Roland Dürre
Donnerstag, der 23. September 2010

Selbstinfragestellung

Der gute Mensch
ist nicht mehr ganz jung,
er musste um gut zu werden
vieles lernen und erfahren.

Aber nun kennt er
die Wurzeln allen Übels:

  • das Auto
    (weil es faul und dick macht)
  • die Religionen und
  • die Ideologien
    (weil sie beide unmündig machen)

Er hat zwar schon früher geahnt,
dass es ökologischer Wahnsinn ist,
allein ins Auto zu steigen,
um quer durch die Stadt
zum Sport zu fahren.

Aber jetzt weiß er es.

Er wusste schon immer,
dass Reisen bildet,
aber jetzt würde er nur noch für eine
Reise von Kap zu Kap seinen
ökologischen Fußabdruck mithilfe
eines Fluges ein wenig vergrößern.

Und tut es trotzdem nicht.

Er hat erfahren,
dass ein Partner
allein zu Hause bleibt,
wenn der andere
seinen Hobbies nachgeht
und wägt nun gründlich ab.

Er hat gelernt, dass
das Sozialverhalten seiner Mitmenschen
mit der Anzahl der gefüllten
gelben Säcke korreliert und bedauert,
dass er auf Buttermilch und Joghurt
verzichten muss,
weil es diese nur noch in Plastikbechern gibt.

Er hat erfahren, dass
auch vernünftig betriebener Sport,
gefährlich ist und Spuren hinterlässt,
aber 60 Jahre hinterlassen
Spuren nicht nur im Kopf.

Aber er weiß genau,
dass man nicht allem,
was (in den Medien) berichtet wird,
glauben darf, es sei denn,
es bestätigt, was er schon lange weiß.

Er weiß, dass
Ideologie gleich Religion ist,
aber wenn es die richtige ist,
glaubt er trotzdem an sie.

Dabei will der gute Mensch
gar nicht gut sein
sondern nur ein wenig
Verantwortung übernehmen.

Und sich mehr Lust
und weniger Frust
gönnen.

RMD
(inspiriert und formuliert von Barbara)

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3 Kommentare zu “Selbstinfragestellung”

  1. kuhn hans-peter (Donnerstag, der 23. September 2010)

    Eine dytriambische Hymne an Roland, die gut zu seinem 60. gepasst hätte.

    Nicht sehr gewaltig von der Sprache her, in der Pointe oder Moral jedoch überzeugend. In jedem Fall um Lichtjahre besser als seine eher unterkühlte Liebeserklärung an Barbara.

    Glücklicherweise gibt es die Fussnote, „inspiriert und formuliert von Barbara“. Roland hat hier wohl nur getippt, was ihn nicht daran hindert sich im Titel als Autor auszugeben.

    Er sollte das mal korrigieren, denn Eigenlob verusacht sensorielle Effekte, die dem Geld abgesprochen werden.

  2. Chris Wood (Freitag, der 24. September 2010)

    I am shocked. I did not realise how similar I am to Roland.

  3. rd (Samstag, der 25. September 2010)

    Dear Chris, I believe all people are very similary concerning this points … It’s only a question to tell or to tell not …

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