Roland Dürre
Sonntag, der 6. September 2009

Unternehmertagebuch #26 – Die eigene Gründung – Planung

Hier meine eigene Gründungserfahrung in vier Beiträgen: Motivation, Partnersuche, Planung und Start:

Wolken1Zu viert zu planen, das war alles andere als einfach. Wir arbeiteten am Geschäftszweck und am Businessplan. Wir diskutierten über die Werte des neuen Unternehmens.

Sollten wir vermehrt auf Freiberufler oder Festangestellte setzen. Nehmen wir von Anfang an ein kleines Büro? Brauchen wir eigene Assistentin?

Welche Kunden gehen wir an? Welche Themen beherrschen wir und welche werden in Zukunft gefragt sein? Wo holen wir die Umsätze her, wie diversifizieren wir? Müssen wir uns spezialisieren? Welche Stundensätze können wir als Newcomer erreichen, wie viele Stunden schaffen wir zu kontieren.

Es wurde viel „trocken geschwommen“ und „theoretisch“ diskutiert. Wir haben viel aufgeschrieben und gerechnet.

Wolken2Die Budgets und die kalkulierten Verluste oder Gewinne änderten sich laufend. Ich bin mir sicher, wenn es damals schon Powerpoint und Excel gegeben hätte, wäre ich wahnsinnig geworden.

Aber es gab auch ganz andere kritische Themen, weit weg vom geschäftlichen:

Wie sollte die Satzung aussehen? Wie viel Freiheitsgrade dürfen die Gesellschafter haben? Waren die Anteile frei verkaufbar? Gibt es besondere Stimmrechte oder Sperrminoritäten? Alles Themen, über die man endlos (und sinnlos) lange diskutieren kann.

Die Sitzungen wurden länger und die Ergebnisse magerer. Und die Zeit verstrich. Jeden Freitag Abend trafen wir uns und besprachen das weitere Vorgehen. Und die Sitzungen wurden immer länger. Manche Themen wurden sehr emotional behandelt. Es war keine gute Kommunikationserfahrung.

Wolken4Selten habe ich erlebt, wie scheinbar ähnlich denkende Menschen eine total unterschiedliche Risikobereitschaft haben. Wie das Mass an vertraglicher Absicherung oder das Bedürfnis nach Sicherheit wesentlich differenziert. Und wie viel Irrationales eruptiv frei werden kann.

Und so kam es wie es kommen musste. Nach gut einem halben Jahr intensiver Kommunikation und harter Gründungsarbeit ist das Projekt gescheitert. Zwei sind abgesprungen. Bei mir geblieben ist der Wolf. Es ist schön, wenn von dreien dann zumindest einer bleibt.

Die beiden anderen haben dann genau 15 Monate später auch zu zweit ein erfolgreiches Unternehmen gegründet. So war auch für die beiden zumindest die mühsame Vorbereitungsarbeit nicht wertlos.

Geschäftspläne und -rechnungen hatten wir im Überfluss. Jetzt wollten Wolf und ich es riskieren und in echt ausprobieren. Der Start der InterFace Connection GmbH war zum 1. April 1984 definitiv geplant.

RMD

P.S.
Die Bilder sind drei mal Wolken bei der Überquerung des Peleponnes auf der Höhe von Porto Ageranos in Nord-/Süd-Richtung.

Kommentar verfassen

*