Die Antwort ist ganz einfach:

Für mich!

Statusberichte sind nicht beliebt. Der Ersteller mag sie nicht schreiben und die Empfänger haben auch nicht immer die ganz große Lust, sie zu lesen. Über Sinn und Zweck von Reporting wird gern diskutiert, so auch im Beitrag Arbeit am System von Dr. Marcus Raitner in seinem Blog Projektcoaching.

Ich meine, dass es immer gut ist, wenn der Kreis der Kundigen in den Projekten möglichst groß ist. Und vieles muss man halt schriftlich machen. So muss wohl auch schriftlich berichtet werden.

Was mich nicht so antörnt, sind Management-Ampeln. Das Projekt steht auf GRÜN, ORANGE oder ROT. Was hilft mir das?

Bei GRÜN werde ich sofort skeptisch. Da vermute ich, dass da jemand sein Projekt nicht kennt. Denn so richtig grüne Projekte gibt es eigentlich nie.

Bei ORANGE habe ich Angst, dass da jemand heftige Sorgen hat und sich nicht traut, um Hilfe zu rufen.

ROT lässt mich meistens gelassen. Da besteht zumindest die Hoffnung, dass der Berichtende über Realitätsnähe verfügt. Und mutig scheint er auch noch zu sein.

Reporting sollte realitätsnahe, objektive und kritische Statusberichte liefern.

Und jetzt kommt die Frage:

Wer hat denn den größten Nutzen von einem sauberen „Reporting“?

Natürlich hat der Ersteller in der Regel den größten Nutzen von seinem Statusbericht/Report. Denn er für einen guten Bericht muss er bereit sein, sich ein objektives Bild der Situation zu machen und seine eigenen Selbstverständlichkeiten zu hinterfragen.

Sozusagen muss er die aktuelle Situation des „Projektes“ kritisch „reviewen“. Dies ist notwendig als Basis für einen guten Report. Und er muss die gewonnenen Erkenntnisse verbalisieren. Auch das sorgt für weiteres Verstehen. So gewinnt der Ersteller den meisten Erkenntnisgewinn zum Status seines Projekts und kann daraus viel für das weitere Vorgehen lernen.

So mache ich regelmäßig private Reports – nur für mich selbst. Das hilft mir auf der Suche nach Klarheit. Meinen Report gebe ich nicht weiter. Ich nutze aber Auszüge meiner schriftlich niedergelegten Gedanken und gebe so die gewonnenen Erkenntnisse gerne weiter. Und freue mich über ihre Rückmeldungen meiner Kollegen und Partner und gemeinsam legen wir das weitere Vorgehen fest.

Wenn ich den Eindruck habe, dass mich meine eigenen Erkenntnisse überfordern, dann bitte ich einen meiner Freunde, mir als Mentor oder Coach zu helfen. Und dank seiner Erfahrung, seines Wissen und seiner Spiegelung meiner Gedanken komme ich dann zu Lösungen, die mir zumindest den Mut geben, mit den Probleme fertig zu werden.

Also bedenke – Du „reportest“ an Dich selber. Mogeln bringt nichts, denn Du belügst Dich dann nur.

RMD

P.S.
Alle Artikel meines Unternehmertagebuchs findet man in der Drehscheibe!

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2 Kommentare zu “Unternehmertagebuch #70 – Reporting – für wen berichte ich denn eigentlich?”

  1. Nadja (Montag, der 13. Februar 2012)

    das mit den Farben sehe ich oft auch so. bei uns gibt es eine Regel: wenn du Probleme reportest, musst du für jedes davon einen Plan haben. dort sollte auch deutlich zu sehen sein, ob der Projekt Sponsor dir helfen darf / soll – brauchst du Genehmigung für Ressourcen o.ä.?

    das mit den privaten Reports finde ich spannend. ich habe zwar privat kanban board, aber ohne points und so. könnte es also noch pimpen, danke für die Idee!

  2. rd (Montag, der 13. Februar 2012)

    Hallo Nadja, den Teil meiner Statusberichte, der mir Erkenntnis bringt, veröffentliche ich dann gerne umgewandelt in IF-Blog. So ist das Unternehmertagebuch entstanden.

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