Roland Dürre
Sonntag, der 10. Mai 2009

Von Ottobrunn nach Unterhaching #7 – Die Farbe Deines Autos

Die Straßenränder werden weiß

Wenn der Radfahrer von Ottobrunn nach Unterhaching unterwegs ist, beeindruckt ihn der weiße Glanz an den Straßenrändern. Nicht von den blühenden Bäumen, das ist fast schon wieder vorbei. Auch nicht vom Streusalz, das hat der Frühlingsregen weggespült.

Nein, da wo früher die schwarzen Autos standen, stehen jetzt immer mehr weiße Lustmobile. Wenn ich dann so ein schönes weißes SUV sehe, kann ich mir gar nicht mehr vorstellen, wie hässlich das in Schwarz ausgesehen haben muss. Grauenhaft.

bild0215Mein Leben lang habe ich immer nur rote Autos gefahren. Unseren ersten VW-Bus (Ex-Bundesbahn, grau) habe ich selbst rot lackiert (mit weißem Dach!). Unsere Ente (2CV) und der R4 waren Rot. Die Passats waren rot und die BMWs sowieso. Auch der Polo nach meiner BMW-Ära war rot. Es gab nur 2 Ausnahmen.

Einmal brauchte ich nach einem Totalschaden ganz schnell einen Ersatz-BMW, da habe ich der kurzen Lieferzeit geschuldet metallic-silbern akzeptiert (aber nicht lange). Und später war der ganz frische A2 auch silbern, einfach weil es ihn am Anfang nicht in Rot gab. Und unsere BMW Isetta ist auch rot (mit ein wenig weiß dabei).

Rot habe ich aus verschiedenen Gründen gewählt. Zum ersten wollte ich zumindest beim Auto Profil zeigen: Roland rast rot. Dann hatte ich vor eine Studie gelesen, dass Autos mit auffälligen Farben wie rot deutlich weniger passiv Auffahrunfälle haben wie die anderen.

bild0217In der Tat kenne ich viele Menschen, denen sogar schon mehrfach einer hinten drauf gefahren ist. Die hatten aber alle kein rotes Auto. Mir ist noch keiner hinten rein gefahren. Glaube auch ganz allgemein, dass gut sichtbare Autos sicherer sind. Wahrscheinlich muss man ja heute vor allem deswegen tagsüber mit Licht fahren, weil man die dunkeln Autos so schlecht gesehen hat.Mit meinen BMW-Verkäufer war ich persönlich gut bekannt. Kein Wunder, immerhin habe ich mindestens alle zwei Jahre bei ihm ein neues Auto gekauft. Immer wenn ich mir die Farbe ROT ausgesucht hatte, bekam er Zustände. Seine Verkäuferempfehlung (wegen dem Wiederverkaufswert) war zuerst silbern und später schwarz. Heute würde er weiß empfehlen.

Dabei ist das mit dem Wiederverkaufswert Blödsinn. Anteilig gibt es viel mehr Leute, die gerne ein rotes Auto hätten als es rote Autos gibt. Das liegt daran, dass Autokäufern in ihrer Entscheidung in der Regel nicht autonom sind sondern von gemachten Emotionen fremdgesteuert werden. Und so werden ihre eigenen Wünsche von Modetrends überlagert oder durch vermeintlich rationale Überlegungen unterdrückt.

bild0216So hat mancher beim Autokauf auf seine Lieblingsfarbe in der Annahme verzichtet, dass sich ein schwarzes Auto ein paar Jahre später besser verkaufen würde.  So kann man erstaunlich gut gebrauchte rote Autos verkaufen und mancher der Käufer meiner roten Autos hat sich dann bei mir geoutet, dass er immer schon ein rotes Auto haben wollte und sich jetzt freue, eines gefunden zuhaben.

Also wiedermal: traue keinem Experten, bzw. vorsichtig mit naheliegender Expertenmeinung.

Derselbe Herr von BMW ist übrigens fast in Ohnmacht gefallen, wie ich einmal auch noch einen BMW mit Nichtraucherausstattung bestellt habe. Die bestand dann wesentlich aus einem fehlenden Aschenbecher, hat allerdings auch keinen Aufpreis gekostet.

Mein Verkäufer hat behauptet, dass ich beim Wiederverkauf auf den ganzen Markt der Raucher verzichten müsse und das Auto dann praktisch unverkäuflich wäre. Nebenbei war ich sein einziger Kunde, der ein Auto mit Nichraucherpaket bestellt hat. Der spätere Käufer meines Autos (es war übrigens ein ganz scharfer BMW 325i)  hat sich dann richtig gefreut. Dass mein Auto rot und garantiert rauchfrei war, und auch noch das Nichtraucherpaket hatte.

Jetzt sind meine beiden roten Autos 5 und 9 Jahre alt (und die Isetta wird 50!). Und ich will mir eigentlich kein Neues mehr kaufen. Wenn dann höchstens ein Gebrauchtes. Aber dann finde ich bestimmt kein Rotes. Die meisten ROT-Liebhaber haben sich ja ein vor ein paar Jahren ein Schwarzes gekauft. Und ein Schwarzes werde ich garantiert nie (!) selbst fahren.

So muss ich mir vielleicht doch einen Neuwagen kaufen, wenn ich es nicht schaffe, ganz aufs Auto zu verzichten. Da käme dann ein Nano von Tata oder für meinen Fahrradhandel im Rentnerstand oder ein anderes Gewerbe ein Logan Pick-Up von Dacia in Frage, aber bitte nur in ROT.

Am liebsten wäre mir natürlich das Null-Emissions-Auto von Daimler, das Herr Dr. Zetsche in seinem Vortrag an der TUM am 26. November 2008 angekündigt hat. Das dürfte dann ja auch nichts verbrauchen? Aber ob das jemals kommen wird? Und ob es dies dann in ROT gibt?

RMD

P.S.
Was ist jetzt Ihre Lieblingsfarbe – ROT?

1 Kommentar zu “Von Ottobrunn nach Unterhaching #7 – Die Farbe Deines Autos”

  1. Chris Wood (Sonntag, der 10. Mai 2009)

    Mein erstes Auto war alt, klein und grau, ein Geschenk von Meinen Vater der es nicht mehr gebraucht hat. Einer LKW, und ein Doppeldecker Bus, sind von hinten hinein gefahren, und einer PKW hat von der Seite getroffen. Nur der Busfahrer hat behauptet dass ich teilweise schuld daran war, und erst nachdem er (ohne Zeuge) zugegeben hat das er schuld war – (vielleicht hat er Angst um seinen Job). Seitdem habe ich viel Autos gehabt und so was ist mir nicht wieder passiert. Meine Frau und Tochter haben aber ähnlichen Umfällen in dunkel-blauen Autos.
    Jetzt habe ich mich gegen meiner Frau durchgesetzt (sehr ungewöhnlich).Unser nächstes Auto (dank Abwrack-Prämie) wird rot. Zuzana wollte eine mehr elegante Farbe.

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