Und von gut & schlecht und richtig & falsch …

Managen heißt Handeln. Und als Lebenserfahrung wie auch in vielen teuren Seminaren und intensiven Gesprächen mit meinen Mentoren habe ich gelernt:

Ein guter Manager sollte ein wenig öfter als andere erkennen, was gut und was schlecht ist. Und er sollte mehr richtige denn falsche Entscheidungen treffen. Wenn ihm das gelingt, ist das schon ganz schön viel und man kann ihm hohen Respekt entgegenbringen.

Weiter habe ich gelernt, dass die „Geistes-Haltung“ bei allem menschlichen Handeln von entscheidender Bedeutung ist. Geistes-Haltung besteht aus zwei Worten – Geist und Haltung. Wenn man verantwortlich handeln will, dann sollte man dem „richtigen“ Geist folgen. Haltung fordert dann das Rückgrat ein, das benötigt wird, um auch in den Handlungen die Geisteshaltung zu bewahren.

All das ist nichts Neues. Auch dass alle Entscheidungen und die ihnen folgenden Handlungen zwangsläufig sowohl einen konstruktiven wie einen destruktiven Anteil haben. Ich verzichte hier auf Beispiele, weil der Alltag voll davon ist.

Trivial ist auch, dass Entscheidungen und Handlungen immer konstruktive und destruktive Anteile haben. Bei einer „richtigen“ Entscheidung und „guten“ Handlung sollte der konstruktive den destruktiven übertreffen.

Für Aussagen und Botschaften gilt dasselbe. Die Arbeit eines Managers besteht im wesentlichen aus „Kommunizieren“. Kommuniziert werden Aussagen, die auch immer konstruktives und destruktives enthalten. Eine „richtige“ oder „gute“ Aussage wird so neben dem hoffentlich vorhandenen starken konstruktiven Gedanken zwangsläufig auch einen destruktiven Part beinhalten. Den man – oft ganz leicht schon durch „logische Negation“ – findet.

Jetzt gibt es aber Zeitgenossen, die – und leider steckt das ein wenig in uns allen drin – die konstruktive Botschaft gerne kassieren, sich dann aber voller Begeisterung auf den destruktiven Anteil stürzen. Sie entziehen dem Sender das Vertrauen, dass der konstruktive Teil der wesentliche Teil seiner Botschaft ist.

Das bringt (nicht nur) mich gelegentlich zum Verzweifeln. Ich will etwas positives aussagen. Bei der Mehrheit kommt das auch so an. Aber von einigen Zuhörern wird der „negative“ Anteil heraus gelöst und schlimmstenfalls als eine Art „Verschwörungstheorie“ weitergegeben. Und wenn ich Pech habe, fällt diese bei dem einen oder anderen auf fruchtbaren Boden und macht manches kaputt.

Deshalb meine ich, dass Teil einer guten Unternehmenskultur auch ist, nicht nur in seinen Handlungen das Konstruktive zu betonen, sondern auch beim Empfangen und Bewerten vor allem mal den konstruktive Teil zu sehen. Und diesen nicht durch Überhöhung der dekonstruktiven Anteile runter zu machen.

Am meisten ärgere ich mich im übrigen über eloquent vorgetragene und gut klingende Botschaften, die eine NULL-Aussage enthalten, also bei genauer Analyse NICHTS enthalten. Die Sender von NULL-Botschaften nutzen den Vorteil, dass wenn es keine Inhalte gibt es natürlich auch keine konstruktiven und destruktiven Inhalte geben kann. Dann gibt es niemanden, der deren Botschaft durch Überbetonung des Negativen herunter ziehen kann. Ich könnte mir vorstellen, dass solche Menschen sogar besonders beliebt und erfolgreich sind.

🙂 Auch hier verzichte ich auf Beispiele zu Personen mit NULL-Aussagen.

RMD

P.S.
Alle Artikel meines Unternehmertagebuchs findet man in der Drehscheibe!

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2 Kommentare zu “Unternehmertagebuch #94 – Geisteshaltung, Vertrauen, Konstruktives & Destruktives”

  1. Erich Feldmeier (Donnerstag, der 27. März 2014)

    Eloquente Null-Aussagen sind doch vollkommen logisch erklärbar -seit Gorgias und Alkibiades:
    http://ed.iiQii.de/gallery/Die-iiQii-Philosophie/PlatonWikipedia
    http://ed.iiQii.de/gallery/KeyPerformance/Alkibiades_physiologus_de

    Es handelt sich also um ein echtes nicht wegdiskutierbares Dilemma:
    Es gibt KEINE Entscheidung, die aus logischen „Gründen“ erfolgt, was natürlich nicht heißt, daß die Entscheidungen selbst ‚unlogisch‘ sind.

    Vor allem auch bei Brigitte Hamann ‚Hitlers Wien‘ sind die Personen Dr. Karl Lueger, Hermann Wolff und AH selbst und deren massenwirksames Reden so gut charakterisiert, daß man gar nicht umhin kann, sich mit dieser Wirkmächtigkeit auseinanderzusetzen.
    vgl. http://ed.iiQii.de/gallery/KeyPerformance/KarlLueger_wikipedia_org

    Also tut man in aller Regel gut daran den emotionalen Eloquenz- und Charisma-Anteil in der Kommunikation massiv überzubetonen um massenwirksam erfolgreich zu sein. Dies ist reine Mainstream-Statistik und betrifft natürlich unterschiedliche Gruppen von Menschen unterschiedlich stark.

  2. rd (Donnerstag, der 27. März 2014)

    Danke – Erich!

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