Ich empfinde kostenpflichtige öffentliche Toiletten als Symptom des Niederganges unserer Gesellschaft!

Auf den Flughäfen dieser Welt gibt es immer ganz viele Toiletten. Die Anzahl ist gigantisch, jede ist sehr großzügig ausgestattet. Toiletten in Flughafen erlebe ich eigentlich immer als sauber – und selten als überlaufen.

Am Flughafen in München soll ich nach meinem kostenfreien Geschäft sogar noch elektronisch mein Feedback zum Toiletten-Erlebnis abgeben. Durch Knopf-Druck auf Sensoren mit Smiley-Symbolen am Ausgang. Wohl der neustes Schrei. Die Luxus-Toiletten an unserem und allen anderen mit bekannten Airports sind immer kostenlos.

Die Ausrede „Das muss so sein, weil man da ja kein Münzen in der nationalen Währung dabei hat“ zieht auch nicht mehr.  Wir haben eine große gemeinsame Währung in Europa, außerdem verfügt jeder erwachsene Flugzeug-Reisende über mindestens eine Kreditkarte oder ein ähnliches globales Zahlungsmittel (Handy). Und Kinder dürfen auch in den deutschen Malls in der Regel unten durch. Und ein Land mit einer eigenen Währung wie die Schweiz könnte das leicht organisieren, z.B. in Form von 2 Piesel-Münzen bei der Einreise, verwendbar in den kostenpflichtigen Toiletten des Flughafens.

Aber Fluggäste sind halt etwas besonderes und so sind Flughäfen privilegierte Orte. Auch was die Toiletten betrifft. An Bahnhöfen gibt es auch Toiletten. Die dagegen kosten aber richtig Geld. Außer, wenn man als privilegierter Bahnfahrer eine „BahnCard Comfort“ hat. Dann darf man in die Lounge – und kann dort umsonst „pinkeln“. Aber dies auch nur in den großen Städten.

Auch im ZOB (Zentralen Omnibus-Bahnhof) an der Hackerbrücke gibt es es eine moderne und saubere Toiletteanlage. Auch kostenpflichtig und sündteuer.

An den vielen kleinen Bahnhöfen und Busbahnhöfen gibt es aber meistens gar keine Toiletten. Wer viel mit regionalen Landbussen fährt, der weiß, dass so mancher Hub völlig in der Prärie ist.

Politker & Penner

Am Hauptbahnhof bemerkt man die Folgen dieser Politik. Denn in dieser Region gibt es ein wenig mehr Obdachlose. Und Das „Pieseln“ ist denen dann zu teuer. Man sieht und riecht die Folgen.

Jetzt stelle ich mir mal vor, ich bin ein Bahnhof-Penner.

Und schon älter – und muss so vielleicht ein wenig öfters als in jungen Jahren. Wenn ich dann in der Nähe des Hauptbahnhofs residiere und legal „meinen Geschäften“ nachgehen möchte, dann wird das teuer.

Sagen wir, ich muss 10 Mal am Tag. Einmal kostet mittlerweile mmer deutlich mehr als 50 Cent, oft bis zu einem Euro (noch). Dann wird das teuer. Es entstehen Kosten von 5 – 10 EURO am Tag. Nur für die Entsorgung meines Körpers. Wahrscheinlich ist das teurer als die Versorgung desselbigen.

Auch als Pfandflaschen-Sammler käme ich nicht sehr weit. Für die Bierflasche aus Glas gibt es weniger als 10 Cent, und auch die wertvolle Wertstoff-Flasche vom Aldi bringt nur 25 Cent. Das heißt ich muss mindestens 10 Bierflaschen finden um einmal zu pieseln. Am Tag wären das dann nach meiner Rechnung 100 – eine echte Herausforderung für den Penner.

Dann bleibt eigentlich nur eins. Ich muss mobil sein – und zum Flughafen umziehen. Fürchte aber, dass dort die Security genauso fit ist wie die Truppe der WC-Reiniger. Und am Flughafen wird bestimmt kein Platz für Penner sein. Ja, das Leben wird – nicht nur – für Penner immer schwieriger.

Ich finde es immer wieder schlimm, dass unser Gemeinwesen kein Geld mehr für öffentliche Toiletten und ähnlich wirklich wichtige Dinge hat. Die Versorgung mit solcher Infrastruktur  im öffentlichen Raum ist doch eine zentrale Basis-Aufgabe eines Gemeinwesens.

So fordere ich öffentliche, saubere und kostenfreie Toiletten an allen belebten Orten! Und nehme dafür auch eine Video-Überwachung mit Alarmfunktion an solchen Plätzen  in Kauf, damit die Vandalisten solcher Orte erwischt und zur Rechenschaft gezogen werden können.

Bestrafen würde ich die Vandalisten übrigens nicht mehr mit Geldstrafen und Gefängnis. Sondern sie als zur Arbeit an dem Ort als Toilettenmann/-frau verpflichten.

🙂 Inklusive dem Recht, dann auch die Toiletten auf anständige Art und Weise nutzen zu dürfen.

RMD

1 Kommentar zu “Was ich nicht mag #31 – Das kostenpflichtige WC im öffentlichen Raum – ein Toilettenpost”

  1. Chris Wood (Freitag, der 14. Juni 2013)

    An election is coming soon. I doubt whether any party has this in its program. I guess the best chance would be with the SPD. But the SPD has a reputation for being less careful with taxpayers‘ money. So how should one vote? Luckily, as a foreigner I do not need to choose. I have now found out that I could very probably get dual nationality. The paperwork would cost about €2000, but what would I get out of it?

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