Roland Dürre
Sonntag, der 16. Juni 2019

Von Moskau nach Peking mit der Bahn! #3 Die Guides.

Ein Reisebericht der anderen Art (3).

Ich habe ja schon berichtet, dass die Fahrt mit dem Zarengold-Express von Moskau nach Peking unsere erste Bildungsreise war. Eigentlich auch unser erster „organisierter Urlaub“.

Wir wussten nicht, was uns erwarten würde. So waren wir richtig neugierig, als wir uns am Samstag Abend des 2. Juni 2019 zum Treffpunkt unserer Reise in unserem Hotel in Moskau zum Abendessen einfanden.

Am Tage funkeln sie in der Sonne genauso schön wie in der Nacht!

Den Nachmittag nach unserer Anreise hatten wir privat für einen ausgedehnten Spaziergang durch Moskau genutzt. Dabei hatten es uns die in der Sonne glitzernden Straßen der Fußgängerzone besonders angetan.

Am Abend sollten wir sie beleuchtet wiedersehen und lernen, dass diese für Fußball-WM in 2018 so besonders dekoriert wurden. Und weil es so schön war, hat man die Dekoration nach der WM einfach gelassen.

Aber vorher stand das Treffen mit unserer Reisegruppe an. Im unseren Hotel hatten sich mehrere Gruppen der Zarengold-Reisenden eingefunden. Wir waren ja als BLAU eingeteilt und fanden uns mit zirka 20 Menschen dort zusammen. In unserem Raum auch die Gruppe GELB (ähnlich groß) dabei. Ein paar Gruppen waren in anderen Speiseräumen desselben Hotels, weitere in einem anderen Hotel. Waren es doch insgesamt fast 200 Fahrgäste im Zarengold-Express.

Das Essen hat gepasst – und dann kam unser Führer Valeri und stellte sich vor. Er sprach ein wunderbares Deutsch und erklärte uns, dass er uns die ganze Tour bis an die chinesische Grenze begleiten würde. Und versprach uns, dass das ganze Team deutsche Organisations-Kompetenz mit russischer Improvisations-Kunst verbinden würde, um uns ein wunderbares Reiseerlebnis zu ermöglichen.

Er sei unser Ansprechpartner für alle Sorgen und Fragen und immer für uns da. Auch der Gesamtreiseleiter stellte sich vor – und alles machte einen guten Eindruck.

Nach dem Abendessen ging es auch gleich los mit dem Programm. Es hieß „Moskau bei Nacht“ – und Valeri führte uns gemeinsam mit einer lokalen Führerin durch die einzigartige Moskauer Unterwelt (damit ist jetzt die U-Bahn gemeint) und brachte uns dann über die Glitzerstraßen, die wir bei Tag ja schon in der Sonne bejubelt hatten, wieder zur Übernachtung in unser Hotel.

Die erste Führung in Moskau. Der rote Platz ist dran. Valeri mit blauer Fahne zeigt den Eingang.

So war das dann in  allen russischen Städten, die wir besuchten. Neben Valeri immer noch ein lokaler Führer  dabei.

So sahen wir auch am Sonntag Morgen in Moskau unsere Führerin vom Abend davor wieder. Diesmal ging es mit dem Bus los zu einer großen Runde durch und rund um Moskau. Mit zwei blauen Fahnen wurden wir geführt. Da blieb dann die ganze Fahrt über so – immer liefen wir durch russische Städte, eine Fahne hinter und eine vor uns. Und nie war es uns langweilig.

Am Nachmittag nach dem Mittagessen hatten wir ein wenig Zeit für uns. Am Samstag Nachmittag ging es dann los. Ein Bus brachte unsere blaue Gruppe über ein paar kleinen Zwischen-Stopps zu einem der Moskauer Bahnhöfe, wo der Zug schon auf uns wartete. Wie uns auch das Hauptgepäck in unseren Abteilen schon erwartete, da es direkt vom Flughafen in die Abteile gebracht wurde.

Dann fuhr der Zug los – und wir gingen in den Speisewagen. Beim Speisen rauschten die schier endlosen grünen russischen Wälder mit ihren vielen Birken am Fenster vorbei. Und ein russisches Bier gab es auch.

Insgesamt hatten wir auf der Fahrt dann durch die Weiten Russlands und in der Mongolei geschätzt um die zehn lokale „Guides“.

Die waren sämtlich weiblich und hatten einen akademischen Hintergrund. Die meisten davon waren inhaltlich wie vom Vortrag ausgezeichnet und konnten die meisten Fragen kompetent beantworten. Nur wenige fielen ein wenig ab. So konnte nur eine Führerin kaum Deutsch, dies wurde aber von Valeri als Übersetzer ausgezeichnet kompensiert.

All diese Menschen habe ich sehr bewundert. Sie haben uns in den besuchten Städten auf langen Spaziergängen mit überzeugender Begeisterung und großem Stolz ihre Heimatstadt präsentiert haben. Das kenn ich aus Deutschland so gar nicht. So habe ich mich im Stillen ermahnt, in Zukunft und auch von meinem Zuhause mehr begeistert zu sein. Und weniger an den Zuständen in und um München herum zu nörgeln.

Auch kritische Anmerkungen zur Entwicklung in Russland waren immer wieder zu hören. Da konnte ich die Guides insofern beruhigen, dass auch bei uns die Freiheitsrechte aktuell kräftig beschnitten werden würden. Und dies auch uns beunruhigen sollte.

Besonders Valeri habe ich auf dieser Reise sehr viel zu verdanken. Im nächsten Artikel werde ich darüber berichten.

RMD

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