Roland Dürre
Sonntag, der 6. Juni 2010

UTB #70: Von Borghetto nach Trento (München)

Aus der Tour Orvieto – Bozen ist  Orvieto – Trento geworden.

Um Punkt 8:00 sitzen wir beim „kleinen“ italienischen Frühstück im Monte Balde zu Bhorgetto. Wieder mal lecker, ganz zarter Schinken, wunderbare Marmelade. Nix „piccolo“.

Wir beeilen uns, weil wir früh weg wollen. Die Abfahrt am Brenner lockt.

Zuerst geht es in Richtung Ala. Dort zweigen wir von der Landstraße auf den Etschtal-Radweg. Und überqueren die Etsch. Traumhaft, wie als Kind am Hochablaß (das Wehr in Augsburg).

Von Ala nach Trento kann man den Etsch-Radwanderweg nur empfehlen. Man kann richtig Tempo machen. Unmengen, immer wieder ganze Rudel von Radfahrern begegnen uns. Meistens sind es Italiener im schicken Radl-Dress mit richtig schnell ausschauenden Rennrädern.

Wir machen eine kleine Pause zum Essen der Restkirschen. Eine zweite Pause bei einem Biker-Treffpunkt gönnen wir uns auch noch. Dann geht es aber mit vollem Dampf ab in Richtung Trento. Um 12:30 kommen wir an, der Zug hoch zum Brenner soll um 12:58 abfahren.

Fahrkarten kaufen ist wie immer schwierig. Der Fahrkartenautomat spuckt als Rückgeld nur Gutscheine aus(! – wäre vielleicht ein Verbesserungsvorschlag für die Bahn AG 😉 ). Beide Automaten für die Fahrrad-Tickets sind (natürlich) außer Betrieb.

Macht aber alles nichts. Wir verzichten auf die Fahrradtickets und heften an Stelle dieser die Gutscheine ans Rad. Kann der Schaffner gerne haben. Interessiert dann aber eh keinen. Dafür sitzen wir im Zug ganz vorne bei den Fahrrädern und können auf die Strecke schauen.

Dann sind wir am „Brennero“. Der Zug nach Trento kommt (natürlich mit einer Verspätung von 5 Minuten). Das Fahrradabteil ist übervoll. Mit List und Tücke kriegen wir unsere Räder noch in den Zug, die restlichen müssen draußen bleiben. Tun uns leid.

Wie auch weitere Radfahrer, die dann in an weiteren Stationen zusteigen wollen. Ein autoritäres „Basta“ unser Schaffnerin genügt. Aber – Menschen sind egoistisch – wir sind froh, dass wir drin sind.

Oben angekommen haben wir die Wahl – einen Zug der ÖBB nach Innsbruck? Oder das Fahrad? Wir nehmen das Fahrrad – und bereuen es nicht. 40 schnelle Kilometer, aber nicht zum Ausruhen sind die Belohnung.

Eine Klasse-Abfahrt. Wir unterqueren die Europa-Brücke. In den 60igern bin ich unter ihr schon mal im Rahmen eines Familien-Urlaubs durchgefahren. Da war sie noch im Bau – und hat mich sehr beeindruckt.

15 Minuten vor Abfahrt des Zuges über Mittenwald, Garmisch, Weilheim usw. nach München sind wir am Hauptbahnhof Innsbruck. Wir können gerade noch die Fahrkarten, zwei Döner und eine Ration Bier erwerben. Der Zug fährt pünktlich ab. Wir sind glücklich.

Nach weniger als 45 Minuten haben wir dann die ersten 20 Minuten Verspätung. Sieht nach einer deutsch-italienischen Zug-Verbrüderung aus.

Aber was soll es, uns kann das alles nicht ärgern. Ich mache den Artikel fertig und genieße dann die verlängerte Zugfahrt.

Aus dem Zug! Bis morgen!

RMD

P.S.
Mittlerweile bin ich wieder in Riemerling – ganz nahe bei München – in meinem Zuhause, mache die letzten (?) raus und wünsche eine gute Nacht.

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