Roland Dürre
Sonntag, der 26. April 2009

Tschernobyl, Weltwirtschaftskrise und Schweinegrippe

800px-chernobylreactor_1Heute, am 26. April 2009, ist es 23 Jahre her, dass im Block 4 des Kernkraftwerks Tschornobyl eine Kernschmelze und Explosion stattfand, die die zweitgrößte nukleare Haverie weltweit (bisher) herbei führte. Hier ist etwas passiert, das ich als echte Katastrophe empfinde. Unsere Tochter Anna war gerade  einen Monat alt und das Unglück hat uns sehr betroffen gemacht. Das Bild stammt von Wikipedia.

Heute sind die Nachrichten voll von der neuen Bedrohung MSG (Mexikanische Schweinegrippe). Zumindest hat diese Meldung das ohne Not von unserer Regierung und manchem Politiker und Ämterkandidaten verkündete Horrorszenario „Wirtschaftskrise“ für Deutschland aus den Medien verdrängt.

In Mexiko und im Süden der USA grassiert derzeit eine von einem bislang unbekannten Virus verursachte Schweinegrippe. Nach Angaben der WHO starben in Mexiko bis zu 68 Menschen an der Seuche, zudem gibt es rund 1000 Verdachtsfälle.

Angeblich vermischt sich in dem neuen Erregerstamm sich genetisches Material von Schweinen, Vögeln und Menschen. Und der WHO-Sprecher Thomas Abraham sagt: „Wir sind sehr, sehr besorgt“. Die Organisation befürchtet den Beginn einer weltweiten Epidemie.

Und in der Schweiz sagt Patrick Mathys von der Sektion Früherkennung und Epidemiologie des BAG: „Inwiefern die saisonale Grippeimpfung gegen das Schweinegrippe-Virus wirke, könne noch nicht gesagt werden. Erkrankungen könnten aber mit Tamiflu behandelt werden. Für 25% der Schweizer Bevölkerung stehe dieses Medikament für den Ernstfall bereit“. Nur ob Tamiflu dann gegen MSG hilft, weiß auch kein Mensch.

Aber beide Ereignisse, Tschernobyl und Schweinegrippe relativieren die Weltwirtschaftskrise. Vielleicht ist die MSG ist wieder nur ein kurzer Schreck, so wie die Vogelgrippe. Zudem Schweine ja nicht so mobil sind wie Vögel.

Oder die MSG wird eine ernsthafte Bedrohung, dann wird das auch Folgen für die Wirtschaft haben. Aber dann haben wir zumindest andere Sorgen.

Und wenn die globale Mobilität und ein Teil des weltweiten Warenaustausches dann drastisch reduziert wird, kann das Leben im schönen Bayern immer noch lebenswert bleiben.

Siehe auch „what a wonderful world„.

RMD

2 Kommentare zu “Tschernobyl, Weltwirtschaftskrise und Schweinegrippe”

  1. Chris Wood (Montag, der 27. April 2009)

    Was war dann die größte nukleare Haverei? Meinst du http://de.wikipedia.org/wiki/Kerntechnische_Anlage_Majak? Obwohl da mehr Becquerel freigesetzt waren, die Auswirkungen waren wahrscheinlich weniger.

  2. rd (Montag, der 27. April 2009)

    Ja, das ist eine gute Frage. An welchen Kriterien misst man eine nukleare Katastrophe? Wie kann man die Schäden von Majak realistisch messen? Welche Rolle spielt dabei die Zeit? …

Kommentar verfassen

*