Roland Dürre
Freitag, der 14. Mai 2010

Technologie

Technologie und Unfall sind unzertrennliche Geschwister. Denn es gibt keine sicheren Technologien.

Das gilt für die Kutsche, das Fahrrad, das Schiff, die Eisenbahn, den Flieger, die Elektrizität genauso wie für die Kernkraft, die Gen-Technologie oder die Erdölförderung. Sogar „100 % sichere“ Technologien wie Seilbahnen verunfallen gelegentlich.

Sei es, dass ein Heizlüfter eine Standseilbahn in Brand setzt oder der Flügel eines Kampfjets die Seile einer Gondelbahn durchtrennt. Oft ist die Ursache menschliches Versagen, wie bei der ja auch absolut sicheren Magnetschienenbahn.

Wir versuchen, Technologien immer zuverlässiger zu machen. Und menschliches Versagen zu reduzieren. Dabei sind wir erfolgreich, auch wenn es gelegentlich Rückschläge gibt. Aber hundertprozentige Sicherheit ist nicht machbar.

Wir schaffen es, das Risiko zu senken. Die Technologie wird aber immer mächtiger. Und je mächtiger die Technologie, desto wesentlicher ihre Auswirkung und bei einem Unfall der mögliche Schadensumfang. Die größte Maschine der Welt ist übrigens der Teilchenbeschleuniger von CERN. Jetzt hoffe ich mal, dass da nichts passiert.

Es soll übrigens eine systembedingt sichere Technologie geben, die Kernfusion. Glaube ich nicht. Denn wenn das wahr wäre, dann wird die Kernfusion wahrscheinlich nie funktionieren.

Das Unfallrisiko und damit den Unfall nehmen wir in Kauf. Wir stellen eine Güterabwägung zwischen dem Nutzen der Technologie und dem Unfallrisiko an und kommen dabei zu einem positiven Ergebnis. Vielleicht würde die Güterabwägung anders ausfallen, wenn wir den Umweltverbrauch, kollaterale Schäden, systemische Nachteile und nicht zuletzt die Effekte auf unser eigenes psychisches und physisches Wohl in die Bewertung einbeziehen würden.

Eine ethische Güterabwägung auf einem sittlich verantwortetem Wertesystem wird gerne vermieden. Gerne wird ohne viel Nachzudenken auf einen vermeintlichen Sachzwang hingewiesen (Es geht nicht anders). Oder die Entscheidungen einfach als „alternativlos“ (die Steigerung des Sachzwanges) bezeichnet.

Es gibt auch noch den Krieg, den Vater aller Dinge und seinen kleinen Bruder, den Terror. Beide haben keinen Sinn, aber einen Zweck. Dieser Zweck ist die Zerstörung. Beide bedienen sich dazu der (Zerstörungs-)Technologie. Krieg und Terror zerstören jeden Traum von beherrschbarer Technologie.

Also, aufpassen, wohin wir gehen!

RMD

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