember 2009

„Schwarzarbeit“ –> „Erhöhung der Nebenkosten“

Wenn wundert es? Arbeit wird immer teuer. Wenn man sich überlegt, was man heute alles für Produkte zum Preis einer Handwerkerstunde bekommt? Der Preis der Arbeit ist in Deutschland viel zu hoch – und das, obwohl beim werktätigen Menschen nicht viel davon ankommt.

In den Finanznachrichten der Westdeutschen Zeitung lese ich, dass eine Erhöhung der Beiträge der Arbeitslosenversicherung „drohe“. Ich meine, die droht nicht nur, die wird auch kommen. Wie ich auch noch von einer Erhöhung der Mehrwertsteuer – nach einer gewissen Anstandsfrist – ausgehe. Anders wird es nicht gehen, es sei denn, man will wirklich das Prinzip „Besitzstandwahrung ist unser höchster Wert“ aufgeben. Aber das dürfte in Deutschland nicht möglich sein.

Aber beides, höhere Sozialabgaben und eine höhere Mehrwertsteuer machen die Arbeit noch teurer. Und fördern weiter Schwarzarbeit.

Ein wenig übertrieben finde ich auch, dass ich heute immer wieder von „illegaler Arbeit“ gelesen und gehört habe. Arbeit ist an sich nichs illegales. Wenn, dann ist es nur die gewählte Form der Entlohnung. Und da würde das Wort „ungesetzlich“ dem Sachverhalt besser entsprechen.

So manche Dienstleistung kann in Deutschland aufgrund der mittlerweile vorhandenen Abgabenlast wohl wirklich nur noch sinnvoll durch Schwarzarbeit erbracht werden. Und warum Menschen pauschal kriminalisieren, nur weil sie für ihre Arbeit eine faire Entlohnung organisieren? Passt zwar in die Zeit, ist aber zutiefst unredlich.

Genauso, wie wenn man auf Schwarzarbeiter mit dem Finger zu zeigt, weil sie keine Rücksicht aufs Gemeinwohl nehmen würden. Wer denkt denn in diesem Lande noch ans Gemeinwohl? Politiker, Manager, Gewerkschaftler, Hartz 4-Empfänger?

Obendrein würde ohne Schwarzarbeit in Deutschland vieles nicht mehr funktionieren. Und manche von uns Vielarbeitern hätten gar keine Freizeit mehr, weil der kleine Rest an freier Zeit fürs Heimwerken, nächtliches Putzen, reparieren von Fahrrädern oder ähnliches draufgehen würde.

RMD

1 Kommentar zu “„Schwarzarbeit“ –> „Erhöhung der Nebenkosten“”

  1. Chris Wood (Donnerstag, der 24. Dezember 2009)

    You must be living very legally to dare to write like this. You could well provoke the tax man. I give a good rating because of your courage. I often wonder about the 50% plus of the economy that the state has gradually taken over and finances via various sorts of tax. On the one hand, these are some of the most important things in life, such as good education and medicine particularly for poor children. One must also include foreign aid (however miserly), support for climate protection, and even the costs of Afghanistan, assuming life there will improve and drug production will decrease. On the other hand, the state (and regional government), do not use the money efficiently, as dramatically demonstrated recently by the Bavarian Bank. Some politicians and civil servants are ridiculously well rewarded for what they do, particularly regarding pensions, and job security for the civil servants.
    I am happier with the work being done by the Munich public transport system, than with banks that pay people well for designing and selling dubious „paper“. Even if the transport is subsidised by taxing people who do not use it, it still reduces road traffic.
    My conclusion is that the taxation we have is about right; after all it results from a democratic process. Surprisingly, in USA, where everybody is supposed to want low taxes, the overall rate of taxation is similar.
    Ideally there should be simple variable taxation for different kinds and quantities of payment. That is presumably impossible, so we are left with legal and illegal earnings.

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