Roland Dürre
Donnerstag, der 14. August 2014

Unternehmertagebuch #99 – Goldene Regel für Unternehmer

🙂 Vielleicht habe ich ja jetzt, wo mein „Unternehmer-Leben“ ausklingt das ultimative Erfolgs-Konzept für Unternehmer gefunden?

Wenn es tatsächlich so etwas geben soll, dann kann es nur dieses sein – alle relevanten Entscheidungen, die man trifft oder Maßnahmen, die man plant, müssen konsequent wie folgt hinterfragt werden:

1 Was nutzt es dem Geschäft?
2 Was haben die Mitarbeitern davon?
3 Was bringt es den Kunden?
4 Welche Schäden richtet die Maßnahmen an?

Die konstruktiven Fragen 1 bis 3 sind von zentraler Wichtigkeit für alles, was wir „unternehmen“. Denn Unternehmer unternehmen.

Die vierte Frage dient als als „Gegenprobe“, die man zur Sicherheit noch mal machen sollte. Um auch die destruktive Seite aller Maßnahmen zu überprüfen.

Die Frage 1 beantwortet sich fast automatisch positiv, wenn 2 und 3 konstruktive Ergebnisse liefern. Nichtsdestotrotz ist sie sehr wichtig. betont sie doch die wesentliche Voraussetzung, die erst ein funktionierendes Unternehmen möglich macht.

Wenn 1 bis 3 eine reiche Ernte liefern und die Antwort auf 4 negativ ist, hat man in der Regel wieder eine Bedingung geschaffen, die hinreichend für den nächsten Erfolgsschritt ist.

Wenn nicht, dann sollte man die Maßnahme ganz schnell abblasen und sich überlegen, wie man auf einen solchen Irrweg kommen konnte.

Es gibt weitere Kriterien, denen man Misstrauen sollte.

  • Die Entscheidung ist alternativlos.
  • Man macht das so!
  • Die Konkurrenz macht das genauso.
  • Wir müssen das machen, um die Kosten zu senken.

Wenn solche Sätze im Unternehmen fallen, ist sofort hohes Misstrauen angesagt. Sie sind ein Anzeichen von Hilflosigkeit und mangelnder Kreativität.

„Die Entscheidung ist alternativlos.“

Alternativlosigkeit ist das Ende von Unternehmertum. Wer in diesem Zustand kommt, sollte ganz schnell von seiner Aufgabe zurücktreten.

„Man macht das so!“

Soll heißen: Wir müssen das so machen, weil alle das so machen. Bei genauem Hinsehen jedoch machen das gar nicht alle so, sondern es gibt zahlreiche Ausnahmen, die „es eben genau so nicht machen“ und die überraschender Weise dann im Schnitt erfolgreicher sind.

Als Beispiel bringe ich die den Drang und Hang zu Zertifizierenden. Es gibt kein Gesetz, dass man alle Unternehmensprozesse nach ISO zertifizieren lassen muss. Und es gibt viele Unternehmen, die sehr erfolgreich sind, obwohl nicht zertifiziert. Trotzdem folgen viele dem Glaubensthema „Zertifizierung“. Und wenn sie die ISO 9001 geschafft haben (meistens es sich ermogelt haben), dann muss die nächste Stufe eingeführt werden.

Solche Glaubenssätze erinnern mich fatal an das allgemeine Problem mit Moral. Es gibt plötzliche eine „höhere Regel“, die befolgt werden muss. „Moralische“ Argumente stellen bei unternehmerisch relevanten Entscheidungen eine Falle dar, in die man nur zu leicht hinein tappt. Sie haben als handlungsleitende Motivation nichts verloren und gefährden das Unternehmen in besonderer Art und Weise.

„Die Konkurrenz macht das genauso.“

Die Konkurrenz macht einen sinnlosen Werbefeldzug, behandelt ihre Mitarbeiter schlecht, führt SAP ein, expandiert nach Australien, macht Verluste …
Gibt es einen Grund für Ihr Unternehmen, dass Gleiche zu machen? Natürlich ist das Quatsch! Denn das Wort „Konkurrenz“ beinhaltet nicht schon irgendwie den Begriff der „Differenzierung!. Also:
Wir sind anders als unsere Konkurrenz!“.
Und hoffentlich besser.

„Wir müssen das machen, um Kosten zu senken.“

Aufwändigen Maßnahmen, die ausschließlich oder vor allem Kosten senken sollen, ist immer zu misstrauen. Besonders wenn sie teuer sind und starke Eingriffe erfordern. Oft werden die Kosten zur Zielerreichung unterschätzt. Große Projekte – auch zur Kostensenkung – kosten in der Regel ein mehrfaches wie geplant. Die Amortisation wird so in der Regel nicht gelingen. Und die „Kollateralschäden“ von solchen Eingriffen werden und können ja zusätzlich auch immer nur eingeschränkt abgeschätzt werden. So verursachen solche Projekte meistens weitere Folge-Projekte, für die selbiges gilt. Zu leicht beginnt dann ein verhängnisvoller Kreislauf …

Trick:

Einen Trick möchte ich in diesem Kontext empfehlen:
Liebe Unternehmer, macht mal ein „negatives Gedankenexperiment“. Nehmt den Standpunkt ein, dass Ihr Euer Unternehmen bewusst zerstören wollt! Da kommen dann oft interessante Gedanken an den Tag. Bei einem kreativen Dienstleister zum Beispiel, dass man einfach nur die falschen Leute einstellen muss. Schon wird das Unternehmen langsam aber sicher „den Bach runtergehen“.

🙁 Und dann vergleicht mal das Ergebnis Eures Gedankenspiels und Euer Handeln!

RMD

P.S.
Alle Artikel meines Unternehmertagebuchs findet man in der Drehscheibe!

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