Roland Dürre
Donnerstag, der 22. Dezember 2011

Unternehmertagebuch #59 – Persönliches Setup

🙂 Komische Dinge wird man heute gefragt!

1. Frage: Wer bist Du? Was tust Du?

Roland M. Dürre. Gründer der „InterFace Connection GmbH“ heute „InterFace AG“. Begonnen mit SW-Entwicklung Anfang 1970, IT-Pionier der 3 Generation.

Websites: Privat duerre. de Blog und IF-Blog.de. Unternehmen – www.InterFace-AG.de.

Motto: lesen&denken – reden&bloggen – unternehmen&tun

2. Frage: Welcher grundlegenden Selbstorganisations-Lehre folgst Du?

Die ehrliche Antwort ist: Ich weiß es nicht. Aber ich habe ein paar Prinzipien:

Das Wichtige zuerst tun. Dringend gibt es nicht. Dinge weg arbeiten, so wie sie kommen. Menschenverstand. Vernunft. Zeit für Menschen. Emphatie als Führungsqualität. Intensives Beobachten der Umwelt. Keine Information-Bewertung-Entscheidung Ideologie!

3. Frage: Wie sieht Dein Selbstorganisations-Setup aus?

🙂 Hi – habe ich so etwas? Aber noch ein Versuch zu antworten, wie ich mit den Dingen umgehe.

Meine Werkzeuge:
Vor allem Todo-Listen. Sowohl mit Papier und Bleistift und/oder auf dem Rechner (mit Synchronisation Papier/Rechner). Würde Terminkalender am liebsten nach wie vor auf Papier führen, führe ihn nur für die Organisation elektronisch und öffentlich. Tue mir mit Aufgaben-Tools schwer, das war schon so mit dem guten alten „Löhn“ auf Papier.

Wichtig sind mir schnelle Laptops mit smarter Oberfläche. Für die Radtour ist es ein Airbook, weil klein und leicht. Im Büro MacBook (18 Zoll), im Bett MacBook 13 Zoll mit beleuchteter Tastatur. Schleppe Laptops nur im Notfall und auf Reisen mit mir herum, aber nicht zwischen Standorten. Möglichst kein MS – lieber Apple (zurzeit) und Linux. Sollen schnell sein, aber nicht für Spreadsheets sondern fürs Netz. Vermeide Word und Open Office und ähnliches, klappt immer besser. Kein Powerpoint oder ähnliches. Wenn ich Folien brauche, dann macht sie mir unser Johannes – der Spezialist für Kommunikation und Design.

Zugriff ins Netz nur im Notfall übers Smartphone (Android). Sonst mit dem Smartphone nur Twitter, FB und ein wenig E-Mails.

Google ist für Kollaboration völlig ausreichend (habe keine großen Sicherheitsbedenken, was zumindest meine Daten angeht). Kindle ersetzt immer mehr Papier-Bücher (fun&fachlich).

Kritische Daten und Gedanken stecke ich ins Netz (oder ab und zu in eine E-Mail an mich selber). Keine Synchronisierung zwischen den Laptops. Aber auf jedem eine einheitliche Organisationsumgebung zu Daten sowie Browser-Tabs.

Und immer möglichst viel wegschmeißen und löschen, damit der Kopf frei bleibt … Gespräche führe ich gerne mit Papierblock, damit ich meine Gedanken durch Aufmalen visualisieren kann.

Liste Themen/Verbündete

Ich habe viele Themen, die ich voranbringen möchte. Böse Zungen sagen „zu viele“. Um das trotzdem hinzukriegen suche ich Verbündete, die diese Themen mehr oder weniger gemeinsam mit mir vorantreiben. In einer Liste Themen/Verbündete behalte ich die Übersicht, die Steuerung und ein wenig „Kontrolle“ (regelmäßige Termine, Ergebnisse, Fortschritt …)

Meine Büros:

Real Office – Unterhaching, InterFace AG, Leipziger Str. 16, II. Stock rechts, 2. Zimmer links.
City Office Munich – (Café) Atlas – hinter Gasteig.
Home Office – am liebsten im Bett oder auf dem Sofa (Riemerling, Waldparkstr. 67c).
Mobile Office – Züge aller Art.

Disruptive Ereignisse:
Versuche mich vor Unterbrechungen zu schützen (Selbstschutz). Nicht zu viel parallel machen, sondern eins nach dem anderen erledigen. Jeder darf mich mobil oder am Festnetz anrufen – aber bitte nur, wenn es wichtig ist. Dialoge im Thread z.B. in Facebook sind mir lieber als lange E-Mail-Dialoge.

Verschwendung/Effizienz:
Reduzieren von Verschwendung, Aufwände reduzieren, ob materiell, ideell oder emotional. Versuche meine Kraft zielgerichtet einzusetzen, die Belastung von Menschen zu reduzieren und Ressourcen jeder Art zu schonen. Zeit ist wesentlich. Reisen, nur wenn sinnvoll, sprich zwingend notwendig. Kein Autofahren da ultimative Zeitverschwendung.

Kommunikation:
Wenig Meetings. Besprechungen nur kurz, am besten im Stehen. Wenig telefonieren. Ab und zu bei besonderem Anlass ein Video-Gespräch (Skype), aber nur dann, wenn ich den (die) Gesprächspartner schon gut kenne.

Konflikte:
Konflikte sind wenn möglich zu vermeiden. Einen Konflikt annehmen ist Ultima Ratio. Ein erfolgreicher Ausgang sollte wahrscheinlich sein. Lieber miteinander als gegeneinander.

Führung:
Angst freien Raum schaffen. Freiheit mit akzeptierten und verstandenen Regeln fördern. Freude und Spaß maximieren. „Kluge Führung“ – der Gegner ist das zu lösende Problem, nicht der Kollege im Team. Gemeinsamer Erkenntnisgewinn im dialektischen Prozess. Absolute Transparenz und Klarheit – keine Geheimnisse.

Wissen:
Wissen teilen ist besser als „es für sich zu behalten“. Kooperation und Kollaboration. Mehrdimensional denken. Keine Grenzen akzeptieren. Menschenverstand geht vor Zahlen.

Pragmatik:
Einerseits: „Zuhören“ ist besser als Reden. Andererseits ist „Reden“ wichtig, da die Ideen und Gedanken in Stories verpackt werden müssen. Keine Dogmen. Ungewissheit als Normalzustand akzeptieren.

Ziele:
Kritische Offenheit für alles Neue. Relevantes entdecken. Mehrdimensional denken. Sittlich verantwortete Güterabwägung. Entscheidungen fällend mit dem Wissen, das sie immer unter Unsicherheit gefällt werden müssen. „Sowohl als auch“ anstelle von „Entweder oder“. Freiheit vor Sicherheit. Keine Begrenzen des Denken.

🙂 Meine Beantwortung der drei Fragen ist natürlich stark von der Tagesform abhängig.

RMD

P.S.
Großen Dank an Marcus, der mich im Rahmen von openpm auf die Idee eines eigenen Setups gebracht hat. Habe beim Erstellen desselbigen viel gelernt!

P.S.1
Alle Artikel meines Unternehmertagebuchs findet man in der Drehscheibe!

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