Roland Dürre
Donnerstag, der 2. September 2010

Strandläufer

Am Strand vor mir ist nicht mehr viel los. Die Griechen haben ihr Sommerexil am Meer aufgegeben, nur noch wenige Menschen genießen die immer noch heiße Spätsommersonne der lakonischen Bucht.

Hier ist alles wie vor 10 Jahren. Das macht einen Teil des besonderen Reizes des Ortes aus. Etwas ist in diesem Jahr aber trotzdem anders: Regelmäßig laufen afrikanische Verkäufer über den Strand. Es ist ein wenig Kenia in Griechenland.

Die Verkäufer tragen große Tafeln, auf denen Schmuck befestigt ist. Billiger Tand, der wohl von weit her kommt. Viel Englisch oder Französisch sprechen sie nicht – und garantiert kein griechisch. Viel Umsatz machen sie auch nicht. Der Strand ist leer. Nur selten kauft ein Galan seiner Strandnixe ein kleines Schmuckstück.

Strandverkäufer aus Afrika habe ich hier noch nie gesehen. Und ich mache mir meine Gedanken: Sind die Afrikaner Teil der Zuwanderung von Afrika nach Europa? Hat der schwarze Strandläufer eine Chance, sich eine Existenz in Europa aufzubauen? Oder darf er nur ein wenig Atmen holen bis zu seiner nächsten Abschiebung.

Und: welche Organisation steht hinter diesem neu organisierten Abverkauf von Ramsch an meinem schönen Strand? Lohnt sich das Geschäft? Wie viel profitiert der Händler bzw. die Organisation und wie viel der Strandläufer?

RMD

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