Roland Dürre
Samstag, der 3. November 2012

Sieben Utopien – sieben Thesen für Zukunft.

Weil so vieles passiert, das ich nicht verstehe, schreibe ich heute mal ein paar Utopien auf, die mir ganz ganz gut gefallen. Und nehme mir vor, zu jeder ein paar Gedanken zu entwickeln, die die Utopie begründen und erklären, warum ich diese für ganz so unrealistisch nicht halte.

  • Straffreie Gesellschaft
    Es wäre schön, wenn es (fast) keine Gefängnisse mehr geben würde. Wenn wir unser Zusammenleben anders organisieren könnten als durch „Strafe“. Wenn wir nicht mehr Rache aus üben wollten sondern versuchen würden, klug den sozialen Schaden zu minimieren.
  • Gewaltfreie Gesellschaft
    Eine Gesellschaft frei von körperlicher Gewalt gegeneinander. In der Regionen und Völker ohne Kriege auskommen. Für einen vernünftigen Umgang mit den Tieren und der Natur. Eine Gemeinschaft, in denen Gegensätze im „herrschaftsfreien und fairen Diskurs“ auf Augenhöhe abgearbeitet werden.
  • Demokratische, tolerante und transparente Gesellschaft ohne Fundamentalismus, Dogmen und Tabus
    Bildung und Aufklärung wirken Fundamentalismus, Dogmen und Tabus entgegen. Nur so kann ein gemeinsames humanes Gesellschaftskonzept gefunden und weiterentwickelt werden. Transparenz ist die Voraussetzung für gemeinsames Denken und Entscheiden, für Erkenntnisgewinn im Konsens. Und Toleranz ist die Ultima Ratio, Untoleranz nur gegen Untoleranz zulässig und sogar da höchst kritisch zu bewerten.
  • Gesellschaft der Gemeinsamkeit und Zugehörigkeit
    Ich wünsche mir eine freie Gesellschaft. In der Eigentum generell sinnvoll geteilt und Privateigentum verantwortet und differenziert geregelt wird. Mit einem ganz besonders verantworteten Blick auf das „geistige Eigentum“, das soweit wie möglich als Wissen sinnvoll geteilt wird.
  • Humane Wirtschaft
    Eine Wirtschaft, die nicht getrieben wird von den großen Finanzmechanismen ihr Handeln und Wirken nicht ausschließlich am Profit orientiert. Frei von Lobbyismus mit dem Hauptzweck, die Menschen mit sinnvollen Produkten und Dienstleistungen zu versehen (So, wie es zum Beispiel in der bayerischen Verfassung steht). Eine Wirtschaft, in der die Unternehmen wertgeschätzt werden, die weniger die Optimierung von Gewinn sondern die Erhöhung des Gemeinwohl als Ziel haben.
  • Medien frei von Marketing
    Warum werden Medien immer vom Marketing dominiert? Warum bekomme ich auf einen Teil Information zwei Teile Beeinflussung? Warum hält man mich für so unmündig und meint, ich könne nicht selber entscheiden was ich brauche? Warum will mich alle Welt zu ihrem Vorteil und meinem Schaden manipulieren?
  • Sanfte und sachliche Mobilität
    Wie schön wäre eine Mobilität ohne permanenten Stress und Kampf? Ohne Gestank und Lärm? Als Mittel zum Zweck und nicht als emotionales Selbstbetätigungs- und -darstellungsfeld. Ohne den Verbrauch fossiler Brennstoffe? Vom Tempo langsamer und letztlich doch effizienter.

Sie werden sagen, ich bin ein Träumer – aber da halte ich es mit John Lennon  und zitiere aus seinem „Imagine“ den letzten Absatz:

You may say I am a dreamer
But I’m not the only one
I hope someday you’ll join us
And the world will be as one

Und erinnere an Utopien, die mal als völlig unrealistisch galten und heute selbstverständlich sind, wie das Wahlrecht für Frauen, eine gewaltfreie Erziehung von Kindern und manches mehr.

RMD

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