Aus der City kommend radele ich vom Sportpark zu InterFace durch das Neubaugebiet. Was sehe ich da?

Ein neuer Edeka wird ankündigt! Und gleich in der Nähe kurz vor dem Kreisverkehr zur InterFace – zwischen Aldi und Lidl wird ein neuer Drogeriemarkt gebaut.

Ganz gleich in welche Richtung ich aus Unterhaching heraus oder hinein fahre, überall gibt es Discounter wie Aldi, Lidl und weitere. Auch Edeka, Rewe, Tengelmann und weitere sind mehrfach vertreten. Oft sogar direkt neben oder in nächster Nähe zur Konkurrenz.


Auch Drogeriemärkte gibt in und um Unterhaching im Überfluss. Das sind Geschäfte, die voll sind mit höchst überflüssigen und gelegentlich unverschämt teuren Produkten. Nicht weit weg sind dann die Gewerbegebiete mit Bau- und Pflanzenmärkten. In Richtung Ottobrunn kommt dann gleich das Isar Center, natürlich auch mit noch einem Lidl. Obendrauf gibt es dann noch einen Ikea und einen Metro. Alles eng beieinander, in wenigen Minuten mit dem Fahrrad abzufahren.

Und immer ist ein großer Parkplatz dabei. Der Boden wird mehr und mehr versiegelt.  Obwohl es in kürzester Entfernung mehr als genug Einkaufsmöglichkeiten gibt! Ich weiß echt nicht, wer da überall hin zum Einkaufen gehen soll.

Das ärgert mich!

Die neuen Discounter sind keine Geschäfte mehr. Sondern nur noch Umschlagplätze für Waren. Paletten werden angeliefert, wenn man Glück hat, werden die Waren noch in Regale eingeräumt. Selbstbedienung ist ganz groß in Methode. Selbst die Kassiererin wird demnächst durch eine automatische Kasse abgeschafft.

Die Waren kommen aus einem Zentrallager, werden im mobilen Zwischenlager LKW zwischengelagert und „Just in Time“ geliefert. Service und Beratung sind – natürlich – Fehlanzeige. Und weil es so viele davon gibt und die Öffnungszeiten länger geworden sind, sind diese Läden meistens leer. Auch die überdimensionierten Parkplätze davor sind nie mehr voll.

Die Umschlagshäufigkeit der Waren in den Geschäften sinkt natürlich. Auch deswegen werden die Produkte – siehe Milch – mit immer länger werdender Haltbarkeit ausgestattet. „Konvenient“ ist Trumpf, die Logistik diktiert die Bedingungen bei Verpackung und Produkt.

So passiert das, was logisch ist: Den Handelskonzernen geht es wirtschaftlich ausnahmslos schlecht. Aber das kümmert sie nicht. Sie bauen weiter neue Läden, mit Vorliebe gegenüber der Konkurrenz.

Ich kann mir nur vorstellen, dass sie mit dem Rücken zur Wand stehen. Jetzt führen sie ihren letzten Vernichtungsfeldzug gegeneinander und sind dabei, sich selbst und ihre Konkurrenten zu ruinieren. Von vernünftigen Einkaufsstrukturen mit einem nachhaltigen Produktangebot ohne Verschwendung sind wir aber Lichtjahre entfernt.

Was ich mache:

Ich kaufe keine Drogerie-Produkte mehr außer gelegentich Seife und selten Rasierklingen. Kaufe überhaupt so wenig wie möglich ein. Dazu versuche ich mich gegen die Versuchung von Schnäppchen zu immunisieren und mich so nicht zu Unsinnskäufen verführen zu lassen. Ich meide Discounter wenn irgendwie möglich und versuche nie auf Vorrat einzukaufen, sondern immer nur das zu erwerben, was ich ganz konkret brauche. Oder mir einbilde zu brauchen. Und sogar das ist erstaunlich wenig.

RMD

Be Sociable, Share!

2 Kommentare zu “Was ich nicht mag … #8 Neubau von Discounter, Super- und Drogeriemärkten an jeder Ecke”

  1. Chris Wood (Montag, der 8. August 2011)

    At least Aldi is never empty when I go there, at all times of the day. There are at least a dozen people queued at every cash desk. I assume that customers buy more because they don’t want to wait so long just for a couple of items. So, often only one cash desk is active, although extra ones could be opened.
    All these discounters remind me of a fact about plant evolution. Plants have much more chlorophyll than they can efficiently use. Why do they waste energy producing it? It causes darker shadow under the plants, thus suppressing young competitors trying to grow up from underneath. Evolution works everywhere.
    By the way Roland, it is lucky that Barbara is there to buy toothpaste for you.

  2. rd (Montag, der 8. August 2011)

    Hi Chris, anscheinend gehst Du nicht zu den vielen Aldis in Unterhaching. Da ist es immer ziemlich ruhig. Die alten Zeiten, wo sich die Menschen um Sonderangebote prügelten, man um einen freien Parkplatz froh und es im Geschäft noch richtig voll war, sind vorbei.

    Eine Schlange von 12 Kunden vor einer Kasse würde dem Filialleiter seinen Job kosten.

    Aber wenn Du schreibst, dass nur eine Kasse offen ist, dann frage ich, warum da meistens vier oder mehr teuere Kassensysteme vorhanden sind? Haben die Discounter sich mit ihrer Umsatzerwartung völlig verplant?

Kommentar verfassen

*