Roland Dürre
Mittwoch, der 21. April 2010

SPOF

SPOF – Single point of failure

Gestern wurde uns in den Medien die Abhängigkeit unserer Gesellschaft und Industrie vom Flugverkehr drastisch vor Augen geführt. Dass es keine Rosen aus Kenia und exotischen Früchte mehr gibt, kann ich gut verschmerzen. Versuche ja jetzt schon, den Konsum solcher Dinge zu vermeiden.

Heute haben wir von den ersten Produktionseinstellungen bei BMW gehört – weil die Elektronik auch just in time durch Flugtransport geliefert wird.

Solche Schwierigkeiten werden in Zukunft aus vielen Gründen immer häufiger auftreten und wir werden damit fertig werden müssen und sicher auch fertig werden. Ich bin überzeugt, dass wir mit 10 % des normalerweise stattfindenden Flugverkehrs auch sehr gut und in Wohlstand leben könnten.

Aber nehmen wir mal an, meine Außenseiter-Meinung ist falsch, und der Flugverkehr stellt wirklich einen SPOF dar? Dann sollten wir aber ganz schnell alles daran setzen, diese Abhängigkeit zu verringern. Man denke nur, was passiert, wenn z.B. ein großes Ölfeld zusammenbricht (oder der Schwestervulkan ausbricht).

Jetzt fürchte ich aber, dass dann der Flugverkehr nicht der einzige SPOF in unserem hoch zivilisiertem und technologischen Leben ist. Als gewissenhafte Risiko Manager wäre es dann angesagt, jeden SPOF möglichst schnell zu entschärfen.

Das geht aber nur, wenn die Bereitschaft vorhanden ist, Dinge zu verändern, selbst wenn es bedeutet, lieb gewonnene Gewohnheiten und Bequemlichkeiten aufzugeben. Das ist ähnlich, wie wenn man seine Gesundheit verbessern will. Dann ist auch Verzicht (Alkohol, Nikotin, Essen) und mehr Bewegung angesagt.

Gesellschaftliche SPOF’s zu entschärfen ist doppelt lohnenswert. Gleichzeitig würde das auch der Klimaveränderung, der Verwüstung bis Zerstörung unseres Planeten und der Vernichtung der wunderbaren Schöpfung, in der wir leben dürfen, entgegen wirken.

Es gibt viel zu tun, packen wir es an. Dabei sollten wir uns auch nicht von Scheinbedrohungen – wie der nächsten (und eigentlich schon lange fälligen) Finanzkrise durch überbewertete und -verschuldete Gewerbeobjekte oder ruinierte Staatshaushalte entmutigen lassen. Geld ist und bleibt halt nur Geld, und je mehr Nullen die Zahlen bekommen desto virtueller werden sie.

RMD

2 Kommentare zu “SPOF”

  1. Wolf Geldmacher (Mittwoch, der 21. April 2010)

    Das hat mit SPOF eigentlich nichts zu tun:

    In all den vergangenen Jahren haben wir daran gearbeitet jegliche Redundanz und jegliche Flexibilität aus unseren (Wirtschafts-)systemen zu entfernen.

    Aus der (technischen) Systemtheorie sind die Folgen davon bekannt: Solche Systeme werden starr und reagieren auch bei kleinen Störungen mit wilden Schwingungen – z.T. bis zum Kollaps.

    Ad 1) sind also die Probleme zu erwarten und mitnichten neu oder überraschend;

    Ad 2) ergeben sich – unabhängig von deiner etwas rot/grün gefärbten Meinung – Daraus als Konsequenz (so man als Ziel die Vermeidung des Instabilitäten fordert) direkt die notwendigen Änderungen: (Wieder-)einbauen von Puffern (Zwischenlager, Vorräte, lokale Lieferanten, …) und (Wieder-)einbau von Redundanz (mehrere Lieferanten, alternative Produkte).

  2. Chris Wood (Donnerstag, der 22. April 2010)

    Wolf, is that your real name? It reminds me of the (then) amateur poker player, Chris Moneymaker, who won millions in the world top poker tournament.

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