Müll1Ich will meinen Job immer gut machen. Auch als Manager oder Unternehmer. Deswegen habe ich mir neben dem USP auch Dinge wie den „elevator pitch“ angeschaut (und sogar ernst genommen und versucht, solche Dinge auch für die InterFace zu entwickeln).

Der „elevator pitch“ wird auch „elevator speech“ genannt und gehört auch heute noch zum Überlebenstraining bei der Ausbildung zum Jungunternehmer.

Er soll übrigens der AIDA-Formel (Attention-Interest-Desire-Action) folgen. Über die AIDA-Formel werde ich aber garantiert nicht schreiben, vielleicht erkennt man hieran schon meine Skepsis bei diesen Dingen.

Müll2Auf deutsch heißt der „elevator pitch“ „Aufzugspräsentation“. Innerhalb der Zeit einer Fahrstuhlfahrt, also in weniger als 30 Sekunden, soll man die typische „Aufzugsfrage“ (Was macht Ihr Unternehmen eigentlich?) so beantworten können, dass der Zuhörer beeindruckt Mission, Produkt und Geschäftsmodell kennen lernt und am besten in seiner Kaufentscheidung ab dann positiv beeinflusst ist.

Ich mache es mir einfacher und entwerfe mögliche „elevator pitches“ (ganz ohne AIDA, dafür superkurz) für meine USP-Beispiele:

Was macht CocaCola?
Antwort 1: „CocaCola, verstehen Sie, COKE!“
Antwort 2: „Haben sie keine blödere Fragen?“

Was macht Red Adair?
Antwort 1: „Wir löschen Feuer, die sonst keiner löschen kann!“
Antwort 2: “ We are fucking hell fighters“
Ich sehe dann Red Adair in seinem roten Fire Fighter Anzug richtig vor mir.

Was macht Siemens?
Antwort 1: „Alles was mit Strom zu tun hat!“
Antwort 2: „Deutsche Ingenieurskunst, deutsche Gründlichkeit, deutsche Organisation!“
Diese Antworten waren vor vielleicht 20 Jahren gültig.
Vor ein paar Monaten hätte ich „twitter-mäßig“ ein paar Hashtags vorgeschlagen:
Antwort 3: #Medizintechnik #Kraftwerke #Automatisierung #Nummer1 #Global Player
Und vor vier Wochen hätte ich geantwortet:
Antwort 4: „Desertec“ – Strom für alle aus der Wüste.
So schnell ändern sich heute die Dinge.

Aber was macht(e) das mittelständische Unternehmen meines Freundes?
Antwort: „In engster Abstimmung mit renommierten Kunden stellen wir blitzschnell hochspezialisierte Metallteile in Kleinserien für deren Protoypen her!“
Man sieht, es wird schon schwieriger.

Was macht „InterFace“?
Uff – jetzt wird es richtig schwierig.
Antwort 1: „IT-Dienstleistung und Beratung – ohne zu vergessen, dass es immer auch vor allem um Menschen geht“ und dann noch Hashtags dazu wie:
Antwort 2: #Storage #Virtualisierung #Projekt Management #ITIL # SCRUM #JAVA #UND_VIELES_MEHR

🙂 Vielleicht gibt es bald als Übungsaufgabe im Gründerseminar die Twitter-Mission. Das Unternehmen in 140 Zeichen!

Müll4Ja, der gute alte „elevator pitch“ – dann noch mal modernisiert!

Und auch hier gilt:

Bitte, nehmt ihn nicht zu ernst. Vielleicht ist das mal eine nette Übung für Zwischendurch um Erkenntnis über das eigene Geschäft zu gewinnen, aber auf keinen Fall enttäuscht sein, wenn nichts vernünftiges dabei herauskommt.

Das Geschäft hängt garantiert nicht von einem gelungenen „elevator pitch“ ab.

RMD

Zurzeit heißt mein „elevator pitch“:
BARFUSS, ESSEN, GENIESSEN, MEER, RADFAHREN, SONNE, WEIN

Und den vielen Müll: Habe ich und noch viel mehr auf der gestrigen Radtour gefunden. Ist auch ein Teil dieses ansonsten wunderschönen Landes.

Honi soit qui mal y pense!

1 Kommentar zu “Unternehmertagebuch #7 – „Elevator Pitch “ oder „Alles Müll“”

  1. ee (Donnerstag, der 27. August 2009)

    Coca Cola müsste man sein! Auch ich scheitere seit 8 Jahren am „elevator pitch“!
    Vielleicht sind heutige Geschäftsmodelle nicht mehr so einfach wie früher???

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