Roland Dürre
Donnerstag, der 17. März 2011

Unternehmertagebuch #51 „Der Topmanager und die Menschen“

Freitag 18. März 2011 – wir sind der Zeit in Deutschland wieder voraus.

Der Donnerstag gestern ist ausgefallen. Heute ist unser erster Seetag – da gibt es nicht viel zu berichten. Vielleicht stelle ich morgen das Schiff vor.

Heute schreibe ich aber mal wieder an meinem Unternehmertagebuch.

Der Top Manager

Er sieht gut aus und verfügt über eine angenehme Stimme. Immer dezent gebräunt mit präziser Frisur. Müdigkeit kennt er nicht. Smart und aktiv tritt er auf. Er verfügt über Charisma, ist dialektisch bestens geschult und in jeder Debatte ein mächtiger Teilnehmer. Seine Souveränität beeindruckt jederzeit.

Er ist ein Mann von Welt. Er kennt alle wichtigen Plätze des Planeten und ihre Eigenheiten. Fühlt sich überall zu Hause und beherrscht die lokalen Sitten und Bräuche. Reisen und Jetlag machen ihm nichts aus.

Natürlich spricht er fließend Englisch und beherrscht noch ein paar weitere Sprachen. Er weiß, wie seine eigene und andere Branchen funktionieren, aber auch wie die Politik tickt. Er weiß, was man tut und was nicht.

Seinen MBA hat er mit Glanz gemacht. Zahlen durchschaut er sofort, seine Werkzeuge beherrscht er perfekt. Er kann alles richtig bewerten und hat für jedes Ereignis eine überzeugende Erklärung. Die Techniken des Geschäftslebens beherrscht er genauso perfekt wie den Smart Talk.

Die Menschen

Im Geschäft wie im Leben hängt alles von Menschen ab. Von ganz normalen und deshalb auch nicht perfekten Menschen. Von Menschen, die ihre persönlichen und privaten Ziele, Erwartungen, Interessen und Bedürfnisse haben. Die auch ihren Stolz haben und nicht immer so ganz rational ticken.

Menschen die in Ruhe ihre Arbeit machen wollen und auch ganz gut wissen, wo es lang geht. Menschen, die im Team zusammen arbeiten wollen und ihre Leistung adäquat gewürdigt wissen wollen.

Der Top Manager und die Menschen

Ein Top Manager wird nur zur Führungskraft, wenn er weiss, dass es nicht nur eine (seine) Wahrheit gibt. Dass Menschen zumindest in der heutigen Zeit nicht „funktional“ geführt werden können, weil dann das System Unternehmen nicht funktionieren wird. Er muss lernen, den Menschen zu zu hören, sie zu verstehen  und mit ihren Bedürfnissen umzugehen.

Wenn er das schafft, kann sich ein Unternehmen nachhaltig entwickeln.

Wenn nicht wird der Top Manager weiter strahlen und Anerkennung im Kreise Seinesgleichen finden. De facto wird er einsamer bleiben als die Menschen, die unter ihm leiden.

RMD

P.S.
Alle Artikel meines Unternehmertagebuches findet man in der Drehscheibe!

Be Sociable, Share!

2 Kommentare zu “Unternehmertagebuch #51 „Der Topmanager und die Menschen“”

  1. Chris Wood (Samstag, der 19. März 2011)

    I don’t understand the point of this. Bill Gates and Steve Jobs don’t seem to fit your idea of a top manager. Are they rare exceptions, or is you version a non-existent ideal?

  2. rd (Montag, der 21. März 2011)

    Artikel wurde – wie meine Artikel meistens – aus aktuellem Anlass geschrieben. Wen man halt so trifft.

Kommentar verfassen

*