Roland Dürre
Donnerstag, der 26. Februar 2009

Urlaubstagebuch #27 – ein Donnerstag

Von Amalfi nach Neapel

Heute morgen aufgewacht haben wir unsere Fensterläden geöffnet. Die Dame an der Rezeption hatte einen exzellenten „sea view“ versprochen und das Versprechen wurde mehr als gehalten. Ein wunderbarer Blick auf Hafen, Küste und Meer. Dazu eine strahlende Sonne, kein Wind mehr, ein Traummorgen für Radler. Nach dem Frühstück ging es ganz hurtig in die Pedale (das „in“ passt, weil die Pedale „Klickis“ haben). Zuerst sind wir noch 6 km weiter auf unserer „Traumstraße“ gefahren, es war noch schöner als am Vortag. Dann aber der scharfe Ruck nach links. Kurz vor Maiori ging es den Berg hoch. Über Tramonti nach Corbara, das Ziel war Pompei auf der anderen Seite des Berges.

Der Pass hatte eine Höhe von 650 Metern, also 100 Meter höher als München liegt. Für Pkws gab es die Pflicht zur Mitnahme von Schneeketten (wir hatten als Radler keine dabei), das Streusalz lag am Pass höher als in Ottobrunn (obwohl weit und breit kein Schnee zu sehen war). Der Lohn unserer Mühen bergauf war eine wunderschöne Abfahrt ins Tal, auf dem Weg nach Pompei haben wir uns dann ein wenig verirrt. Um 14:00 war trotzdem Ankunft in Pompei. Wir haben 2 Stunden auf den alten Wegen in Pompei verbracht und dabei viel nachgedacht, wie man dort wohl vor knapp 2000 Jahren so gelebt hat. Ein Zuckerlecken war es bestimmt nicht, ich glaube, dass es da ganz schön hart zu ging. Besonders wenn man auch noch das Pech hatte, als Sklave dort leben zu müssen, hatte man wohl nichts zu lachen. Allein die Riesensteine, mit denen die Wege gepflastert waren.

Um 16:00 war es Zeit, Abschied von Pompei zu nehmen. Wir wollten wieder rechtzeitig in unserem Zimmer (mittlerweile telefonisch reserviert) im Bella Capri sein. Und so etwas wie die Heimfahrt von Pompei nach Neapel und dann durch Neapel hin zum Hafen, wo das „Bella Capri“ ist, habe ich noch nie erlebt. Autos pur, ein Chaos auf den Strassen wie in Indien und fast durchgehend (gut 20 km) gepflegtes Kopfsteinpflaster. Es war so schlimm, dass es schon wieder schön war. Kurz vor 19:00 die Ankunft im „Bella Capri“, die Räder in den Aufzug in den 6. Stock und ab zum Abendessen – wieder ein Traum. Für die Statistiker: dieser letzte Tag waren so um die 70 km, allerdings mit einigen Höhenmetern und viel Kopfsteinpflaster.

Morgen geht es dann mit dem Zug von Neapel nach Rom und dann am Abend (19:00) per Schlafwagen nach München zurück (Ankunft um 6:30). Wieder ging eine wunderschöne Reise zu Ende. Die Woche war ein wenig kurz, gerade in Schwung gekommen mussten wir aufhören. Aber wie sagt das Sprichwort: Man soll aufhören, wenn es am schönsten ist. So machen wir das. Ich kann nur empfehlen, es uns gleich zu tun! Denn wie sagt Seneca: Nicht weil die Dinge schwierig sind, wagen wir es nicht, sondern sie sind schwierig, weil wir es nicht wagen. Und ein Radausflug von Roma nach Napoli und ein wenig um Napoli herum, ist wirklich gar nichts schwieriges – kann ich absolut bestätigen.

Damit schließe ich das letzte Kapitel meines zweiten Urlaubtagebuches und freue mich auf meinen nächsten Ausflug!

RMD

P.S.
Ich werde noch einen Nachtrag mit Bildern liefern und ein paar Bilder in die vorhandenen Artikel integrieren.

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