Auf dem Wege von Unterhaching nach Ottobrunn besuche ich im Winter regelmäßig das Phönix (Hallenschwimmbad in Ottobrunn). Da hört man oft interessante Gespräche, die so von einer Umkleidekabine zur anderen auch über mehrere Kabinen hinweg geführt werden.

Die Frauen reden da oft über typische Frauenthemen. Die aber sind entweder nicht interessant oder es gehört sich nicht, darüber zu schreiben. Die Männergespräche haben es aber auch in sich.

Da geht es ums „Business“, um Technik oder selbstredend um die geliebten Autos. Ab und zu auch über Frauen. Aber da schweige ich dann wieder.

So habe ich diese Woche ganz unfreiwillig vom Ausfall des Außendienstlers in NRW erfahren, vom Ärger mit dem Chef und dass die Chinesen eh machen würden, was sie wollen. Weitere pikante Ereignisse aus einem IT-Unternehmen wurden mir auch mitgeteilt. Informiert wurde ich auch über die nicht nur vertraglichen Probleme mit drei SIM-Karten für zwei Handies und einen Laptop.

Dass man endlich mal die Winterreifen aufziehen (natürlich lassen!) müsse, weiß ich jetzt auch. Und dass sich einer am liebsten schon jetzt ein neues Auto mit Vierrad-Antrieb für den Winter „geholt hätte“. Dass das aber nicht möglich wäre, weil erst im Modell des Frühjahres die Fernbedienung zur Standheizung dann endlich eine Reichweite von mehr als 20 Meter hätte, war mir doch neu. Und deshalb müsse er halt noch mit dem alten Auto ohne Vierradantrieb durch den Winter kommen und würde sich im Frühjahr dann das neue holen – mit Vierradantrieb und großer Reichweite der Fernbedienung für die Standheizung!

Und ich denke mir dann: Was für eine Welt. Und bin fast wieder ein wenig frustriert, was die wirklich wichtigen Dinge im Leben sind.

Das ist alles unfreiwillig mitgehört und wahrhaftig wieder gegeben. Gestern war auch mal eine richtig lustige Geschichte dabei. Ein junger Mann, wohl noch Student, berichtete der Kabine drei weiter von seinen Schwierigkeiten, morgens aufzustehen. Und dass er dann zum Frühschwimmen immer schon daheim die Badehose anziehe, um im Schwimmbad die Umkleidezeit zu sparen. Einmal hätte er so aber seine Boxershort vergessen. Und dann den ganzen Tag Probleme ohne seine  Boxershort gehabt. Und, wie phantasiereich er diese Probleme gelöst hätte.

War richtig spannend. Nur – warum er immer Boxershort und nicht Unterhose gesagt hat, ist mir nicht klar geworden. Übrigens, in den Zügen höre ich beim unfreiwilligen Belauschen mancher Mobiltelefonierer noch viel Erstaunlicheres.

RMD

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2 Kommentare zu “Von Ottobrunn nach Unterhaching #17 „Gespräche in der Kabine“ oder „Die Boxershort“”

  1. kuhn hans-peter (Samstag, der 6. November 2010)

    Ich kann hier einen Erklärungsversuch anbieten:

    Für Leute, die Unterhose sagen, ist Sex wohl eher wie Bockwurst für den Berliner oder Leberkäs für den Bayern. Boxershort sagen eher Leute mit Geschmack für Champagner und Austern.

  2. Chris Wood (Sonntag, der 7. November 2010)

    I prefer Leberkäs und Bockwurst to oysters! Roland, I hope you will report some of the more interesting things you have overheard.

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