Roland Dürre
Sonntag, der 17. November 2013

Ungewissheit und Unvorhergesehenes

In Google+ bin ich in Mitglied in einigen communities, die sich mit Themen beschäftigen, die mich bewegen. Eine davon nennt sich Ungewissheit und Unvorhergesehenes. Mein Freund Peter Addor aus der Schweiz hat diese Gemeinschaft gegründet und pflegt sie auch fleißig.

Auf dem PM-Camp gestern und vorgestern in Zürich hat der Peter eine tolle Session zu diesem Thema angeregt und dabei einen schönen Entscheidungsbaum zu Risiken präsentiert. Und dabei zwischen den planbaren, sprich anzunehmenden Risiken – zu denen auch der „GAU“, der größte anzunehmende Unfall gehört – und zu den nicht planbaren ganz sauber unterschieden.

Ich habe dann für mich verstanden, dass die Einteilung von voraussehbaren und unvorhersehbaren (!) Risiken eigentlich nur von der Phantasie des oder der Beobachter abhängt. Und im Nachhinein dann jedes Risiko doch immer irgendwie vorausgesehen hätte werden können.

Und in letzter Konsequenz kommt mir der Gedanke, dass ich eigentlich gar keine Mühe darauf verschwenden sollte, groß für die Risiken, die mich beschädigen könnten, zu planen, sondern besser mich darauf konzentrieren sollte, für das Unabwägbare gut vorbereitet zu sein. Es wäre doch viel besser, wenn ich es schaffen würde, so flexibel zu sein, dass ich mit den vorhersehbaren Risiken genauso fertig werde wie mit denen, die aus der Ungewissheit resultieren.

Folgen doch die Risiken, die ich in meinen Konstrukten wahrnehme, nur der Angst, die ich ebenso in meinen Konstrukten aufbaue. Und stellen diese doch nur einen kleinen Teil der großen Risiko-Menge dar, mit der ich letztendlich fertig werden muss. So muss ich in Wirklichkeit viel mehr Risiken beherrschen als ich mir vorstellen kann. Warum soll ich mich dann vor den mir bekannten ängstigen und mir so das Leben schwer machen.

So komme ich immer mehr zur Bewertung, dass Planen und Schätzen mehr kostet, als es bringt. Ein gutes Werk braucht so viel, wie es halt mal braucht. Nicht mehr oder weniger. Und ich darf halt nur so viel machen, wie ich mir leisten kann.

Vielleicht bedeutet so eine freie Lebensführung nichts anderes als der Verzicht auf Planungs- und Schätzkonstrukte.

RMD

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