Roland Dürre
Mittwoch, der 23. Oktober 2019

Wasser predigen, Wein trinken.

In Bayern24 findet sich ein interessanter Artikel mit der Überschrift

E-Scooter in Bayern: Von Verkehrswende keine Spur

Zusammengefasst ist die Aussage des Artikels, dass ein mit dem E-Scooter gefahrener Kilometer grob gerechnet genauso viel Kohlendioxid und Umweltschaden verursacht wie ein mit dem Auto zurück gelegter.

Zwei K2-Scooter, nach der Jahr- tausendwende gekauft und bald 20 Jahre gerne von allen Familien- mitgliedern genutzt. Jetzt beginnen sie, den Enkeln Freude zu machen.

Ich zitiere auszugsweise Aussagen aus dem Artikel, der eine Einschätzung der Situation mit den E-Scootern nach vier Monaten widergibt:


… Ein Baustein für die Verkehrswende wird der E-Scooter nicht. Dafür fällt die Klimabilanz viel zu schlecht aus
… laut einer Studie des Mobilitätsberaters „civity“ werden die Roller vor allem für Fahrten von unter zwei Kilometern benutzt – eine Strecke, die die Befragten sonst zu Fuß oder mit dem Rad zurückgelegt hätten
… Die Hochzeiten der Nutzung sind abends und am Wochenende – ein Hinweis, dass die Roller eher für Touristentrips und Spaßfahrten
… Eine Alternative zum Auto? Eher nicht …

… Klimasünder E-Scooter? Eher schon …
„Zum einen kann man sagen, was verbraucht die Fahrt eines E-Scooters? Das ist im Vergleich zum Auto geringer. Wenn man aber das nächtliche Einsammeln und die Produktion miteinrechnet, kann man sagen: 100 Kilometer mit dem E-Scooter verbrauchen ungefähr so viel wie mit einem benzinbetriebenen Durchschnittsauto.“ (Quelle Green City) …
Der Leihscooter hat laut Hersteller eine Lebensdauer von rund einem Jahr, auch der Akku, der – anders als beim E-Bike – fest im Roller verbaut ist. Danach muss der Akku recycled werden, die Alu-Teile des Rollers werden Ersatzteile für Reparaturen …

Fast zynisch empfinde ich die Stellungnahme der Landeshauptstadt:

Die Stadt München ist nach vier Monaten trotzdem zufrieden. Sie bekommt Nutzungsdaten von den E-Scooter-Verleihern: Gefahrene Kilometer, durchschnittliche Fahrtdauer, besonders frequentierte Gebiete. Und solche Daten sorgen vielleicht am Ende dafür, dass Fahrradwege breiter und Straßen enger werden. Dann hätte der E-Scooter seinen Beitrag zur Verkehrswende doch noch geleistet.


Und ich zweifel mal wieder an unserer Politik. Diese aktuellen E-Scooter sind doch für uns in der BRD so etwas wie ein neues Produkt. Und da hätte man doch (siehe den rot markierten Text) Zulassung des Produkts eine Vorschrift erlassen können, dass die Reperarturfreundlichkeit sicher stellt.

So wie Ralf Klagges (der Gründer meiner Lieblingsradfahr-Manufaktur Utopia) dafür sorgt, dass bei den Akkus an seinen E-Fahrräderne auch die Zellen, die Steuerung und der GMS/GPS-Teil im Akku relativ einfach getrennt ausgetauscht und repariert werden können. Das sind übrigens Akkus, die das holländische Unternehmen Van Raam herstellt aber gemeinsam mit Utopia entwickelt hat.

Aber solche simplen Gedankengänge sind für die Herren Minister und Ministerialdirigenten im Bundesverkehrs- und sonstigen Ministerien dann doch wohl zu komplex.

Und dann wird halt beteuert, dass man den Planeten schützen will. Aber wenn neue Mobilität zugelassen wird spielt das keine Rolle mehr.

So wie man angekündigt, dass die Bahn preiswerter werden und ihr Angebot erhöht werden soll aber in der Realität die Preise steigen und die Verbindungen reduziert und schlechter werden.

Und weiter Wachstum über ALLES stellt. Eine große Idiotie, die glücklicherweise immer mehr Menschen nicht mehr mitmachen wollen.

RMD

1 Kommentar zu “Wasser predigen, Wein trinken.”

  1. Hans Bonfigt (Mittwoch, der 23. Oktober 2019)

    Hahahaha. Wer hätte das jetzt gedacht.

    Und: Wie groß ist der Radius des vorderen Rädchens, wie hoch ist eine Bordsteinkante ?

    Der „Scooter“ ist das SUV des Fußgängers.

    Übrigens:
    Welches Verkehrsmittel ist MAXIMAL umweltschädlich mit einem Verbrauchsäquivalent von etwa 66 Litern Diesel pro !00 Kilometern ?

    Na ?

    Jawohl, die Bahn !
    Dieses hochinteressante Ergebnis stellt sich ein, wenn man Unterhaltung und Betrieb des Fahrweges sowie die Leit- und Sicherungstechnik in die Energiebilanz einbezieht.
    Dagegen ist das Flugzeug mit etwa 9 Litern ein Sonderangebot !

    Auch die Frau Rackete, obwohl mir selbst nicht unsypathisch, kann ich nicht verstehen: Auf der einen Seite geriert sie sich als Klimaaktivistin, auf der anderen Seite holt sie mit jedem aufgefischten Asylerpresser etwa 100 Tonnen CO2 pro Jahr ins Land.
    Die SED-Nachfolger empfehlen, Katzen abzuschaffen. Zuviel CO2. Kein Witz.

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