Roland Dürre
Mittwoch, der 12. Juli 2017

Warum wir Christophine brauchen! (I)

Am 21. Juni bin ich nach Marbach gefahren, der „Schiller-Stadt“. In Freiberg am Neckar habe ich übernachtet und am 22. Juni ganz in der Früh ging es weiter nach Marbach. Ein Freund aus alten Tagen – Thomas Kleiner – hat mich an diesen Tagen sehr freundlich begleitet. Dank ihm habe ich mich mit Lorenz Obleser und Ruth Martinelli und knapp 20 Kindern zwischen 6 und 10 Jahren getroffen. Denn ich habe tatsächlich einen Vormittag lang in der freien Schule „Christophine“ in Marbach die „Schulbank“ gedrückt. Das ist natürlich falsch formuliert, denn in der Christophine drückt keiner die Schulbank. Aber ich habe an diesem Vormittag etwas so Schönes und Großartiges erlebt, dass mir die Tränen kamen.

Ich habe erlebt, wie

SCHULE

sein kann, so dass sie allen Spaß macht! Sogar den Kindern und den Lehrern!

Aber zuerst die „Bad News“:

Ich bin schon länger ein wenig traurig. Meine Enkel sind wunderbare und ziemlich weise kleine Menschen. Aber in mehr oder weniger Jahren kommen sie in die Schule. Und dann ist Schluss mit lustig. Ich wüsste auch nicht, wie ich sie vor diesem Schicksal bewahren kann, das die meisten Kinder in Deutschland mit Vollendung ihres sechsten Lebensjahres heim sucht.

Denn Schule – wie ich sie selbst in Erinnerung habe und bei der Begleitung meiner sieben Kindern erlebt habe – ist grauenhaft. Nicht nur in Deutschland und vielen Ländern Europas ist Schule sehr rückständig und wirklich schlimm, sondern mit wenigen Ausnahmen weltweit so z.B. auch und gerade in Asien.

Schule, so wie sie heute ist, verkorkst unsere Kindern, so wie sie uns verkorkst hat. Das beschädigt unsere Gesellschaft und schadet unserer Zukunft. Viele Menschen erholen sich erst im Erwachsenen-Alter Schritt für Schritt von Schule, manche schaffen das nie.

Im folgenden berichte ich, was ich am klassischen Schulsystem so schlimm finde und begründe, warum wir das ändern müssen, wenn wir gesellschaftlichen Fortschritt wie Frieden und mehr Gerechtigkeit erlangen wollen.


Der Bildungsalltag in Deutschland (und wohl weltweit) ist mehr als traurig! #Fakt


Bildung in unserem System bedeutet „dressiertes und autoritäres Lernen in einem quasi-militärischem Format“. Wissens-Bulimie ist angesagt. Das beginnt schon in der Grundschule. So schlimm wie zu den Zeiten des berühmten aber unsäglichen deutschen Pädagogen Dr. Moritz Schreber ist es glücklicherweise nicht mehr.

Roland mit Schultüte.

Aber immer noch wird dressiert. Den Kindern wird „Disziplin“ beigebracht. Sie müssen sitzen und dürfen sich nicht entfalten. Den Kindern wird im Stunden-Takt vorgegeben, was sie machen müssen. Selbstorganisation und -bestimmung sind ausgeschlossen. Wo kämen wir denn da hin, wenn die Kinder so Lernen und Üben würden, wie sie es wollen?

Agil, schlank oder transparent sind in den Schulen Fremdworte. Es gibt eine klare Hierarchie Lehrer-Kinder, die im übrigen immer weniger funktioniert. Schule entgleist so auch immer öfters. Dann sind die Kinder schuld und die mangelnde Sozialisierung wird als Grund genannt. Den „schwarzen Peter“ bekommen die Eltern zugeschoben. Weil sie bei der „Erziehung“ versagt haben. Das mag auch ab und zu stimmen, in den meisten Fällen ist dem aber nicht so und die Eltern leiden gemeinsam mit ihren Kindern unter der Schule.


Leistung ist in der Schule die absolute Maxime, schlimmer oft als im echten Leben. #brutal


Die Leistungsgesellschaft wird schon mal vorbeugend geübt. Es wird geprüft, benotet und bewertet, was das Zeug hält. In der Grundschule geht es um den Übertritt ins Gymnasium. Der klappt nur, wenn das Kind sich dem System Schule anpasst und unterwirft. Das ordnende Prinzip der Schule ist ganz klar hierarchisch. Das Zauberwort ist Autorität, man lernt zu folgen.

Die Kinder erfahren, dass man alles zu Lernende wie das Vorgehen dazu mehr oder weniger kritiklos zu akzeptieren hat. Und links und rechts des Bildungsweges sehen wir dann die Opfer.


Wenn Schule nicht funktioniert, dann geben Lehrer und Gesellschaft den Eltern die Schuld. #Frechheit


Weil die versäumt haben ihren Kindern Respekt beizubringen. Vor den Lehrern. Wie schon geschrieben, das trifft ab und zu wirklich zu, aber in der Regel eben nicht.

Damit die Kinder in dieser miserablen Situation den „Übertritt“ schaffen, gibt es ein Heer von meist schwarz arbeitenden Nachhilfe-Lehrern, die in den wenigen verbleibenden freien Stunden der Kinder diese dann zusätzlich traktieren und so – meistens mit viel Tränen – mehr oder weniger erfolgreich über die Noten-Schwelle zum Gymnasiums schieben.

Ich war auch ein „respektloses Kind“. Und habe oft das mir Gesagte angezweifelt und das auch artikuliert. Und wurde dafür immer wieder bestraft. Weil der Lehrer immer Recht hat. In der Schule herrscht kollektiver Gehorsam. Ein Befehl ist eben ein Befehl, dem man folgen muss. So ging es auch mir.


Mein kindliches „Anders sein“ wurde mir öfters sehr vorwurfsvoll zurück gemeldet. Dabei wollte ich nur „Ich sein“. #traurig


Im späteren Leben habe ich dann den Spieß umgedreht. Meine „schlechten Eigenschaften“, für die ich ja auch bestraft wurde, habe ich dann intellektuell trickreich gerechtfertigt als positive Werte wie „Zivilcourage“ und „konstruktiven Ungehorsam“, die mich auszeichnen.

Aber das Schulsystem basiert halt auf Unterordnung. Es gibt eine Ordnung. Die muss es geben, weil Menschen Ordnung brauchen. Die ist aber nicht für die Schüler da sondern für das System und somit gegen die Schüler. Denn nur so können System und Lehrer die Schüler in einer Klasse gleich schalten (meint Schule). Von Acht bis Neun müssen alle rechnen, von Neun bis Zehn ist Lesen angesagt. Von Zehn bis Elf dann Leibesertüchtigung und von Elf bis Zwölf Schreiben. Und von Zwölf bis Eins kommt die Religionskunde. In der Schule muss man die meiste Zeit sitzen und sich „brav“ benehmen. Wenn nicht, dann hagelt es Strafen.

Das alles mit der Begründung, dass es anders nicht gehen würde und nur so Lernen effizient realisiert werden könne. Was eine große Lüge ist!


Die Ganztagsschule macht es noch schlimmer. Die uns so wichtigen freien Nachmittage fürs Spielen, Denken, Erleben und „Leben üben“ gibt es nicht mehr. #nogo


Jetzt kommt die Ganztags-Schule. Kinder werden immer öfters auch noch zum Mittagessen transportiert und mit „convenient food“ gleich geschaltet. Die Schulen ähneln Kasernen und sind keine Stätten der Entfaltung und der offenen Begegnung auf Augenhöhe.

Schulen werden nach militärischem Vorbild organisiert und betrieben; die kleinen Menschen werden verwaltet, ihr Stellenwert entspricht dem von Rekruten in der Grundausbildung der vergangenen Wehrpflicht-Zeit. Die neuen Gebäude der mir bekannten Gymnasien (korrekter Bildungs-Fabriken oder -Kasernen) in Neubiberg, Ottobrunn und Höhenkirchen-Siegertsbrunn strahlen dies auch architektonisch aus.

Es gibt lange Gänge mit vielen Türen, die wie Schläuche zu den vielen Klassenzimmer führen. Die Fenster kann man oft nicht öffnen und die Klima-Anlage produziert schlechte Luft, so dass die „Lehrkräfte“ über Kopfschmerzen klagen. Die Anmutung dieser Bildungsfabriken erinnert eher an Kasernen als an einen freiem Ort, an dem man lernt und sich ins Leben einübt. Und da diese Bauten billigst gebaut sind (bei der Ausschreibung ist der Preis das wesentliche Kriterium, so dass in der Regel der billigste Anbieter gewinnt), bemerkt man schon nach kurzer Zeit den Verfall.

Dafür wächst der administrative Overhead. So wird Bildung immer teurer – aber beim „Endkunden Kind“ kommt davon nicht viel an.


Jedes soziale System braucht eine Ordnung. Kinder wie Erwachsene suchen Halt. Die Ordnung der Schule sollte für die Kinder und nicht gegen sie sein. #Prinzip


In der Schule gibt kein Eingehen auf die großartige Vielfältigkeit der kleinen Menschen. Aus Gründen der Effizienz und der beschränkten Mittel ist dies schon gar nicht möglich und auch nicht gewollt. Es wird normiert und vermessen, zertifiziert und benotet. Leistung wird gelehrt,

Kurz: Man wird indoktriniert, damit man funktioniert. Denn die Gesellschaft braucht brave Konsumenten. Autonomie und Kritikfähigkeit sind nicht erwünscht.

Ab und zu gibt es dann einen Trost: Denn die Lehrerin ist wirklich nett. Aber die „netten“ Lehrerinnen sind selten. Auch weil das Hauptkriterium bei der „Vergabe“ der knappen Stelle die Noten der Bewerberinnen sind. Die Kandidaten mit den besten Noten sind aber meistens nicht die besten Lehrer (Pädagogen).

Viele Lehrer, die so eine „staatliche“ Anstellung feiern dürfen, die „netten“ und auch „die nicht so netten“, kapitulieren früher oder später vor einem Bildungssystem, dass sich entpersonalisiert hat. Die anderen verdingen sich bei Privatschulen, werden Taxifahrer oder geben Nachhilfeunterricht.


Man sollte auch Kinder so behandeln als ob sie Menschen wären! Macht man aber nicht! #Wahnsinn


Diese Aussage (allerdings von keinem Lehrer sondern einem Unternehmer, der nicht „Kinder“ sondern „Mitarbeiter“ gesagt hat) habe ich wirklich mal so wörtlich gehört. Das war ja wohl nur ein Versprecher. Dennoch vermute ich, dass der, dem das passiert ist, im tiefsten Inneren auch so dachte und fühlte. Und der eine oder andere Lehrer, den ich kenne, spricht so von seinem „Job“, dass ich ihm diesen Versprecher auch zutraue. Arbeitnehmer haben Gewerkschaften. Es gibt ein Arbeitszeitgesetz. Für Schüler gilt das aber nicht – die haben keine Lobby. Nur ein Beispiel von vielen …

Kinder haben auch keine Lobby. Man denke nur an die Feindseligkeit von braven und satten Bürgern, wenn es um Kinderlärm in der Nähe ihrer Immobile geht. Wehe es soll in ihrer Nähe ein Kindergarten oder ein Spielplatz gebaut werden. Wütende Anliegerproteste wegen eines neuen Kindergarten habe ich selber in Riemerling (Waldparkstr.) erlebt. Da ging es aber nicht so sehr gegen die SUV-Muttis, die neuen Verkehr generieren, sondern um den Lärm, den Kinder machen.

Aber jetzt zu den Unternehmen.


Unternehmen wissen, dass Motivation nachhaltig nur intrinsisch geht. Schule praktiziert vor allem extrinsische Muster. #passt-nicht


Heute wollen alle, ob Allianz oder Siemens, das Arbeitsleben verändern. #newwork ist angesagt, die Unternehmen wollen so innovativer und kreativer zu werden. Einer der Protagonisten dieser Bewegung ist Thomas Sattelberger, der Saulus/Paulus der #newwork-Bewegung. Er „promotet“ sich wie kein zweiter und eilt mit seiner Heilsbotschaft durch die Lande. Nach seiner Konzern-Karriere ist er vor allem durch „Augenhöhe, der Film“ bekannt geworden.

Jetzt zieht er durch die Lande und kritisiert die Zustände in den heimischen Unternehmen. Zurecht. Aber nicht die in den Schulen. Sein Lebenswerk möchte er mit einem Sitz im Bundestag krönen – und zwar für die FDP (Passt das zusammen, die Kombination von FDP und #newwork?). Ich würde mich freuen, wenn Herr Sattelberger sich im Bundestag dann für agile und menschliche Schulen einsetzen würde. Aber auch da fehlt mir der Glaube.

So wollen die meisten Unternehmen, agiler, schlanker und transparenter werden. Das predigen zumindest die KollegInnen von HR (Human Resource – auch so ein hässlicher Begriff der aktuellen „Arbeitwelt“). Sie suchen innovative Mitarbeiter, die kreativ sind, damit ihre Unternehmen die auch durch Digitalisierung angesagte Transition zu schaffen.

Bei HR spricht man viel von Augenhöhe, #newwork, intrinsify.me, demokratisches Unternehmen, Gemeinwohl-Ökonomie, „shared mobility“ & „shared economy“ und vieles solches mehr. Man schwärmt von vernetzten und selbstorganisierte Teams, von einer neuer Unternehmenskultur und Wertegemeinschaften. Letztere sind auch in der Politik der Renner. Es gibt noch viele mehr von Schlagworten dieses Typs in der neuen Welt der alten Unternehmen.

Nur wie soll das funktionieren, wenn der Nachwuchs schon in der Schule auf das Gegenteil gepolt wird?


Unternehmen wollen agile, kritische und kreative Menschen. Genau das treiben die Schulen den jungen Menschen aus? #Fail


Nur von #newschool, von Selbstorganisation in der Schule, von demokratischen Klassen, von Unterricht auf Augenhöhe und ähnlichem, davon redet keiner. Das ist in Deutschland zumindest unerwünscht, ein großes Tabu!

Durch Europa geistern Begriffe wie #home-schooling, #un-schooling #no-schooling. Sie finden immer mehr Anhänger. Es gibt immer mehr Menschen, die ihre Kinder selber „schulen“ (siehe dazu auch das Video des Vortrags, den Bruno Gantenbein für mich gehalten hat).

In der Schweiz und manchen Ländern der EU ist Home-Schooling ein etablierter und von der Administration unterstützter Prozess. Deutschland ist das einzige Land in der EU, in dem Home-Schooling verboten ist! Denn hierzulande hat man von alternativen Schulen und Denken noch mehr Angst wie der Teufel vom Weihwasser.

Aber vielleicht ist das gut so. Denn so entsteht ein großer Druck auf Eltern. Unschooling geht noch. Wenn Menschen keine Chance haben, auszuweichen, dann finden sie auch Lösungen.


Vielleicht haben wir bald überdurchschnittlich viele eigene und freie Schulen in unserem Land? #Hoffnung


So könnte es sein, dass die Bereitschaft, etwas zu ändern, in Deutschland stärker wächst als in anderen Ländern, die das Ventil „Home-Schooling“ haben.

Roland ohne Schultüte.

Aber zurück zu den Unternehmen. Wie wollen die Mitarbeiter finden, die agil, kreativ, offen … sind, wenn genau das dem Nachwuchs in den Schulen mehr oder weniger ausgetrieben wird?

Denn Kinder werden in der Schulen als Material betrachtet, dass formatiert werde muss. Input sind neugierige freie Wesen. Heraus kommen dann als Output kleine „Professionels“. Die funktionieren, wie man meint, dass dies eine folgsame und leicht steuerbare Gesellschaft braucht. Also werden sie zuerst mal fleißige Arbeiter, tapfere Konsumenten und brave Bürger,  deren erste Pflicht es ist, mit allem einverstanden zu sein, was von oben verkündet wird.


Wir rufen nach Eliten, die unsere massiven Probleme lösen, beschränken uns aber aufs Mittelmaß und schimpfen auf den Populismus. Und fördern das Mittelmaß in den Schulen. #Widerspruch


Warum müssen die Kinder schon so früh kapieren, dass „das Leben kein Pony-Hof ist“ und sie dem „Leistungsprinzip“ unterliegen, wenn sie „etwas werden wollen“. Das sie genauso den Sachzwängen folgen müssen wie ihre Eltern und die anderen Erwachsenen?

Sie werden vermessen und benotet. Immer gilt es, besser zu sein als die anderen. Erfolg ist alles. Es geht darum, die nächste Stufe einer meist nicht sinngebenden Karriere zu schaffen. Mit welchen Mitteln auch immer.

Emotionalität, Erotik, das Leben, die Liebe, die Fähigkeit Konflikte zu lösen und zuhören können, was Glück sein, was Leben bedeuten und wie man besser Sterben könnte … – all das spielt keine Rolle im Lehrplan. Priorität hat, dass das Kind eine „professionelle Resource“ für den Kampf an der Wirtschaftsfront wird.

Und lernt, dass es Wohlstand und Sicherheit wie die Teilnahme am der Gesellschaft so wichtigem Wachstum nur dann gibt, wenn man die eigene Meinung besser nicht sagt und noch besser auch nicht denkt.

Die frustrierten und verunsicherten Kinder gehen dann aus Trotz und Protest zum Beispiel ins Tattoo-Studie, weil sie dort endlich mal etwas Beständiges bekommen. Oder machen anderen Unsinn. Als letzte Ersatzhandlung vor der Aufgabe des eigenen Lebens …


Gute Unternehmer (Führungskräfte, Manager …) machen Ihre Mitarbeiter größer und nicht täglich kleiner. #Weisheit


Ich liebe das Prinzip des „biophilen Handelns“. Das heißt (jetzt in meiner Wiedergabe):

Handele stets so, dass Dein Handeln das Leben Deiner Mitmenschen in seinen vielen Dimensionen eher mehren denn mindern kann.

Vielleicht noch einfacher zu leben als die Biophilie-Maxime ist die Die Goldene Regel

„Behandle andere so, wie du von ihnen behandelt werden willst.“

oder in der negativen Fassung als gereimtes Sprichwort

„Was du nicht willst, dass man dir tu, das füg auch keinem andern zu.“


„Biophile Maxime des Handelns“ und die „Goldene Regel“? Warum nutzen wir das nicht für unserer Kinder? #Gute-Frage


Die Kinder werden von klein auf viel zu oft kleiner und nicht größer gemacht. Nicht nur von den Lehrern – sondern auch von den Eltern. Immer wieder erlebe ich, wie Kinder von ihren Eltern massivst belehrt werden, was richtig und was falsch ist. Zeternde Mütter schimpfen ihre Kinder für ganz normales Verhalten. Es wird dümmlich moralisiert und indoktriniert. Was sich gehört und was sich nicht gehört! Was man tut und was man nicht tut. Was geht und was nicht geht. Was man sehen/hören darf und was man auf keinen Fall sehen/hören darf. Was schlecht ist und was gut ist.

Für was man in die Hölle kommt und für was man in den Himmel kommt. Und wenn das Kind mit 6 Jahren in die Schule kommt, geht es so weiter, nur ein wenig professioneller.


Was kleine Menschen wollen und was sie nicht wollen, das interessiert keinen. #schlimm


In der Schule wird man formatiert und zwar in jene Form gebracht – die in unserem aktuellen Bild des guten Erwachsenen entspricht. Kinder müssen in unsere Welt passen. Sie lernen im Verkehr zu überleben. Sie werden zu jungen Konsumenten, die sich über Äußeres und Besitz definieren. Sie müssen funktionieren, dürfen aber nicht sein und machen, was sie selber wollen.

In der Schule geht es dominant um „Vernunft“, die Ratio und der IQ stehen im Vordergrund. Es geht darum, Verständnis für die vielen Absurditäten unseres Lebens zu entwickeln, das Absurde als selbstverständlich hinzunehmen und so ein Teil des Absurden zu werden.

Das soziale Leben und wie auch das Gemeinwohl spielen nur eine geringe Rolle. Emotionen und Erotik, Liebe und Freundschaft, wird nicht geübt wie auch nicht die Fähigkeit des „Konflikte-Lösen“. Denn unsere Systeme basieren auf Leistung, Unterwerfung, Anpassung. Sie leben von der Austauschbarkeit, der Gleichförmigkeit, der (monetären) Metrisierung und davon, dass die Bürger wie Lemminge den gesellschaftlichen Vorgaben blind folgen. Kritikfähigkeit und Autonomie im Sein, Denken und Handeln stören da nur.


Nur wenn wir die Kinder anders sozialisieren, werden wir die latente Feinseligkeit in uns Menschen reduzieren. #Zukunft


Die alten Rollenspiele sind auch in der Schule nicht tot zu kriegen. Die Jungen müssen immer noch kleine Helden“ sein und dürfen nicht weinen. Von den Mädchen wird erwartet, dass sie demütig und duldsam sind. Gefühle dürfen heute beide Geschlechter zeigen man zeigen, aber eben besser


Willst du erfolgreich sein, dann musst du Mrs. oder Mr. Pokerface werden! #Karriere-Regel


Emotionen darf man nicht zu sehr an sich heranlassen, das gilt als schädliche und störende Schwäche. Du musst stark sein und darfst nie deine Schwäche zeigen. So bekommt das Herz Eisenringe. Zuneigung darf besser nicht gezeigt werden, die universelle Liebe zur Schöpfung gilt als Spinnerei. Haltung als äußere Schale wird anerzogen, aber leider nicht als großer innerer Wert vermittelt.

Mit so einer dümmlichen Sozialisierung unseres Nachwuchs werden wir die Volkskrankheit Alexithymie nie eindämmen! Vor kurzem hat ein Mann in meinem Alter in meiner Nähe geweint, wie er mir vom Tode seiner Enkelin bei der Geburt erzählt hat. Ich weiß nicht, ob ich das noch könnte. Wenn ich aber einen kitschigen Film anschaue, dann kommen mir die Tränen. Ist das nicht schrecklich?

Wie viele von uns fürchte ich, dass ich von „Emotionen aus zweiter Hand“ abhängig bin, zweifelsfrei ein Ergebnis meiner frühen und langjährigen Erziehung. So übe ich bewußt, mich wieder für echte Emotionen  zu öffnen. Das ist mit 67 Jahren nicht einfach.


Der Mensch ist die Krönung der Schöpfung! Aber er muss in die Welt hinein gepasst werden. #Erziehung


Ich bin froh, dass die Welt sich wandelt – zumindest in den mir bekannten entwickelten und privilegierten Gesellschaften. Mir scheint, dass immer mehr Menschen sich nach neuen „sozialen Erfolgs-Mustern“ sehnen. Die sind auch bitter notwendig, denn genau die alten Muster haben großes Unheil über den Planeten gebracht.

Nur in den Schulen hat sich das bisher nicht herumgesprochen. Und an den Universitäten wird die Situation auch immer schlimmer. Es gibt #newwork zuhauf aber keine relevante Bewegung #newschool. Zahlreiche Menschen aus der Bildungsindustrie (aktive Lehrer und Bildungs-Bürokratie-Verwalter) haben mir berichtet, dass es seit vielen Jahren immer schlimmer wird.


Schule muss für die Kinder da sein. Nicht die Kinder für die Schule! #Grundprinzip


Lehrpläne und Vorgaben der Kultusministerien machen es jedes Jahr ein wenig schwieriger, den kleinen Menschen gerecht zu werden. Dazu kommt eine wachsende und ausufernde Administration, die die Zeit auffrisst, die für die Schüler da sein wollte. So wird das System auch immer teurer und ineffizienter.


Soweit die schlechte Nachricht. Aber jetzt die gute Nachricht. #positiv


In meinem folgenden Artikel werde ich berichten, wie die Bürger sich wehren und ganz neue Dinge begründen. Denn es gibt sie tatsächlich, die Christophine.

Aber dazu mehr in meinem Artikel „Christophine 2“, der hoffentlich bald an dieser Stelle erscheinen wird. Da werde ich eine Schule beschreiben, die mich vom Leitbild und der praktischen Arbeit überzeugt hat. Und die beweist, dass es auch anders geht – und dies sehr gut.

RMD

14 Kommentare zu “Warum wir Christophine brauchen! (I)”

  1. Chris Wood (Donnerstag, der 13. Juli 2017)

    „Nur wenn wir die Kinder anders sozialisieren, werden wir die latente Feinseligkeit in uns Menschen reduzieren“. Is a „d“ missing?
    The parts of this that I have read, suggest that the German school system prepares well for life in Germany.

  2. Thomas Kleiner (Donnerstag, der 13. Juli 2017)

    Ich danke Dir, lieber Roland, für Deine hellsichtige Bestandsaufnahme über den Stand des Schulsystems in Deutschland. Nach kurzer, aber intensiver Reflektion der Inhalte komme ich zur Überzeugung, dass der Artikel nur das beschreibt, was täglich im Schulsystem traurigerweise geschieht. Ich bin nicht der Meinung, dass der Artikel übertreibt.
    Es war für meine Frau und mich immer ein Bestreben, dass unsere Tochter Mia Rosa (6) nicht das staatliche Schulsystem „überleben muss“.
    Unser Glück war, dass wir Lorenz Obleser und seine Marbacher Pädagogik zufällig kennen lernen durften. So darf Mia Rosa seit September 2016 an der Freien Schule Christophine in Marbach ihre Potentiale entfalten. Ich kann die Tränen der Begeisterung, von denen Roland in seinem Artikel spricht, sehr gut verstehen, denn mir geht es genauso, wenn ich in der Christophine sehe, zu welch großartigem Schaffen und Gestalten Kinder fähig sind, wenn die Rahmenbedingungen und die handelnden Personen diese Fähigkeiten fördern.
    Roland wird ja bald mehr berichten über die Christophine, was uns als Eltern sehr freut und ehrt.
    Ich kann Interessierte nur herzlich einladen, sich das ganze mal aus der Nähe zu betrachten, gerne im Unterricht. Dies aber am besten nach den Sommerferien und bitte mit vorheriger Terminabsprache, gerne über mich (per Mail: thomas.kleiner@study-train.de oder mobil 01722149479).

  3. Hans Bonfigt (Samstag, der 15. Juli 2017)

    Ich will ja gern glauben, daß es „menschlicher“ wäre, wenn in der Schule jeder nach ganz eigenem Gusto und Tempo seine „Potentiale entfalten“ könnte.

    Ja bloß:
    Wir haben nur eine begrenzte Anzahl von Fachlehrern.

    „Die Erziehung der Kinder ist das natürliche Recht der Eltern und die zuvörderst ihnen obliegende Pflicht“, das steht gottseidank so im Grundgesetz.
    Die Schule soll nur das hinzuliefern, mit dem viele Eltern überfordert wären und einen minimalen „gemeinsamen Nenner“ vermitteln.

    Der kann, beim Gymnasium zum Beispiel, eine allgemeine Hochschulreife zum Ziel haben.

    Zur Potentialentfaltung gibt es ja alternativ Waldorfschulen, um nur ein Beispiel zu nennen.

    Die Bildungsmisere ist m.E. Von den Eltern hausgemacht, weil sie, notfalls mit Rechtsanwälten, ihre Kinder aufs Gymnasium zwingen.

  4. rd (Samstag, der 15. Juli 2017)

    Hi! Das mit „der begrenzten Anzahl an Fachlehrern“ könnte man ja ändern.

  5. Hans Bonfigt (Samstag, der 15. Juli 2017)

    Könnte man.
    Aber nicht bei uns.
    Und selbst wenn der Wille da wäre:
    Backen Sie doch ‚mal einen Philologen vom Kaliber eines Dr. Werner Lorbeer…

    Glauben Sie, daß Sie Ihre Lebensleistung ohne Gymnasium geschafft hätten?

  6. Thomas Kleiner (Samstag, der 15. Juli 2017)

    Ein Zitat, dass ich bei Gerald Hüther gehört habe (und dessen Quelle ich noch nicht verifizieren konnte), bringt es besser auf den Punkt, als ich es in meinem Beitrag schreiben konnte:
    „Es ist nicht die Aufgabe der Schule Kulturtechniken wie Lesen, Schreiben und Rechnen zu lehren, sondern die Aufgabe der Schule ist es, den Geist zu entfachen, der diese Kulturtechniken möglich gemacht hat.“

    Ich hatte viele – und ich vermute, dass ich nicht der einzige bin – Fachlehrer in meiner Schulkarriere. Alle waren exzellente Kenner ihres Faches und bei allen habe ich eines gelernt: das Pauken. Und kurz vor dem Abitur kamm dann die Steigerung hinzu: Bulimielernen: schnell die Fakten ins Kurzzeitgedächtnis und danach alles wieder auskotzen. Meinen ersten Shakespeare habe ich 2 Jahre nach dem Abitur gerne und mit Genuss gelesen. Davor stand halt Shakespeare auf dem Lehrplan.
    Wir brauchen keine Fachlehrer, die alles wissen. Wir brauchen Lernbegleiter, die ganz im Sinne der Biophilie-Maxime Schüler groß machen und ermuntern können, ihre Potentiale zu entfalten.
    Die Argumentation: mehr Fachlehrer ist gleich Lösung der Bildungsproblematik unterliegt einem Logikfehler. Oder würden mehr Ärzte weniger Krankheiten bedeuten?

  7. rd (Samstag, der 15. Juli 2017)

    @Thomas: Sehe ich auch so!

  8. rd (Samstag, der 15. Juli 2017)

    @Hans: „Lebensleistung“ ist ein schwieriges Wort. Da muss ich erst drüber nachdenken.
    Zum Gymnasium: Das waren gute Jahre. Weil wir uns viel Freiheit genommen haben und viele Regeln ignoriert haben. Wehrdienst und Uni waren dann mehr irrationales Lernen, Absurditäten erleben und so. Wobei ich während des „Studiums“ mehr bei Siemens war als in der TU. „Volksschule“ war nur grauenhaft.

  9. Thomas Kleiner (Samstag, der 15. Juli 2017)

    Ich persönlich bin der festen Überzeugung, dass jede Lebensleistung (wie auch immer diese noch zu definieren ist) TROTZ Schule (egal welche Schulart) erbracht wurde und nicht wegen der Schule. Was habe ich in 14 Schuljahren konkret gelernt, das mir wirklich etwas im Leben genutzt hat? Meist induziert durch Impulse von außen und/oder anderen außerhalb der Schule. Ich behaupte, dass ich es durchaus „zu etwas gebracht habe“ im Leben. Wenn es nach meinem Latein/Mathe/Physiklehrern im Gymnasium gegangen wäre, würde ich heute „Steineklopfen“ (Originalzitat). Diese Aussage löste schon damals nicht sofort Motivation aus bei mir!

  10. rd (Sonntag, der 16. Juli 2017)

    Lieber Thomas! Du sprichst mir aus dem Herzen. Aber wie schön wäre es doch, wenn unsere „Lebensleistung“ (der Begriff gefällt mir schon nicht weil da das wunderbare Wort „Leben“ mit einem häßlichen wie „Leistung“ verknüpft wird 🙂 ) durch unsere Schulteilnahme uns selber glücklicher und zufriedener (und wegen mir auch erfolgreicher) gemacht hätte (als wir es eh schon durch eigenes Wirken, wahrscheinlich aber wesentlich auch auf Grund persönlichen Glücks im Sinne von Zufall geworden sind).

    Zur Definition: Mir wäre der Begriff „Lebenswirkung“ lieber, besonders dann, wenn dieser Begriff auch die (Aus-)Wirkung auf das eigene „Lebensglück“ umfasst (eben nicht nur unseren Erfolg relativ bezogen auf die Umwelt bzw. auf unsere eigene Rolle in der sozialen Umgebung beschreibt).

  11. rd (Sonntag, der 16. Juli 2017)

    Lieber Hans, eines der wichtigen Lebensziele meines ganz lieben Freundes Werner Lorbeer, der ja leider vor mehr als einem Jahr verstorben ist, war möglichst „viel gute Pädagogen zu backen“. Das ist ihm auch gelungen!

  12. Hans Bonfigt (Sonntag, der 16. Juli 2017)

    Hallo Thomas,
    „Es ist nicht die Aufgabe der Schule Kulturtechniken wie Lesen, Schreiben und Rechnen zu lehren, sondern die Aufgabe der Schule ist es, den Geist zu entfachen, der diese Kulturtechniken möglich gemacht hat.“
    Ja, aber das tut ein Fachlehrer.
    Ich darf einmal einen zitieren:

    „Trotz dieser starken technologischen Impulse bin ich Lehrer geworden. An die Eltern unter Ihnen: Wozu ist Mathematikunterricht eigentlich gut? Stimuliert durch die Pädagogik treibt mich immer der Gedanke, dass es im Unterricht gar nicht um die c² = a² + b² – 2abcosγ geht, sondern um den Aufbau von nachdenklichen, selbstbewussten und charakterstarken Jugendlichen. Man benutzt die ästhetischen Möglichkeiten der mathematischen Probleme um die Schüler in einen bestimmten Erlebniszustand zu versetzen, der diese Erziehungsziele unterstützt. Mathematik als tool im Erziehungsprozess und nicht als ability.“

    Das trifft den Punkt, und Mathematik habe ich auch immer als Prozeß begriffen, mit vom Erzieher zu emanzipieren, schließlich konnte man von jedem beliebigen Punkt aus weiterarbeiten.

    Nach vierzig(!) Jahren kann ich mich noch an einige Mathematik-, Deutsch- und Lateinstunden erinnern, während derer man die buchstäbliche Stecknadel hätte fallen hören können. Es waren spannende Krimis vom Anfang bis zum Schluß, Reisen aus der Antike direkt in einen aktuellen Taschenrechner.
    Ich nehme das einmal zum Anlaß, hier etwas über Algorithmen zu schreiben, anstatt nur über meine Mitmenschen herzuziehen.

    LEIDER, LEIDER …
    kann man das Gymnasium heutzutage nicht mehr so genießen wie früher. Noten aller Art gingen mir am Arsch vorbei, den Sportunterricht schwänzte ich regelmäßig, Kunst dito, in Erdkunde und Geschichte beschäftigte ich mich mit anderen Dingen. Entsprechend waren meine Noten.
    In den Lieblingsfächern konnte ich nicht kompensieren.
    In Mathematik bekam ich stets ein mündliches „sehr gut“ und die schriftlichen Arbeiten dümpelten so bei drei bis vier herum. Das lag unter anderem daran, daß ich es ablehnte, Formelsammlungen zu verwenden („unehrenhaft“) und so allerhand Dinge selber herleiten mußte,
    manchmal, so wegen der Schönheit, gefielen mir alternative Lösungswege besser.
    Das Ergebnis entsprach nicht „den Erwartungen“ meiner Eltern, meinen dagegen umso mehr. Einmal habe ich dem Mathelehrer unter die Arbeit geschrieben, „sorry, das wird garantiert eine glatte 5, aber hey: Ich weiß JETZT, warum“.
    Der Lehrer schrieb eine „1“ darunter, „wegen des Erkenntnisgewinns“.

    Die Art des „Genußlernens“ ist aber heutzutage nicht mehr vorgesehen. Das (notwendige) Fokussieren auf einen guten Mathe-Schnitt macht alles kaputt.

    Und das von Ihnen so apostrophierte ‚Bulimie-Lernen‘ ist ja genau deshalb so widerlich, weil es in der Regel einen Unterrichtsstoff dauerhaft vergällt. So ‚genoß‘ ich Musikunterricht bei einem frommen Kantonisten, der schon ‚Gottsacker‘ hieß und es nie verstanden hatte, seinen Schülern irgendetwas über Musik nahezubringen und der ganzen Klasse Bach, Brahms, Beethoven und Chopin verleidet hat. Heute muß da jeder mitmachen, der „weiterkommen“ will.

    Lieber Roland,
    ja, der Begriff „Lebensleistung“ stinkt zum Himmel.
    Nur: Ohne minimale sprachliche und logische Fähigkeiten kann kaum noch jemand teilhaben an unserer Gesellschaft.
    Wittgenstein formuliert ja ganz hart, daß auch der kognitive Horizont durch die Sprache begrenzt sei.
    Und ‚mathematisch‘ sind Sie umso begrenzter, je weniger Strukturelemente, Sätze und Zusammenhänge kennen.
    Versuchen Sie einmal, Tangenten an zwei Kreise zu konstruieren ohne Kenntnis des Thalessatzes.

    p.s.:
    Das Pädagogenzitat stammt ebenfalls von Dr. Werner Lorbeer.

  13. Thomasd Kleiner (Montag, der 17. Juli 2017)

    @Hans:
    So langsam sehe ich des Pudels Kern (wobei Wittgenstein zurecht fragen würde, was den der Kwern eines Pudels ist und woher ich wisse zu wissen, dass das der Kern der Gattung Hund ist): ich danke für die sehr schönen Beispiele und das Zitat. Ich stelle nicht in Abrede, dass es Lehrer gibt, die sich Gedanken machen, damit Schüler „n einen bestimmten Erlebniszustand“ versetzt werden. Auch die Unterscheidung zwischen „tool“ und „ability“ fand ich sehr gelungen.

    Die Christophine ist eine Grundschule. Dort wird der Samen gepflanzt für ein gelingendes Lernen und damit auch für ein gelingendes Leben (ich weiß, Wittgenstein hätte jetzt die Frage aufgeworfen, inwieweit ich die Erlebniswelt eines Samens nachvollziehen könne).

    Wenn der Samen einmal aufgegengen ist, hat sich das lernende Kind immunisiert gegen die Versuche der Falsch-Richtig-Ich-weiß-es-am-besten-Lehrer und besteht dann auch auf einer staatlichen Schule. Dann sind die Lehrer egal, dann die Kinder haben das Lernen gelernt. Das können dann die Gottesäcker dieser Welt nicht mehr verderben.

    Und nur darum geht es der Christophine.

    @Roland:

    Wirkung und Leistung sind mir persönlich zu technisch-physikalisch und unterliegen den von Dir geschilderten Problematiken.
    Vielleicht kann eine Begrifflichkeit wie „Lebensorientierung“ eher hilfreich sein, dann der Begriff kann passiv verwendet werden: „Orientierung erhalten oder unterstützen“ oder aktiv „Orientierung stiften oder definieren“. Dadurch wäre die Aufgabe der Lernbegleiter klar, aber auch die Verantwortung an die Schüler definiert. Und die Frage, was Lebensorientierung gibt, läßt sich ja mit Hilfe der Biophilie-Maxime konkretisieren.
    Ich Euch für den anregenden Austausch.
    TKL

  14. rd (Mittwoch, der 19. Juli 2017)

    Ich bedanke mich ganz sehr für die vielen schönen Kommentare. Ich habe viel neue Erkenntnisse gewonnen (gelernt 🙂 ) und würde mich freuen, wenn Kommentare und Artikel einen Beitrag im konkreten für das Gelingen der „Christophine“ und im allgemeinen für die Verbesserung der pädagogischen Situation an Schulen leisten würden. Jetzt arbeite ich am Artikel „Christophine 2“, in dem ich meine Erfahrungen beim Besuch der Schule schildern werde.

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