Roland Dürre
Mittwoch, der 7. April 2010

UTB #58 – nochmal Ajaccio

Jetzt sind wir wieder da, wo uns die Schmalspurbahn CFC (Chemin der Fer de la Corse, mittlerweile Bestandteil der SNCF), zu Beginn unserer Reise ausgespuckt hat, nämlich in AJACCIO.

Und sitzen vor dem gemütlichen Hotel Dauphin und schauen dem regen Treiben am Hafen zu.

Da in meinem Urlaubstagebuch ein wenig Unordnung gekommen ist, hier zuerst mal die Chronologie der Reise und dann ein kurzer Bericht von heute:

  • Karsamstag: Ankunft in Livorno, der Zug ist verspätet, so haben wir die Fähre verpasst. Abends dann keine Weiterfahrt, sondern Übernachtung in Bastia.
  • Ostersonntag: Wegen angesagtem Regen mit dem Zug nach Ajaccio gefahren. Von dort mit dem Fahrrad (im Regen) nach Porto Pollo (60 km, mehr als 1000 Höhemeter). Dort übernachtet
  • Am Ostermontag von Porto Pollo nach Bonifacio (80 km, Höhenmeter so gegen 2.000). Traumhaft, Sonne, ein wunderschöner Abend am Ort.
  • Dienstag, 6. April: Von Bonifacio über Porto-Vecchio, Zonso nach Propriano. Vor allem der Anstieg nach L’Ospedale hat es in sich gehabt. Insgesamt 100 km, mehr als 2.000 Höhenmeter.
  • Heute: Von Popriane über Filitosa ((site préhistorique) wieder zurück nach Ajaccio (Sonnenschein, wie im Sommer, 70 km, weit über 100 Höhenmeter, höchster Anstieg 630 Meter über NN.)
  • Morgen: Falls es nicht regnet, die Westküste nach Norden über Sagone nach Porto (81 km, Höhenmeter ??).
  • Und dann Übermorgen (Freitag) ist das Ziel Calvi.
  • Am Samstag möglichst nahe ran an Bastia, damit wir die Fähre am Sonntag Mittag nach Livorno erwischen.

In Wikipedia findet man übrigens bei Korsika eine wunderbare Karte, auf der man all diese Orte finden kann.

Was gibt es vom heutigen Tag zu berichten?

Filitosa muss man gesehen haben. 10.000 Jahre Geschichte der Menschheit werden hautnah präsentiert

Dazu läuft esoterische Musik über Dutzende (Hunderte ?) Freiluftlautsprecher von Bose. Klingt echt gut. Das soll aber nicht negativ klingen. In dieser traumhaften Welt machen sogar die außer sphärischen Klänge irgendwie einen Sinn.

Die schönen Strassen!

Ansonsten gibt es in Korsika zwei Klassen von Straßen. Die einen sind chronisch überfüllt und grauenhaft. Die anderen leer. Heute hatten wir das Glück, zu 90 % die erste Klasse erwischt zu haben. Es war großartig.

Der einzige Schönheitsfehler war heute, dass auf unserer Route von Filitosa hoch in die Berge und dann wieder runter in Richtung Flughafen von Ajaccio nur 2 einsame Ortschaften lagen, Pila Canale und Cognocoli. Vor dem Aufstieg unten am Fluss Taravo warben noch Schilder für Einkaufsmöglichkeiten bzw. Restaurants in diesen beiden Orten.

Der Durst ist groß!

Nach langem Aufstieg nach Pila Canale (Höhe ca. 590 m) waren dort das Restaurant (saisonal) und das Geschäft (lange Mittagspause) geschlossen. Auch die Zwischenabfahrt nach Cognocoli (Höhe ca. 530 m) brachte keine Einkaufsmöglichkeiten, Restaurants mit schönsten Aussichtsterrassen waren noch zu.

Umso größer dann die Freude, wie wir den 830 Meter hohen Pass erreichten und es dann in wirklich schneller Abfahrt hinunter nach Ajaccio ging.

Am Abend haben wir für die Übernachtung das Hotel Dauphin gefunden. Es liegt genau gegenüber dem Hafen. Inklusive Frühstück kostet das Hotel für zwei Menschen in einem Zimmer und Bett 74 Euro, der Platz für die Fahrräder in der Hotelgarage ist gratis.

Zum Abschluss des Tages haben wir dann noch ein leckeres Touristikmenü im Freien genossen und den großen Fähren beim Aufbruch in die Ferne zugeschaut. Mich beeindruckt es immer wieder, wenn so ein großes Schiff den Hafen verlässt.

RMD

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