Roland Dürre
Dienstag, der 29. Juni 2010

Tankstellenpreise

Meine Tankstelle in Ottobrunn

Die Preise an den Tankstellen gehen hoch und runter. Oft dreimal am Tag und gelegentlich gleich um 5 Cent und mehr. Auch regional (München City und Ottobrunn) sind die Preise sogar der selben Marke zur selben Uhrzeit oftmals ziemlich unterschiedlich.

Das erscheint zuerst Mal unlogisch. Warum sollte der Liter Diesel vom gleichen Konzern zur selben Zeit in Ottobrunn ein paar Cent mehr kosten als im Zentrum Münchens – oder anders herum? Und wieso dann  am Abend dann wieder 3 Cent weniger? Und am nächsten Morgen wieder 4 Cent mehr? Warum dieses permanente Rauf und Runter?

Bisher dachte ich, dass das an einem nervösen Markt liegt. Ich nahm an, dass Spekulation, Marktengpässe und ähnliches die Ursachen für dieses Phänomen sind und habe dazu einen Artikel geschrieben.

Mittlerweile habe ich eine bessere Erklärung:

Sicher hat jeder Mineralöl-Konzern in unserer von Kennzahlen und Excel-Tabellen dominierten Welt einen detaillierten Überblick, an welcher Tankstelle zu welcher Zeit am meisten getankt wird.

Liegt es dann nicht nahe, dass man die Preise dem Kundenverhalten anpasst? Und sie immer in der an Nachfrage starken Zeit am richtigen Ort kräftig erhöht und zu den Zeiten mit schwacher Nachfrage wieder senkt?

Das gaukelt dann dem Käufer Marktgeschehen und Wettbewerb (und ab und zu niedrige Preise) vor, spült aber vor allem viel Marge in die Kasse. Zumindest scheint es mir ein treffliches Mittel – wenn auch ein wenig frech – zur Ergebnisoptimierung.

Und so etwas kann man auch leicht automatisieren. Ein Programm, welches die Preise an das individuelle Verkaufsprofil der Tankstelle anpasst, ist bestimmt nicht schwierig zu schreiben.

RMD

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2 Kommentare zu “Tankstellenpreise”

  1. Chris Wood (Dienstag, der 29. Juni 2010)

    Der negative Ton von diesem Stuck überrascht mich. Als Geschäftsmann sollte der Roland die Marktwirtschaft verstehen, und akzeptieren. Hat sie nicht unseren Wohlstand ermöglicht? Hat Roland sein Software immer zu den Produktionskosten verkauft?

  2. rd (Dienstag, der 29. Juni 2010)

    Unter Marktwirtschaft verstehe ich nicht den Wettbewerb beim Erfinden von trickreichen Methoden um die Konsumenten (Verbraucher) möglichst gut auszubeuten.

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