Roland Dürre
Montag, der 27. Juni 2011

Was soll ich nur schreiben …

Zurzeit habe ich ein Problem, etwas zu schreiben. Finde keine gescheiten Themen mehr.

Zur Politik kann man nicht mehr viel sagen. Ist einfach zu peinlich.

Soll ich mich wirklich dazu äußern, dass Steuergelder beliebig an einen Pleitestaat verliehen werden, obwohl jeder weiß, dass die Gelder verloren sind. Im „normalen“ Geschäftsbetrieb“ nennt man so etwas Veruntreuung.

Oder soll ich mich darüber auslassen, dass wir die Gelder ja „alternativlos“ verleihen müssen, damit unsere Banken und Pensionskassen (und am Schluss gar Bundesländer wie NRW) nicht pleite gehen?

Oder soll ich darüber motzen, dass die Europäische Zentralbank (EZB) vor allem die Schrottforderungen der französischen Banken an Griechenland vom Markt gekauft hat, mit dem edlen Ziel, Griechenland zu retten. Und ich würde mich dabei doch nur schämen, klammheimlich daran denken zu müssen dass es da eine Verbindung mit Herrn Jean-Claude Trichet geben könnte, der ja einerseits der Präsident der EZB und andererseits auch Franzose ist.

Nein, über Politik zu schreiben, das macht keinen Spaß mehr, genauso wenig wie unsere Kanzlerin zu kritisieren. Über was soll ich denn dann schreiben?

Heute Nacht habe ich schlecht geträumt. Das wäre vielleicht etwas. Ich wurde (im Traum) von einer lieben Freundin mit hohen akademischen Würden dazu gebracht, an ihren psychologischen Versuchen teil zu nehmen. Es ging um die Kommunikation zwischen Mensch und Tier.

Und ich musste immer zu riesengroßen und stinkenden Raubkatzen in den Käfig – zur Adaption. Glücklicherweise bin ich dann vor dem großen finalen Experiment aufgewacht. Schuld an diesem Albtraum war, dass ich am Abend davor zu viel im Buch „Denken hilft zwar, nützt aber nichts“ von Dan Ariely gelesen habe. Gutes  Buch, sollten wir auch mal in IF-Blog besprechen. Da stehen Versuche drin – kriegt man tatsächlich Albträume (wie ich jetzt bewiesen habe).

S21 ist auch langweilig. Laut Computersimulation kann der geplante Tiefbahnhof im Bahnknoten Stuttgart21 demnach in der morgendlichen Spitzenstunde 49 Züge abfertigen! Möchte nicht wissen, wie viele Züge 1936 in einer morgendlichen Spitzenstunde abgefertigt wurden. Könnte ja sein, dass die Eisenbahn mal wieder gebraucht wird. Nein, das ist auch nichts, über das sich zu schreiben lohnt.

Hi – jetzt fällt es mir ein: Wir haben die Frauen-WM in Deutschland! Unser neues Sommermärchen. Das wäre doch etwas, so wie das Ereignis hoch geputscht und vermarktet wird. Könnte die moderne Form von Olympiade 1936 sein. Da schreibe ich etwas dazu!

Der Sieger steht auch schon fest. Natürlich Schland. Aber dann fällt mir ein, dass die U15 von Osnabrück vor der WM in einem Testspiel gegen die deutsche  Nationalmannschaft der Frauen ein 1:1 erreicht hat (oder genauer: die Deutschen Frauen ein 1:1 gegen die U15 von Osnabrück erreicht haben). Weil die sich natürlich den älteren Damen gegenüber ein wenig zurückgehalten haben. Und über Jugendfußball will ich eigentlich auch nicht schreiben.

Wie ich den Artikel so schreibe, kommt die Barbara und bringt mir den
„Fragebogen zur Prüfung der Vertrauensschutzregeln“
für die Rentenversicherung. Soll ich ausfüllen. Es gibt wichtigeres als Bloggen, meint sie!

Habe erst vor kurzem schon mal einen Fragebogen für die Rentenversicherung ausgefüllt. Auch diesmal steht nur Quatsch drin. Zumindest verstehe ich es nicht. Es geht wohl um die Verschiebung der Renten-Altersgrenzen. Muss ich ausfüllen. Mache es wie bei der Einreise in die USA. Immer NEIN Ankreuzen. Schadet bestimmt nicht!

RMD

 

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1 Kommentar zu “Was soll ich nur schreiben …”

  1. Chris Wood (Sonntag, der 3. Juli 2011)

    I find enough to write about nonsense in papers. I am not talking about Bild, which is not worth wasting my time on. One still finds enough in SZ. This is my favourite paper, even if it reports too little cricket and bridge. Of course there is enough nonsense on TV and radio too, but that is too ephemeral to encourage written response.

    My first example is the taxation proposal of a certain ex constitutional judge. What an idiot! He speaks and writes about a flat 25% tax on everything. This rightly disqualifies his idea. When one listens or reads further, one learns that he does not really mean it. He wants some income to be tax free, and then some to be taxed only partly. Thus, the total taxation is 0% for low incomes and approaches 25% asymptotically for high incomes.
    Similarly he agrees with higher taxation for damaging activities, that tend e.g. to ruin the climate, or to kill innocents on roads (alcohol). He mentions smoking that increases medical costs, apparently not realising how much it saves in pension payments. Any poor person paying no taxes will read no further after seeing the initial „25%“ statement. If our amateur politician is so bad at selling his idea, it casts (fully justified) doubts on his proposals.

    I skip over a piece about the Kundus whitewash. It says what it needs to.

    Then comes a piece about Strauss-Kahn. This is Ok until the last sentence, which refers to „the bad old days, when in case of doubt, the man was believed“. What has improved? Have we abandoned the principle of „in dubio pro reo“? Do we now toss a coin to decide whom to believe? No we still try to find grounds to believe one or the other, and then give the accused the benefit of remaining doubt.

    Getting down to more important matters, I found an interesting article about the All England Lawn Tennis and Croquet Club in Wimbledon. It seems that when tennis started there, the first tennis champion predicted that tennis would not become popular. (Was it the same when the Austria Wien cricket and football club started playing football)? He saw cricket as the sport of the future.
    The writer then remarks: „at least cricket in contrast to croquet is still played“. „Still played“ is an understatement. Cricket is enormously popular, particularly in India and Pakistan. It is also played in Afghanistan, Holland, Zimbabwe and even Germany. Like football it has profited greatly from TV, where zooming enables viewers to see how the ball swerves in the air and spins off the pitch. See http://www.cricket.de/.
    But mainly I want to point out that croquet is still played, even (increasingly) in Germany. I am not just referring to the croquet played by my family in the garden when we lived in Solln. See http://www.croquetworld.com/News/germany.asp
    My brother Philip and I played at university. He was better than I at both cricket and croquet. Now we have given up cricket, but Philip still plays croquet well in Kenilworth.

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