Roland Dürre
Dienstag, der 28. Februar 2017

Vorurteile, Aversionen und Ressentiments bringen keinen FRIEDEN.

Der Weg zum FRIEDEN fängt bei mir selber an.

Im letzten Jahr war ich ein paar Tage im philosophischen Kolleg bei meinem Freund Klaus-Jürgen Grün. Jedes Mal habe ich viel Neues entdeckt. Ein Thema unserer philosophischen Untersuchungen war das Ressentiment.

Beim Klaus komme ich ins Nachdenken, in besonderen Gegenden ins Reflektieren.

So habe ich begonnen, über meine eigenen Ressentiments nachzudenken. Für mich sind Aversionen, Ressentiments und Vorurteile die kleinen Schwestern des Hasses. Ich möchte meine finden, damit sich nicht größer werden und sich nicht meiner weiter bemächtigen können.

Wie der Hass sind sie ein Paradox. Auch sie richten sich gegen „die Anderen“, schaden aber vor allem dem, der sie in sich beherbergt. Wie die Angst finden sie im Kopf statt und machen unglücklich und aggressiv.

Und das muss ja nicht sein. Ich mag mich nicht selber beschädigen, weil ich Vorurteile gegen Dritte habe. Das ist doch unlogisch.

So versuche ich, mir meine Aversionen und Ressentiments bewusst zu machen und zu hinterfragen. Ich weiß, dass sie auf Vorurteilen beruhen, also auf völlig blödsinnigen Annahmen. Und dass sie zu schrecklicher Vorverurteilung führen können.

Es geht ja vor allem um die eigenen Selbstverständlichkeit, in der ich lebe. Täglich finde ich in mir ein neues Vorurteil, das Feindseligkeit verursacht negative Kommunikation und ungerechtes Verhalten zur Folge hat.

Schlimmer noch, ich habe festgestellt, dass ich bei anderen Menschen genau die Eigenschaften gar nicht mag, die mich bei mir selber am meisten stören. Dann denke ich mir, dass ich zuerst mal den Fehler bei mir suchen und wenn möglich abzustellen sollte. Und danach die Welt schon oft ganz anders aussieht.

So ist es viel konstruktiver, wenn ich den Weg in Richtung FRIEDEN bei mir selber starte. So werde ich selber stärker und ziehe mich nicht selbst runter, indem ich mich über andere ärger. Weil das sinnlos wie ein Kropf ist, nichts bringt und niemanden außer mir selber schadet.

RMD

5 Kommentare zu “Vorurteile, Aversionen und Ressentiments bringen keinen FRIEDEN.”

  1. Chris Wood (Dienstag, der 28. Februar 2017)

    At the start of this posting, I read „habe ich habe“. In recent weeks, I have seen similar mistakes in various places, such as SZ and Spiegel. I suspect that a new version of a grammar checker inserts these mistakes automatically. Am I right?

  2. Chris Wood (Dienstag, der 28. Februar 2017)

    Very good, Roland, but remember that different people have different strengths and weaknesses.

  3. Hans Bonfigt (Mittwoch, der 1. März 2017)

    Aber immer bedenken:
    Ressentiments sind in Emotionen sublimierte Erfahrungswerte. Die können uns schützen.

    Nehmen wir einmal solche Mitmenschen mit einem Antlitz wie „Laurenz Meyer“, „Sigmar Gabriel“ oder „Schäuble“. Denen kann ich ansehen, „die bescheißen Dich wo sie können und lügen beim beten“. Genauso, wie man dem verquasten „Martin Schulz“ den hohlen Popanz ansieht.
    Im Gegensatz zu den erstgenannten freilich glaubt Schulz freilich an das, was er verzapft, und auch das kann man ihm ansehen.

    Ich höre mittlerweile auf meine Emotionen.
    Und meide Menschen mit Galgenvogelvisage, „Golf“-Fahrer, Java-Programmierer, Web/App-„Designer“, IPhoneträger…

    Eigentlich jedesmal, wenn ich eine Ausnahme gemacht habe, habe ich ins Klo gefaßt.

    Ich finde auch Ressentiments gegenüber Fremden nicht unbedingt falsch. Denn: Wo kommen die denn her? Weil die zahlreich auftretenden Asylforderer nicht einmal mit dem Bus fahren können – und gleichzeitig dreiste Forderungen stellen.
    In München wurden diese Leute zunächst mit Geschenken und Hilfsangeboten überhäuft – wenn sich das Blatt gewendet hat, dann liegt es offensichtlich an den schlechten Erfahrungen, die die Bevölkerung innerhalb von kurzer Zeit gemacht hat.

    Eines ist allerdings auch klar:
    Ressentiments hindern Menschen ziemlich zuverlässig daran, neue, zumal positive neue Erfahrungen zu machen.

    Aber ohne Ressentiments — wo soll ich die Zeit hernehmen, jedesmal neu zu entscheiden, ob ich jemandem Sympathie oder Vertrauen entgegenbringen soll oder nicht?

  4. rd (Mittwoch, der 1. März 2017)

    Lieber Hans, sicher gibt es Emotionen und Bauchgefühl, das uns oft hilft. Ressentiments (Heimlicher Groll), Aversionen (Abneigung oder Ablehnung) und Vorurteile (das muss ich nicht übersetzen, das Wort erklärt alles) ist aber etwas ganz anderes und hat nichts damit zu tun. Mag sein die Unterscheidung nicht immer einfach ist, denn wie immer verfließen die Grenzen. Im Leben gibt es halt kein „schwarz-weiß“ oder „entweder oder“ gibt sondern immer ein „sowohl als auch“.

    Ihren Satz
    „Ressentiments sind in Emotionen sublimierte Erfahrungswerte“
    halte ich für falsch. Stellen sie sich einfach Menschen vor, die „heimlichen Groll“ als Emotion ausleben, weil das ihr sublimierter Erfahrungswert ist.

    Ressentiments sind (in meiner Diktion) eben nicht die Summe der erlebten Erfahrungen, die von innen (aus dem Unterbewusstsein) oder „Bauch heraus“ kommen sondern eher mit der Angst verwandt, die ja auch im Kopf (Kleinhirn) als Ergebnis von oft bescheuerten aber scheinbar rationalen Überlegungen und Gedankengängen wirkt und in der Regel aber auch gar nichts mit der Wirklichkeit zu tun hat, sondern eben nur ein fragwürdiges Konstrukt bleibt.

    Sozusagen betrügen die Menschen sich mit ihren Vorurteilen (einer konstruierten Wirklichkeit) selber, im „Herzen“ könnten sie es zwar besser wissen, aber „das Herz haben sie ausgeschaltet“ (warum auch immer). Unterstützt von Dummheit bis getrieben vom Hass geben sie sich abstrusen Theorien hin, die sie für „wahr“ halten. Die krusen Ideen finden dann häufig einen Resonanzkörper bei Gleichgesinnten oder werden von „Populisten“ gespiegelt und so verstärkt. Und dann wird es gefährlich.

    Bauchgefühl und Unterbewusstsein sind unsere gesammelten Erfahrungswerte, also die von uns erlebte und im Unterbewusstsein gespeicherte Wirklichkeit). Dies hat nichts mit der konstruierten Realität zu tun, so beschützt uns das Bauchgefühl sehr oft vor falschen Entscheidungen. Das hat aber nichts mit Ressentiment zu tun. Im Gegenteil, die sind nämlich „Ergebnisse von willkürlich konstruierter Wirklichkeit“.

    Als Beispiel:
    Menschen, die am meisten Angst vor Schlangen haben, haben noch nie eine gesehen. Sie haben also Angst vor etwas, zu dem es in ihrem Unterbewusstsein keine erlebte Erfahrung gibt.
    🙂 Schlangen kann man durch andere Begriffe beliebig ersetzen.

    Als ergänzender Gedanke:
    Aversion (Abneigung oder Ablehnung) bezeichnet die Neigung eines Menschen, auf bestimmte Reize seines Organismus mit Unlust zu reagieren.
    Ressentiment bedeutet so viel wie „heimlicher Groll“. Dem Ressentiment liegt regelmäßig das Gefühl dauernder Ohnmacht gegenüber erlittener Ungerechtigkeit und Niederlage oder persönlichen Zurückgesetztseins zugrunde.
    In meinem Menschenbild sind negative Dinge dieser Art nicht geeignet, das persönliche Glück eines Menschen zu mehren. Wie soll aus „bösen“ Wurzeln etwas „Gutes“ entstehen?
    Wenn Rensentiments also wirklich ein Teil des Unterbewusstseins sind (was ich ja nicht der gesunde Normalfall, also krank ist), dann wären sie dort die besten Garanten für Unzufriedenheit und Schlimmeres bis hin zum Hass!

  5. Hans Bonfigt (Mittwoch, der 1. März 2017)

    Die „Psychos“ behaupten hilfsweise, es gebe so etwas wie „builtins“ – z.B. für Feuer und Schlangen. Angeblich soll das Fauchen einer Katze das Zischen einer Schlange simulieren, um den Gegner abzuschrecken.

    „Heimlicher Groll“ dagegen ist in der Tat etwas ganz Schlimmes. Halt eine Stufe schlimmer: Bewußte – und schlimmer: unbewußte – Vorurteile plus „Verstand“ ergibt diskriminierende Aktion.

    Das ist ja auch das Wesen des Karnevals: Hier kann der Pöbel drei Tage lang sein ganzes Gift und seine ganze Widerlichkeit ungestraft und ungehindert ablassen.

    Ganz schlimm ist das in Köln: Der Rheinländer an sich ist ja per se „die offene Hose der Nation“ resp. „der Botschafter des schlechten Geschmacks“, aber Sie können sich nicht vorstellen, was ich um die Jahrtausendwende regelmäßig von ältereren Leuten in der Straßenbahn gehört habe. Hintergrund war eine ziemlich starke türkische Population in Köln-Ehrenfeld. „Die Türken klauen unseren Kindern die Kamellen“ war das harmloseste Zitat von allen, denn Rest kann nicht ‚mal ich zitieren. Da gefriert einem allerdings das Blut in den Adern.

    Das Fatale ist: Es wird schlimmer werden. Durch unsere Sprachpancher und Sprach-GESTAPO, die uns jeden Tag neu vorschreiben, wie wir zu formulieren haben.

    In den grünen Dumpfbirnen regiert nur noch Pawlow:
    Liest einer bei Ottfried Preußler etwas vom „Negerkönig“ oder vom „Sarotti-Mohr“, dann muß der Text auf den Scheiterhaufen. Wie damals schon, „Und so übergeben wir den reinigenden Flammen die Tucholskys, die Ossietzkys …“. Irgendwann fällt auch dem Dümmsten auf, daß die Grünen in Wahrheit die neuen Nazis sind, und dann wird die Stimmung kippen wie ein Schmitt-Trigger. Und das werden wir wohl leider beide noch überleben.

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