Roland Dürre
Freitag, der 18. Dezember 2009

Von Ottobrunn nach Unterhaching #12 „Ein Wintermärchen“

Zuerst waren sie weiß vom Salz, die Straßen in Ottobrunn und der Radweg nach Unterhaching. Dann waren sie weiß vom Schnee, jetzt sind sie wieder trocken und weiß vom Salz. Das viele Salz mag gut gemeint sein, der Radler freut sich aber nicht. Er muss mit dem alten, schon ein wenig rostigen Fahrrad fahren, denn Salz ist für Fahrräder sehr schädlich. Auf seiner Fahrt kommt der Radler vorbei an den weißen Villen mit den großen Fenstern und an weißen SUVs, alles verziert mit noch ein wenig weißem Schnee.

Gerade bei SUVs (Sport Utility Vehicle) und größeren Limousinen fällt es auf, dass sie oft wie aus der Schale gepellt dastehen. Kein Frost, kein Schnee wie bei vielen Autos am Straßenrand. Wenn man nah herangeht, kann man ab und zu auch ein dezentes Geräusch hören. Es ist die Standheizung. Die ist sicherheitshalber schon mal eingeschaltet, denn der Fahrer möchte aus dem warmen Haus mit seinen vielen beheizten Zimmer natürlich in ein warmes Auto steigen. Mit diesem warmen Auto fährt sein warmes Büro (wenn er nicht zum Flughafen muss, wo ein gut beheizter und enteister Flieger auf ihn wartet).

Wenn er erfolgreich ist, hat er ein schön großes und warmes Einzelbüro. Wenn er auch noch sportlich ist, fährt er abends in die Tiefgarage seines Fitness-Büros und kommt dann spät in der Nacht in seine weiße gut beheizte Villa zurück.

Andere Menschen müssen die Scheiben ihres Auto erst vom Eis befreien. Die starten erst mal den Motor und lassen ihn schon mal warmlaufen. Dann beginnen sie mit dem Freikratzen. Galt in unserer Jugend als nicht richtig, einmal wegen den Abgasen und des Verbrauchs, aber auch weil damals empfohlen wurde, die Motoren unter Last warm werden zu lassen. Spielt technologisch wahrscheinlich keine Rolle mehr, aber stinken tun die Autos in der klaren und kalten Winterluft beim Warmlaufen immer noch ganz besonders.

Da freut sich der Radler, dass er all diese Problem nicht hat, dafür aber eine warme Mütze unter dem Helm und warme Handschuhe!

RMD

1 Kommentar zu “Von Ottobrunn nach Unterhaching #12 „Ein Wintermärchen“”

  1. Chris Wood (Samstag, der 19. Dezember 2009)

    But the cyclist is liable to fall off. In my impetuous youth (age 50 to 65), I fell off several times on snow and ice (also once entering a garage with wet floor). I never hurt myself much, but still I am now more careful.

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