Roland Dürre
Sonntag, der 19. Juni 2011

Sinneskrise am Sonntag

Bloggen oder nicht Bloggen? Selbstzweifel eine Bloggers …

Draußen ist schönes Wetter, ich sitze auf einem Hausboot und fahre durch einen traumhaften finnischen Sommer. Immer wieder kommen mir Zweifel, ob es eigentlich Sinn macht, IF-Blog zu schreiben. Besonders bei so einem Wetter. Und besonders heute, weil ich morgen Geburtstag habe.

Jetzt blogge ich schon seit mehr drei Jahren. Also versuche ich mal als leider auch (zu) sehr Kopf gesteuertes Wesen, Pros und Kontras dafür und dagegen zu finden und abzuwägen. Was spricht für mein Bloggen und was dagegen?

Pros:

  • Es macht Spaß.
  • Es ist etwas Aktives.
  • Ich lerne Menschen kennen, die mein Leben ungemein bereichern.
  • Auch sonst ergeben sich viele Kontakte, die z.B. zu Begegnungen oder Aktivitäten wie Vorträgen führen.
  • Ich bilde mir eine Meinung und übe formulieren. Das hilft mir auch im restlichen Leben.
  • IF-Blog.de und duerre.de sind die Basis meiner Internet-Präsenz und Teil meines Geschäfts.
  • Es wäre schade, aufzuhören.

Kons:

  • Es kostet Zeit. Es gibt Artikel, die ich in wenigen Minuten schreibe.
  • Aber an anderen, besonders den Berichten von Vorträgen kaue ich ewig.
  • Gerade am Wochenende bereite ich viele Artikel für die Woche vor. Das belastet die Freizeit.
  • Vielleicht öffne ich mich ab und zu sehr. Das könnte Nachteile haben. Beobachten mit vielleicht heute schon staatliche Instanzen kritisch?
  • Welche Folgen könnten sich da für mich persönlich ergeben (geschäftlich, sozial, politisch)?
  • Ich könnte auch völlig falsch verstanden werden. Vielleicht hält mich mancher für einen radikalen und verbitternten Dogmatiker, obwohl ich mich selbst als aufgeklärten und lebensbejahenden Menschen sehe?

Was also tun?

Mein Lebensziel ist ja mein eigenes und fremdes Leben in möglichst vielen Dimensionen zu entfalten. Mein eigenes? Ja, denn nur wenn mir das gelingt, kann ich am Entfalten des Lebens anderer etwas beitragen.

Und wenn mein Blog und meine anderen Internetaktivitäten da etwas bewirken können, dann mache ich weiter. Außerdem – letztes Endes schreibe ich ja zuerst Mal für mich.

RMD

P.S.
🙂 Mir ist schon klar, dass der „Sinn des Lebens“ mit Sicherheit nicht (nur) aus Twittern und Bloggen besteht. Aber ist schon etwas Irres.

Be Sociable, Share!

3 Kommentare zu “Sinneskrise am Sonntag”

  1. Chris Wood (Sonntag, der 19. Juni 2011)

    Dear Roland, don’t think of stopping. I would have trouble finding anywhere else to be „chief commentator“. I would then certainly make worse use of my extra time. Don’t worry about revealing too much of your character. You probably seem more attractive in your blog than in the flesh. Anyway you take few risks; you criticise too much only where it is accepted and greeted, (e.g. the German government). I cannot remember when you last criticised Islamists.
    I think we make a good team. I am good at correcting misapprehensions, and remembering world-wide aspects, but lack your creativity and breadth of detailed knowledge.
    I can think of only one danger your blog can bring. You may get burgled while telling the world that you are on holiday.
    Being creative for once, here is a suggestion for the next opinion poll. How long will Homo sapiens remain the dominant species on Earth? (Go up in factors of 10). I estimate 100 to 1000 years.

  2. ee (Sonntag, der 19. Juni 2011)

    Lieber Chris,
    da muß ich an den schönen Witz denken:

    Treffen sich zwei Planeten.
    „Wie gehts?“
    „Oh schlecht! Ich hab homo sapiens.“
    „Ach – das ist nicht so schlimm! Das geht vorbei!“

  3. Hans Bonfigt (Montag, der 20. Juni 2011)

    Weitermachen.

    Das if-Blog ist für mich eins der wenigen lesenswerten Internetpublikationen, es wäre wünschenswert, wenn einige Autoren mehr schrieben.

    Mit dem if-Blog erreichen Sie vielleicht nicht mehr, aber sicher andere Leser als mit einer ‚facebook‘ – Seite.

    Zuguterletzt, ganz persönlich:
    Ende 2009 wurde bei mir eine schwere Erkrankung diagnostiziert; eine größere Operation mit anschließendem nicht gerade wellnessänlichem Genesungsprogramm war recht anstrengend; die verabreichten Chemikalien sorgten zuverlässig für üble Depressionen. In so einer Situation, in der man nicht weiß, ob man es schafft oder nicht, kommt man auf die Idee, im eigenen Leben zu stöbern, ich gab ‚Kienzle‘ in eine Suchmaschine und entdeckte
    http://if-blog.de/rd/computer-vintage-4-meine-schonste-folie-war-ein-flip-chart-1981
    Mir hat der Artikel auf Anhieb so gut gefallen, daß ich mich fast durch das ganze Blog gefressen habe. Bemerkenswert fand ich, daß R.D. den ’spirit‘ eingefangen hat, der in den 80er Jahren vorhanden war. Etwas, das es m.E. in ‚unserer‘ Branche heute nicht mehr gibt.

    Wie auch immer, die Lektüre hat mir viel Mut gemacht und mir über viele „dicke Bertas“ (so heißen die großen Flaschen mit Zytostatika) hinweggeholfen.

    Habe lange überlegt, ob ich das öffentlich schreiben sollte, aber ich finde, wenn man sich an einer öffentlichen Quelle erfreut, sollte man sich öffentlich bedanken.

Kommentar verfassen

*