Roland Dürre
Samstag, der 27. August 2011

Was ich nicht mag … #12 Plastikmüll überall!

Wenn ich durchs kleine Wäldchen nahe beim Crema Gelato in Ottobrunn in Richtung des ehemaligen Flugplatzes radele liegen die Plastikbecher des Eis-Cafés am Boden. Wenn ich nach Unterhaching radle liegt der Plastikmüll zwischen Radweg und Straße.

Jetzt bin ich im Urlaub in einem wunderschönen Land am Mittelmeer. Und hier in Griechenland ist es noch viel schlimmer. Vor einem Jahr habe ich von der Vermüllung des Peloponnes berichtet. Und so erleben wir es auch jetzt wieder auf unseren Radtouren. Alle paar Meter finden sich Müll-Exzesse, und immer ist Plastik ohne Ende dabei.

Günther Bonin hat gemeinsam mit Freunden einen gemeinnützigen Verein gegründet. Er heißt „One Earth – One Ocean“ und soll dem Plastikwahnsinn begegnen. Auf dem Land – aber auch vor allem auf den Meeren.

Günther ist Segler. Er kann es nicht fassen, dass zum Beispiel im Pazifik der Plastikmüll sich auf einer Fläche der Größe Mitteleuropas auftürmt. Und dass das keinen stört! Aber er hat tolle Ideen, was man da machen könnte. Für die will er jetzt arbeiten und kämpfen.

Werner Lorbeer hat vor kurzem in IF-Blog ein globales Öko-Re-Engineering gefordert. Auch er hat Recht. Wenn wir nicht bald anfangen, etwas zu tun, könnte es ganz plötzlich zu spät sein.

Wichtig ist, dass wir alle unser Bewusstsein und Handeln ändern. Dass man das Zeug nicht in die Natur schmeißt, ist doch eigentlich klar. Noch besser wäre es, das Zeug erst gar nicht zu produzieren. Und vor allem: es auch nicht zu kaufen! Dass es ohne den Plastikmist genauso geht, ist leicht zu belegen.

Es ist doch  auch klar, dass man Schäden, die man erst gar nicht verursacht, auch nicht aufwändig reparieren muss. Wenn das überhaupt noch möglich ist. Vielleicht ist es mit unserem Planeten wie mit einer wertvollen Porzellanvase: Geht sie zu Bruch, dann kann man sie vielleicht wieder zusammen kleben. Aber ihre Unversehrtheit hat sie verloren.

Wir sind eine Welt. Und wir haben nur eine Welt. Gerade die reichen Völker haben eine besondere Verpflichtung, die Dinge wieder in Ordnung zu bringen. Nicht zuletzt, weil sie auch am meisten zerstört haben.

RMD

P.S.
Lese gerade in der Süddeutschen von gestern, dass es auf der Welt 8,7 Millionen Arten geben soll. Mit einer Unsicherheit von plus oder minus 1,3 Millionen. Und dass die meisten Spezies noch unentdeckt sind. Die Zoologen entdecken etwa 6.000 Arten pro Jahr. Bei dieser Geschwindigkeit müssten sie 1.200 Jahre katalogisieren, um alle zu erfassen. Aber es gibt einen „Trost“: Es wird nicht so lange dauern, da die Arten im verschwinden sind.

Gleich darunter lese ich, dass der Nachfolger des Hubble-Teleskops, das James Webb Space Teleskope um die 8,7 Milliarden USD kosten soll. Wie teuer S21 letztendlich wirklich werden wird, wissen wir nicht. 5 Milliarden USD dürften aber nicht reichen.

Wenn man nur diese beiden Projekte streichen würde, hätte man schon mal ein gutes Startkapital für One-Earth-One-Ocean oder Öko-Reengineering. Und wahrscheinlich gibt es beliebig mehr Ausgaben, die zu streichen noch sinnvoller wäre.

P.S.1
Beim Lesen des aktuellen Spiegels habe ich eine Anzeige der PVC-Industrie gefunden. Eine Frechheit!

P.S.2
Die Bilder einer ziemlich müllfreien und heilen Landschaft sind aus Finnland vom Juni 2011

2 Kommentare zu “Was ich nicht mag … #12 Plastikmüll überall!”

  1. Chris Wood (Sonntag, der 28. August 2011)

    Yes Roland, and I dislike glass even more. It breaks and then cuts people and bicycle tyres. In Greece it starts fires, by lens effect. In Hohenbrunn, I have collected and disposed of kilograms of rubbish that I find when I go for a walk. I have never seen any other private person doing the same!
    Your mention of „Unversehrtheit“ ignores reality. Life, particularly human life, has already changed the Earth drastically, and will continue to do so. It is no use trying to get it to fit your childhood memories. The most drastic change is due to agriculture, but if Europe were again covered in forests, it could support only a small fraction of the current human population.

  2. Benedikt (Mittwoch, der 21. September 2011)

    Hier haben mal ein paar junge Leute getestet, wie es wirklich um die Bereitschaft steht, auf Stofftaschen umzusteigen, um den Plastikmüll zu reduzieren. Vielleicht gefällt es euch ja 😉 : http://www.youtube.com/watch?v=kO_kuNZ_KBc

Kommentar verfassen

*