Roland Dürre
Montag, der 18. Januar 2010

„Technik & Ethik!“ oder „Wirtschaft ohne Werte?“

LeesSo heißt die Vortragsreihe, die von der Carl von Linde-Akademie gemeinsam mit dem Arbeitskreis „Technik und Ethik“ in Zusammenarbeit mit der KHG und EHG an der TU München und der Umwelt-Akademie e.V., München regelmäßig an der TUM veranstaltet wird.

Heute Abend fand der dritte von den vier Vorträgen des WS 09/10 statt. Die ersten beiden Vorträge von Bischof Dr. Dr. h.c. Wolfgang Huber und Dr. Nikolaus von Bomhard habe ich leider versäumt. Diesmal hat es geklappt und mit R. Martin Lees, dem Generalsekretär des Club of Rome, war auch ein ganz besonderer Redner zu Gast.

Ich mache es kurz: Noch nie habe ich eine bessere und präzisere Zusammenfassung zum Zustand unseres Planeten gehört. Martin Lees (geboren 1941) verstand es, uns in einem ganz ruhigen Vortrag auf drastische Art und Weise klar zu machen, dass es eher fünf nach als fünf vor 12 ist.

Lees2Trotz seiner schier ausweglos scheinenden Lagebeschreibung gelang es ihm, uns Hoffnung zu machen, dass die Probleme irgendwie vielleicht doch noch gelöst werden können.

Sein Vortrag hat mich in meinem Vorsatz bestärkt, nicht aufgeben zu wollen, sondern weiter zu kämpfen. Wir dürfen die schöne Welt, in die wir hinein geboren worden sind, nicht weiter so gedankenlos und irreversibel zerstören, wie wir das jetzt schon wohl seit einem Jahrhundert machen.

So werde ich weiter versuchen, meinen persönlich CO2 Fußabdruck  durch Veränderung meiner Lebensweise Schritt für Schritt zu reduzieren.

Nach diesem Vortrag fühle ich mich aber auch noch mehr verpflichtet, den wenigen Einfluss, den ich vielleicht in der Öffentlichkeit habe, so gut zu nutzen wie nur irgendwie möglich. Und versuchen, den auch von Martin Lees wahrgenommenen zurzeit stattfindenden positiven Werte- und Kulturwandel so gut zu unterstützen wie nur möglich.

Denn wie hat Martin Lees heute an der TUM in München gesagt:

Es ist noch nicht sicher, ob dieser Wandel von Werten und Kultur beständig oder nur ein Strohfeuer ist.

Ich meine, er muss beständig werden und daran müssen wir alle arbeiten.

RMD

P.S.
Nächsten Montag findet übrigens der letzte Vortrag der Reihe statt. Referent ist Dr. Hans-Peter Sollinger, er wird zum Thema Nachhaltigkeit – Grundlage für den Geschäftserfolg eines weltweit agierenden Familienunternehmens sprechen. Ich bin leider wieder mal verhindert.

3 Kommentare zu “„Technik & Ethik!“ oder „Wirtschaft ohne Werte?“”

  1. Chris Wood (Dienstag, der 19. Januar 2010)

    Roland please indicate the reasons given for seeing the situation as almost hopeless. You mention CO2. We also all know about the large and increasing human population, and the reductions in clean water, fertile land and biodiversity. What other factors were mentioned; perhaps that superstition and ignorance are advancing as rapidly as scientific knowledge?

  2. rd (Dienstag, der 19. Januar 2010)

    Hi Chris!

    Der Vortrag war sehr ausführlich. Er hat wohl alle relevanten Themen in einer vernünftigen Tiefe gestreift. Hier alles wiederzugeben ist nicht möglich.

    Am eindruckvollsten und auch mehrfach wiederholt war aber die Tatsache, dass wir in gigantischer Menge Abgase in die Welt pumpen, die letzten Endes den Umbruch des Planets verursachen.

    Schade, dass Du ihn nicht gehört hast. War wirklich sehr gut.

    RMD

  3. rd (Mittwoch, der 20. Januar 2010)

    Hier findet man übrigens einen kritischen Artikel zum Club of Rome und seinem Generalsekretär:
    http://ecoglobe.ch/sustain/d/club8914.htm
    Mein Eindruck aus dem Vortrag war aber positiver. Ich glaube, dass das Zulassen von Wachstum anderer Qualität mehr dazu dient, auch Gehör zu finden. Die sicherlich richtige und radikale Forderung nach negativem Wachstum oder zumindest Null-Wachstum kann man leider nicht an den Mann oder die Frau bringen. Deshalb lieber in der Rhetorik noch qualitatives Wachstum zu lassen und mehr Gehör finden. So meine Interpretation.
    RMD

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