Roland Dürre
Dienstag, der 30. November 2010

Verpixeltes Land … (III)

Nach meinen umstrittenen Artikeln Verflixtes, verpixeltes Land und Internet-Analphabeten versuche ich noch eine einfache Erklärung für das Verpixeln von Häusern in Googles Streetview durch ihre deutsche Besitzer anzubieten. Hier ist sie:

Bei uns regiert halt ganz konsequent das Motto

Geiz ist geil!

Und so geizen wir auch mit dem Blick auf unsere Häusern und gestatten sicherheitshalber niemandem das kostenlose Anschauen. Könnte ja sein, dass einer etwas weg guckt. Und Fremden im Internet wollen wir halt erst recht keinen Blick auf unser Heim gönnen. Wir sind halt ein Ausgrenzungsland und kein Einwanderungsland.

Geiz ist geil ist wirklich ein blödes (deutsches?) Motto. Dürfte auch der Grund sein, dass sogar die Lebensmittel in Bayern oftmals verglichen mit dem Essen in Österreich oder Schweiz von minderer Qualität sind.

Also:
🙂 Weniger geizen und mehr genießen. Und weniger für sich behalten und mehr teilen. Dann haben letztendlich alle mehr. Ob Bilder, Wissen, Schneider TAP 6 oder Côtes du Rhône (doppelter Insider)!

RMD

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3 Kommentare zu “Verpixeltes Land … (III)”

  1. Chris Wood (Dienstag, der 30. November 2010)

    Of course miserly is not sexy. But enjoying more (e.g. wine or fish) is not the best way to limit the plundering of the Earth’s resources. You surprise me Roland.

  2. hans-peter kuhn (Donnerstag, der 2. Dezember 2010)

    Die Verpixelung von Häusern in Zusammenhang mit dem Verhältnis zu Ausländern zu setzen wäre ein guter Witz, wenn Roland es nicht, wie immer, ernst meinen würde. Das ist eher traurig…

    Was den Angriff auf den Geiz betrifft steht das in krassem Gegensatz zu einigen recht pfennigfuchserischen Artikeln von rd und anderen.

    Warum lobt ihr nicht mal die Leute, die sich weigern jeglichen Technologieblödsinn mitzumachen.

    Nehmt mirs nicht scrum…

  3. rd (Donnerstag, der 2. Dezember 2010)

    Lieber Hans-Peter,
    die Diskussion mit Dir macht mir durchaus Freude. Wie immer gibt es halt auch Missverständnisse, die ich versuchen will aufzuklären.

    1.) Kein Mensch auf der Welt weiß, was ich ernst nehme und was ich nicht ernst nehme. Oft weiß ich es selbst nicht. Auf erstes bin ich stolz, zweites überrascht mich ab und zu selber.

    2.) Ich liebe und lobe Menschen, die sich weigern, Technologieblödsinn mitzumachen. So liebe und lobe ich mich selbst, weil ich mich weigere, den größten Technologieblödsinn mitzumachen, den es gibt:
    Die Nutzung von Autos. Die Schäden durch Autos an Menschen, Ressourcen und vielem mehr sind unvergleichlich (Menschenopfer, Betonierung von Welt durch Parkplätze und Straßen, Produktion von Kohlendioxid), gesundheitliche Schäden durch mangelnde Bewegung, psychische Schäden durch Überlastung des vegetativen Systems wegen massiver Konzentration ohne Bewegung und der sozialen Einsamkeit, Verlust an Zeit …).
    Dem steht kein Nutzen gegenüber, man merkt das sofort, wenn man beginnt, das Auto nicht mehr zu nutzen).
    Aber auch im kleinen bin ich absolut gegen den elektrischen Rasierer und die elektrische Kaffeemühle. Beides geht mit Hand besser und macht viel mehr Spaß. Und dass mobile und Festnetztelefon mehr stören als nutzen sehe ich vielleicht genauso wie Du.

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