Roland Dürre
Donnerstag, der 5. März 2009

Theke-Antitheke-Syntheke

Hier die Verballhornung des Lustprinzips bei Philosophen des Frankfurter Dichters Robert Gernhardt, ein wunderschönes Gedicht (?), das Klaus-Jürgen Grün am Ende seines Artikels „Philosophen sind Zwangsneurotiker“ zitiert hat.

Beim ersten Glas sprach Husserl:
„Nach diesem Glas ist Schlusserl.“

Ihm antwortete Hegel:
„Zwei Glas sind hier die Regel.“

„Das kann nicht sein“, rief Wittgenstein,
„Bei mir geht noch ein drittes rein.“

Worauf Herr Kant befand,
„Ich seh erst ab viere Land.“

„Ach was“, sprach da Marcuse,
„trink ich nicht fünf, trinkst du se.“

„Trinkt zu“, sprach Schopenhauer,
„Sonst wird das sechste sauer.“

„Das nehm ich“, sagte Bloch,
„Das siebente möpselt noch.“

Am Tisch erscholl Gequietsche,
Still trank das achte Nietzsche.“

„Das neunte erst schmeckt lecker!“
„Du hast je Recht, Heidegger.“

Rief nach Glas zehn Adorno:
„Prost auch und nun von vorno!“

Robert Gernhardt † 30. Juni 2006 in Frankfurt am Main

2 Kommentare zu “Theke-Antitheke-Syntheke”

  1. Friedrich Lehn (Sonntag, der 8. März 2009)

    Liest man nur kurz in ihren Texten,
    merkt man dass sie Wodka exten … 🙂

    http://www.youtube.com/watch?v=E8Ilr_YtEjs

  2. IF-Blog » Blog Archiv » Philosophen sind Zwangsneurotiker (Mittwoch, der 13. Mai 2009)

    […] Theke-Antitheke-Syntheke […]

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