Roland Dürre
Samstag, der 29. Oktober 2011

Was ich nicht mag … #16 Autoratschende Mütter

🙂 Heute nörgele ich mal über die schicken und schönen Edelmuttis.

Täglich begegnen sie mir auf dem Weg zur Arbeit. Sie sitzen in SUV’s oder Luxuskarossen. Man merkt ihnen ihre Überraschung an, wie denn ein Erwachsener in so einem Schmuddelwetter radeln kann. Sie schauen aber auch immer ein wenig ängstlich oder zornig. Je nachdem ob sie Angst haben, mich zu überfahren – oder der Meinung sind, dass Radler auf so engen Straßen wirklich nichts verloren haben …

Warnung:
Der folgende Artikel ist natürlich extrem frauenfeindlich!

Entschuldigung:
Hiermit entschuldige ich mich schon im voraus bei allen Müttern und Frauen, die es noch werden wollen.

Mitten in Riemerling-West zwischen Waldpark-, Herbst- und Sommerstraße gibt es eine kleine Parkanlage. Ein bisschen verwahrlost, deshalb von uns und unseren Kindern immer liebevoll das kleine Wäldchen genannt.

Dort wurde ein großer Kindergarten gebaut. Es gab da natürlich einen Riesenaufstand im vornehmen Viertel. Auch ich war ein wenig gespalten. Bin zwar immer für Kinder und Infrastruktur. Hätte aber lieber eine der Villen mit großen Grundstücken in der Nachbarschaft für den Bau des Kindergarten genutzt. Und nicht ein weiteres Stück Natur geopfert. Die alten Villen werden eh der Reihe nach abgerissen und die großen Grundstücke mit mehreren Doppelhäusern „verdichtet“.

Das ist schon ein paar Jahre her. Wenn ich jetzt morgens zur Arbeit fahre, begegnen mir regelmäßig Edelmuttis, die ihre Kinder – natürlich mit dem Auto – in den Kindergarten bringen. Kinder mit dem Auto in den Kindergarten bringen zu können ist ja eine der Errungenschaften unseres Wohlstands. Ein Besitzstand, auf den wir auf keinen Fall verzichten wollen. Und natürlich kommen unsere Muttis nicht in den so ganz kleinen Autos.

Nicht nur für Edelmuttis ist das „in den Kindergarten bringen“ ein wichtiger Teil ihres Lebens. Das Einzelwunschkind ist ja schon die Krönung ihres Lebens. Und jetzt bringt es auch den Zusatznutzen von erweiterter sozialer Kommunikation!

Auch schicke aber nicht immer ganz so schicke Mütter genießen das. Die treffe ich auf meinem Wege zur Arbeit. Zwanzig Minuten später sehe ich sie in Unterhaching bei einem Kindergarten unweit der InterFace AG. Diese Mütter sind auch mal zu Fuß oder mit dem Rad da. Ratschen tun sie natürlich auch, im Schmuddelwetter unterm Vordach des Kindergartens oder schirmbewehrt.

Das ist gut so. In der an Kommunikation so armen Mutterwelt der modernen Zeit entsteht so eine Möglichkeit, andere Mütter zu treffen und sich über die genialen Fähigkeiten ihrer Sprösslinge, aber auch über Gott und die Welt auszutauschen. Ich habe manchmal den Eindruck, dass die Mütter fast soviel Zeit vor dem Kindergarten verbringen wie ihre Kinder im Kindergarten. Zwischendurch müssen sie halt mal ganz schnell Einkaufen gehen.

Bei uns in Riemerling gibt es aber ganz besondere Mütter-Kindergarten-Treffen. Es passiert, dass die eine Mutti erst ankommt, wenn die andere Mutti gerade erst los fährt. Die beiden Autos begegnen sich in der Sommerstraße vor dem Kindergarten. Im einen Auto – Mutti noch mit Kind. Und im anderen Auto – Mutti schon ohne Kind. Sie hat das ihre abgeliefert und ist jetzt frei für die sonstige Selbstverwirklichung.

Aber halt. Natürlich wollen die beiden schicken Muttis in ihren Edelkarossen nicht auf die ihnen zustehende soziale Kommunikation verzichten. Stellt sie ja eine der wenigen Belohnungen für ihr hartes Los als Mutter dar und entschädigt so für die vielen Opfer, die frau auf sich genommen hat.

Also halten die Autos an. Die Fenster werden – natürlich elektrisch – geöffnet. Die Motoren laufen weiter. Fröhliches Schwatzen durchs Autofenster versetzt die Fahrerinnen in eine Form von Autismus gegen die Umwelt.

Jetzt sind die Straßen in Riemerling für SUVs und Kleinbusse recht eng. So komme ich als Radler kaum durch, muss auf den Gehsteig. Macht mir aber nichts, ich freue mich immer, wenn schöne Frauen glücklich sind.

Die Mütter aber ratschen weiter und trennen sich erst, wenn eine andere Mutter kommt und dreimal hupt, weil sie ihren Nachwuchs ausladen will. Oder der schon vergessene Nachwuchs in dem einen der beiden Autos plärrt, weil er auch ausgeladen werden will.

So eine Begegnung hatte ich gestern wieder. Passiert aber immer öfters in unserem schönem Riemerling.

Was mache ich?

Ich bin dann immer versucht, die „Autoratschenden Muttis“ zu fotografieren und eine Bilderserie im Internet anzulegen. Das ist aber gegen den Datenschutz – also mache ich es nicht und berichte hier ohne Foto. Eigentlich schade.

Ansonsten habe ich gute Erinnerungen an meine sieben Kinder. Die habe ich mit dem Fahrrad in den Kindergarten gebracht. Das war schön, ich bin sehr glücklich weiter in die Arbeit geradelt.

RMD

P.S.
Habe mich auch schon über schicki-micki Damen geärgert, die bei schlechten Wetter in der Waldparkstrasse ihren Hund mit dem Auto „Gassi geführt“ haben. Dazu muss man wissen, dass wir in der Zeit mit kleinen Kindern immer Hunde hatten.  Die Hunde habe ich viel ausgeführt und dabei die „Autogassigehenden Frauchen“ kennen gelernt. Auch eine sehr interessante Spezies.

 

 

 

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