Roland Dürre
Freitag, der 9. April 2010

UTB #60 – Calvi

Gestern Abend hatte ich so richtig Internet-Ärger. In meinem Hotel in Porto gab es das versprochene WLAN nicht (es war noch nicht installiert). Natürlich hatte ich besten Empfang von drei durch Kennwort geschützter WLAN-Netzwerke anderer Hotels. Und kam natürlich nirgends rein.

Die „Fall-Back-Lösung“, mein UMTS-Stick, war so etwas von unerträglich langsam, dass ich resignierte und weder meine E-Mails beantwortete noch meinem Hobby frönnen konnte.

Also, noch mal der Appell: Öffnet Eure WLANs!

Heute ist alles wieder besser.

Ich bin im Belvedere in Calvi (gleich unter der Zitadelle, sehr empfehlenswert). Da mein Zimmer direkt über dem Frühstücksraum liegt, der freies WLAN hat, bin ich bestens versorgt. Und hole die Dinge von gestern nach.

Und heute war wieder ein Traumtag. Sonne ohne Ende – obwohl Wolken vorhergesagt waren. Zuerst 60 km schönste Straßen fast ohne Verkehr. Und von einem schönen Ausblick zum nächsten. Mit ganz vielen Stopps zum Innehalten und Genießen der Natur.

Dann – so ab dem Fangotal nach Überquerung des gleichnamigen Flusses – wurde es härter. Die kleine Straße überraschte uns mit einem teuflischen Fahrbelag. Und wir standen plötzlich in einem enormen Gegenwind. Und hatten noch zwei kleinere Pässe und einige Anstiege entlang der Küste vor uns.

Da wurde das in die Pedale treten doch ein wenig zäh. Aber die unverminderte Schönheit der Landschaft glich alles aus. 10 km vor Calvi wurde der Belag besser, es ging fast nur noch nach unten, herrlich.

Dann haben wir gleich das schöne „Hotel Belvedere“ gefunden (Übernachtung 66 EURO für zwei, plus 14 für die beiden „petit dejeuner“). Ein kurzer Spaziergang durch das „mondäne“ Calvi und ein Bier am Hafen.

Durch Zufall fanden wir auch noch einen Schalter der „Corsica ferries“ und konnten das Rückwärtsticket für Sonntag um 13:30 von Bastia nach Livorno kaufen. Das entspannt die Heimfahrt am Sonntag zur Fähre noch mal ein wenig mehr.

Erstaunlicherweise war das Ticket diesmal deutlich billiger als die in Italien gelöste Hinfahrt. Großes Geheimnis des öffentlichen Verkehrs.

Nach einem spitzenmäßigem Abendessen im „U Calellu“ (sehr empfehlenswert, unbedingt besuchen) ging wieder ein wunderbarer Tag zu Ende.

Komisch, dass wir die ganze Tour genau 4 Ferienradfahrer (ein Pärchen und zwei Einzelfahrer getroffen haben).

Nach bis heute gut 500 gefahrenen Kilometern kann ich nur sagen, dass es keine schönere Art gibt, Urlaub zu machen.

Also Mut nehmen: Denn

„Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer.“

RMD
(Translated by EG)

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