Roland Dürre
Dienstag, der 29. April 2008

Von Ottobrunn nach Unterhaching #1 (Die 4-Ampel-Geschichte)

Viele Wege führen von Ottobrunn nach Unterhaching. Der schnellste ist eine ca. 2 km lange Verbindungsstraße, die mit der Unterhachinger Str. in Ottobrunn beginnt und in die Ottobrunner Straße beim Kreisverkehr in Unterhaching mündet. Die Straße führt geradeaus von Osten nach Westen, auf der südlichen Seite befindet sich (m)ein Fahrradweg.

Seit 1992 – im April bezog die InterFace AG ein damals nagelneues Bürogebäude in Unterhaching und ich wohne seit 1990 in Ottobrung/Riemerling – bin ich da regelmäßig unterwegs. Es war eine Fahrt durchs Grüne. Die Jahreszeiten gingen dahin, Sonne und Regen, Wind und Eis wechselten sich ab. Im Süden bei Föhn die Alpen zum Greifen nah. Der Kopf wurde klar in der frischen Luft. Die Idylle des einsamen Radlers wurde durch die Autos auf der Straße leicht beeinträchtigt, aber immerhin floss der Verkehr gleichmäßig.

Heute hat sich das geändert.

Kleinwagen wie Luxuslimousinen haben eine Unmenge toller Extras wie den automatischen Abstandshalter zum Vordermann oder mitlenkende Scheinwerfer. Der integrierte Abfalleimer fehlt aber immer noch. So sammelt sich am Straßenrand der Müll: Flaschen und Dosen, die Reste vom Fast Food, Zigaretten- und Medikamentenschachteln (sogar eine Schachtel Viagra war schon mal dabei), aller möglicher Hausmüll und was halt noch sonst so die Ordnung im Auto stört. Und jeden Tag ist etwas neues dabei. Da kommt mir dann der schöne Griechenlandurlaub 1972 mit Barbara in den Sinn – wir sind damals auf dem Autoput durch Jugoslawien gefahren. Wir waren verwundert über den Müll an den Straßenrändern.

Und natürlich vor der Einfahrt nach Unterhaching auf der linken Seite ein Drogeriemarkt und der unvermeidliche Discounter, beide mit Riesenparkplätzen. Auf der anderen Seite die fürs Leben ja unbedingt notwendigen Geschäfte wie ein Solarium, ein Backshop und natürlich der Pizza-Service. Wirkt ein kleines bisschen amerikanisch.

Die Straße selbst hat sich auch beachtlich verbreitert, ebenso wie die Unterführung unter der Ramersdorfer Autobahn nach Salzburg. In der „Rush Hour“ haben wir immer öfters so richtig Stau. Früher war ich mit dem Auto doppelt so schnell wie mit dem Rad in Unterhaching – heute ist das Rad ein Wettbewerbsvorteil. Denn:

Vier (!) gar nicht so kleine und ziemlich neue Ampelanlagen bremsen die Autos auf den knapp zwei Kilometern!

RMD

P.S. 1

Die Erstellung einer Ampelanlage einschließlich Tiefbau kostet je nach Größe (von Fußgänger-Anlage bis hin zur großen Kreuzung) 10.000 bis 250.000 EURO.

Folgende Kosten (alle in EURO pro Jahr) entstehen zusätzlich:

Die Wartung einer kompletten Ampelanlage kostet (abhängig von der Größe) zwischen 800 bis 5.000 (man rechnet die Wartung pro Ampel mit ca. 1000).

Die Stromkosten für Ampeln betragen (auch abhängig von der Größe) 350 bis 4.000.

Der Preis für den Bedarf an Leuchtmitteln (abhängig von der Anzahl der Signalgeber) wird mit 1.000 bis 1.500 pro Ampel (nicht Anlage!) angegeben.

Quelle: Bürgerservice der Stadt Köln

P.S. 2

Ein Service für Autofahrer:

Fährt man mit dem Auto von Unterhaching zurück nach Ottobrunn, dann aufpassen. Auch die Polizei weiß, dass viele Autofahrer beim „Ampel-Hopping“ zwischendurch ihre PS so richtig auskosten wollen. Deshalb steht immer wieder beim Ortsausgang Unterhaching nach dem Friedhof in knapp vor der Einfahrt zum Tennis-Club ein Blitzer, der gute Geschäfte machen soll, freilich nicht in der Höhe der Betriebskosten der Ampelanlagen.

P.S. 3

Man findet die beschriebene Straße wenn man in maps.google.de „Unterhaching“ eingibt und dann nach Osten (rechts) geht! Oder noch besser: einfach InterFace in Unterhaching besuchen.

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