Roland Dürre
Freitag, der 1. Januar 2010

„Tamiflu wirkungslos?“ oder „Impfen ist besser!“

Beim Zeitung lesen an den „ruhigen Tagen“ erfahre ich, dass die Viren der Schweinegrippe gegen Tamiflu (SZ) resistent werden würden. Und deshalb der Impfstoff wirksamer wäre als das Medikament.

Über solche Meldungen ärgere ich mich.

Ich finde es unsauber, wenn man in einem Satz Äpfel mit Birnen vergleicht. Ein Medikament soll eine eingetretene Krankheit heilen oder die Beschwerden lindern, ein Impfstoff dagegen eine Infektion vermeiden. Insofern sind Tamiflu und der Impfstoff „zwei paar Stiefel“ und es soll im Artikel wohl etwas ganz anderes ausgesagt werden, als geschrieben steht.

Aber das ganze Thema finde ich nicht lustig.

Tamiflu ist wohl ein sehr effizientes Medikament, das so einiges im menschlichen Körper verändert und auch beeindruckende Nebenwirkungen hat. Die schwächen den Körper, aber unterstützen vielleicht den Plazebo-Effekt, wenn der Patient merkt, dass die Wirkstoffe im Körper doch einiges in Unordnung bringen.

Ob Tamiflu wirklich gegen Grippe hilft, das war schon beim Markteintritt äußerst umstritten. Jetzt sollen Viren gegen ein Medikament resistent geworden sein, das wahrscheinlich nie wirksam war. Ist doch eine gute Geschichte.

Sie dürfte aber auch den Placebo-Effekt reduzieren. Man weiß ja, dass die Viren jetzt resistent sind …

Aber immerhin hat das Medikament Tamiflu das „Fiscal Year“ 2007 von Roche gerettet. Selbst der Roche-Vorstand war davon richtig überrascht, ich habe es mit eigenen Ohren gehört.

RMD

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