Roland Dürre
Dienstag, der 22. März 2011

UTB Südsee #14 Wieder mal Seetag

Dienstag, 22. März 2011 /2 (der zweite Dienstag)

Der zweite Dienstag in Folge! Wir sind der Zeit in Europa jetzt wieder hinterher. Pünktlich um 10 kam die „Print on Demand“-Ausgabe der SZ von morgen in unsere Kabine, die vom Mittwoch, dem 23. März.

Die Überschrift auf der ersten Seite war:

„Risse in der Koalition gegen Ghaddafi“


Da denke ich mir:

Sicher ist das mit dem Angriff auf Libyen (oder wie man sagt dem Diktator des Landes), eine ethisch sehr schwer zu bewertende Entscheidung. Aber unter dem Strich bleibt halt, dass amerikanische, britische und französische Soldaten mit überlegenen Waffen gegen Menschen in Libyen kämpfen. Und das ist Schwachsinn und wird letztendlich auch nichts bringen. Die Probleme im Maghreb sind doch ein wenig komplizierter – totale Armut bei vielen Menschen, eine total lebensunfähige Volkswirtschaft, kontraproduktiver Reichtum, religiöser Wahn und  Stämme im nationalen Rausch.

"Blick vom Balkon"

Bei uns auf dem Schiff ist auch einiges los. Es schaukelt ganz schön. Wir haben Windstärke sieben und das Schiff tanzt durch den Pazifik.

Es geht ganz schön rauf und runter, dann stößt das Schiff wieder zur Seite. Der Kapitän hat zwei Nachrichten, die Schlechte ist: Das Wetter wird nicht besser. Aber es gibt auch eine gute: Das Wetter wird nicht schlechter.

Heute Vormittag haben wir von Frau Dr. Brigitte Fugger einen wertvollen Vortrag über Wale, besonders Buckelwale gehört.

War auch ein wenig frustrierend, denn die Menschen tun ja alles, um das Meer zu zerstören: Verunreinigung durch Unmengen von Abfällen aller Art (Plastik, Radioaktivität, Öl, Dreck), Akustik-Systeme, die todbringenden Lärm verursachen, Raubbau an Fisch und Plünderung der Ressourcen. So stirbt das Meer und mit ihm auch die Wale.

Das macht betroffen. Allerdings ist es trotz allem sehr schön. Wir genießen, die Wellen, die Wolken, den warmen Sturzregen zwischen durch.

Und freuen uns auf Hawaii – dort werden wir viele Wale und Tümmler sehen – und auch Vulkane. Apropos Vulkan – ich muss in den nächsten Vortrag „Die Vulkane Hawaiis“

RMD

P.S.
Auch der Vortrag über die Vulkane war große Klasse. Und heute Nachmittag gehe ich noch zum Vortrag über die vier Reisen von James Cook.
🙂 Heute ist mein Tag der Bildung.

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4 Kommentare zu “UTB Südsee #14 Wieder mal Seetag”

  1. Chris Wood (Mittwoch, der 23. März 2011)

    Roland, regarding the actions against Ghaddafi, you again make things too simple. There must be some clever young people in Libya, who have picked up enough knowledge of the industrialised nations. Large numbers were not prepared to continue under Ghaddafi’s crazy dictatorship. There is a chance, that his forces can be weakened enough to get rid of him and his sons and cronies. You may be right that no good will come of the intervention, but you certainly don’t know enough to be sure of this.

  2. fhl (Mittwoch, der 23. März 2011)

    Lieber Roland, das klingt schon etwas zynisch:
    sich an Bord eines 18 Tausend PS Kreuzfahrtschiffs über böse Menschen auszulassen, die „das Meer zerstören“. Den „todbringenden Lärm“ etwa beschreibt die National Geographic ganz treffend, z. B.: http://www.nationalgeographic.de/faszination-erde/wildlife/wohltat-fuer-die-wale

    Heute aber leiden die Tiere unter zunehmendem, vom Menschen verursachten Lärm. „Für ­viele von ihnen ist es schon so laut, als würden sie in Städten leben“.

    Schlimmer noch ist, dass sie sich gegenseitig nicht mehr hören können und deshalb Paarung und Orientierung nicht mehr funktionieren.

    Von Fahrrädern kommt der Lärm bestimmt nicht.

    Nichts für ungut, Friedrich

  3. rd (Donnerstag, der 24. März 2011)

    Lieber Chris, ich vereinfache die Dinge gerne. Glaube, dass Vereinfachung vieles einfacher macht. Komplizierte, intellektuelle Argumentationsvielfalt bringt meistens auch nicht mehr Erkenntnisse, ist aber beliebig aufwändiger. Also: Keep ist simple, stupid!

  4. rd (Donnerstag, der 24. März 2011)

    Lieber Friedrich, ich habe nicht den Lärm der Schiffe gemeint. So sind die Acipods der MS EUROPA relativ leise.

    Den schlimmsten Lärm verursachen die Militärs dieser Welt , die auf diversen Frequezen versuchen, feindliche U-Boote zu entlarven. Aber auch Forschungsprojekte, die „friedlichen“ Zwecken dienen, erzeugen beliebig Lärm im Meer. Nach meinen Informationen ist der schlimmer als der der Schifffahrt.

    Aber natürlich hast Du recht …

    Habe ja geschrieben: Entscheidung für diesen Urlaub erfolgte auch aus Trotz …

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