Roland Dürre
Freitag, der 28. März 2008

TRANSRAPID UND DIE KOSTEN

Jetzt bin ich seit 35 Jahren in der IT und kein Experte für Verkehrssysteme.

So kann ich nicht beurteilen, ob der Transrapid technologisch Zukunft hat oder nicht. Deshalb kann ich auch nicht sagen, das ich für oder gegen die Einführung des Transrapids bin.

Aber eins macht mich traurig: Die Entscheidung ist aus finanziellen Gründen gefallen. Die Kosten sind wohl von 2 auf über 3 Milliarden EURO gestiegen. Jetzt kann keiner von uns überhaupt nur ermessen, was eine Milliarde ist. Das ist schlichtweg das Geheimnis der großen Zahlen.

Heute morgen höre ich im Radio (Bayern 2), dass eine kleine Rentenerhöhung, die wohl auch aus populistischen Gründen gemacht wurde, uns 9 Milliarden kostet.

Und seit Wochen lese ich, dass Finanzinstitute (Bayern-LB, Sachsen-LB, West-LB oder auch die IKB) im großen “Casino Royal” der Welt ganz andere Summen in den Sand setzen und diese am Schluss auch noch sozialisieren.

Und dann denke ich mir – dass man so eine wichtige Entscheidung wie Transrapid JA oder NEIN nicht von einer Milliarde Kosten hin und her abhängig machen sollte!

Leider wurde das Thema von der Politik missbraucht. Nötig wäre gewesen, eine Entscheidung zu suchen, die auf objektivem Wissen aufbaut und die natürlich unter Unsicherheit erfolgt wäre und deswegen Mut erfordert hätte. Teil dieser Entscheidung wäre auch die Auswahl der richtigen Strecke gewesen.

Aber das ist ja alles vorbei. Eigentlich schade.

 

RMD

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2 Kommentare zu “TRANSRAPID UND DIE KOSTEN”

  1. Friedrich (Donnerstag, der 3. April 2008)

    Du sprichst mir aus dem Herzen:

    http://fhlconsult.blogspot.com/2008/04/nachruf.html

  2. JUS (Montag, der 7. April 2008)

    Dem kann ich mich so nicht anschliessen.

    Ungeachtet des verkehrspolitischen Sinns oder Unsinns dieser Mini-Transrapidstrecke ist dies eins von vielen Beispielen für das vollkomme Unvermögen unserer Oberen (Politiker) in Sachen Planung.

    Die TR Strecke München HBF-Flughafen sollte das Prestigeobjekt des geschassten Königs der CSU werden und wurde offensichtlich sehr wohlwollend unter Einflüsterungen der beteiligten Unternehmen vorab finanziell geprüft.

    Allein unter dem Gesichtspunkt der (fast) Verdoppelung der zu erwartenden Kosten (1,85 -> 3 Mrd), die sich im Laufe des Projektes erfahrungsgemäß nochmal um mindestens 50% erhöhen, ist es die völlig richtige Entscheidung, das Vorhaben zu entsorgen.
    Es ist mein Geld, was mit vollen Händen zum Fenster hinausgeworfen wird.

    Apropos, wie wäre es denn mit einem Beitrag über das Thema Lobbyismus?

    JUS

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