Roland Dürre
Montag, der 24. August 2009

UTB #51 – Die Süddeutsche zum Wochenende

Jetzt schreibe ich doch mal wieder einen kleinen Beitrag in mein Urlaubstagebuch:

ZeitungFrüher war mir die Tageszeitung im Urlaub immer ganz wichtig, war sie doch der einzige Zugang zur Welt. Das hat sich geändert, die wirklich wichtigen Dinge (wie z.B. dass Haching gegen Osnabrück gewonnen oder Bayern in Mainz verloren hat, erfahre ich zeitnah aus dem Internet.

Dieses Wochenende habe ich mir aber trotzdem in Gythio den Luxus einer SZ geleistet. Mir sind aber nur zwei Nachrichten haften geblieben:

Dass
„im 1. Halbjahr 2009 die Steuereinnahmen drastisch zurück gegangen sind und Bund und Länder mit 30 Milliarden EURO das höchste Etatdefizit seit Jahren verbucht haben“

und

dass
„Bundeskanzlerin Merkel im Politbarometer so stark vor Steinmeier liegt wie nie zuvor und unser Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttemberg nur noch an zweiter Stelle in der Beliebtheit hinter Angela Merkel ist“.

MerkelWir ruinieren unsere Finanzen und geben vor, dass dies aufgrund der Bankenkrise unvermeidbar ist. Wir rechtfertigen die Umweltprämie („Neue Autos für die Umwelt“), die genauso fälschlicherweise Abwrackprämie (früher wurden mit Abwrackprämien Überkapazitäten korrigiert) genannt wird.

Aber die verantwortliche Regierungschefin wird immer beliebter.

So wächst meine Sympathie für Herrn Glos. Fast glaube ich, dass er aufgrund der desolaten Situation zurück getreten ist. Und das finde ich gut.

So bleibt nur noch die Hoffnung, dass der Volkswirtschaftler Recht hat, der mir vor kurzem bei einem Vortrag gesagt hat, dass ein Staat wie Deutschland per Definition nicht Pleite gehen kann.

Jetzt kaufe ich mir so schnell keine Zeitung mehr.

RMD

P.S.
🙂 Der jungen Dame, die mir die Zeitung im Bild gehalten hat, habe ich den Kopf abgeschnitten. Ich möchte ihre zukünftige Karriere nicht gefährden, weil sie mal als Modell für einen subversiven Blog gearbeitet hat.

Immerhin stand in der selben Süddeutschen, dass schon 28 % der Firmen bei der Auswahl ihrer Mitarbeiter gezielt im Netz nach Informationen über ihre Job-Anwärter suchen würden. Bei einem Viertel der Firmen kommt es vor, dass ein Bewerber deshalb gar nicht zum Vorstellungsgespräch eingeladen wird.

Dann denke ich mir: Wo sollen die Firmen denn sonst suchen, als im Netz, wenn sie einen Menschen ein wenig besser kennen lernen wollen.

Wenn aber ein Bewerber gar nicht im Netz zu finden sei (das gilt wohl für ein Viertel), wäre das laut SZ auch nicht gut. Dazu kann ich nur sagen: Dass es so etwas noch gibt, Menschen ohne Spuren im Netz. Erstaunlich.

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