Roland Dürre
Montag, der 11. Februar 2013

Wasser

Wenn wir Manager Mittags zum Essen gehen, dann trinken wir Wasser.  Still oder ein wenig gesprudelt. Obwohl es so gute Getränke wie Saft und Saftschorle, CocaCola und viele andere Kunstgetränke gibt. Und nicht zu vergessen – das leckerste Bier der Welt und eine beachtliche Anzahl guter Weine.

Trotzdem trinken wir Wasser. Zum einen, weil es uns gut tut. Vielleicht ist das aber auch ein wenig eine Form von „Neuer Bescheidenheit“. Einfach mal auf zu viel schädlichen Wohlstand ein wenig verzichten. Beim Siemens vor dreißig  Jahren war das noch anders – da haben die Manager im OFK (Oberen-Führungs-Kreis) selten im Gästekasino ohne das kleine Glas Wein dabei gespeist. Und vielleicht noch anschließend ein Zigärrchen geraucht. Und die Führung war damals wohl auch nicht schlechter als heute.

Aber eigentlich schreibe ich hier über die alten Zeiten nur, weil ich immer mehr verstehe, wie wichtig Wasser für uns und die Welt ist und wird.

Die EU-Kommission aber will jetzt auch den Markt der Wasserrechte für die Privatisierung freigeben. Und zum Beispiel auch Kommunen zwingen, ihre Wasserwerke zu privatisieren. Monitor hat darüber am 13.12. eine Sendung ausgestrahlt:

Geheimoperation Wasser:
Wie die EU-Kommission Wasser zur Handelsware machen will.

Es geht darum, dass die EU-Zuständigen den Markt öffnen wollen für eine Privatisierung der Wasserrechte. Laut WDR wird Portugal bereits dazu gezwungen und muss jetzt wohl den 4-fachen Wasserpreis bezahlen. Griechenland wird es nicht anders ergehen.

Privatisierung bedeutet auch, dass der Wasserpreis zukünftig vom Börsenkurs abhängen kann. Wasser könnte ein Exportschlager werden und die Qualität nicht mehr nach gängigen Richtlinien bestimmt werden. Letzten Endes können Großkonzerne den Wassermarkt noch mehr kontrollieren, als dies nach meinem Wissen schon jetzt der Fall ist.

Es gibt auch schon eine Unterschriften-Aktion gegen dieses EU-Vorhaben, die wohl zum heutigen Tage schon mehr als eine Million an Stimmen  gesammelt hat.

Mich macht das alles betroffen. Weiß ich doch, wie wichtig das Wasser für Menschen ist und wie viele Menschen schon heute in der Welt massiv leiden, weil sie über kein Wasser verfügen. Kenne auch Zahlen, die zeigen, dass Wasser bald wertvoller als Öl sein könnte.

Mir persönlich erscheint es sinnvoll, wenn Betriebe, die Ressourcen verteilen und Infrastruktur bereitstellen, im Eigentum der öffentlichen Hände sind und bleiben. Das erschien mir immer als ein kluger Kompromiss zwischen Formen von Allmende-Organisationen und -Regelungen und der Privatisierung im Rahmen eines globalen Kapitalismus.

Je älter ich werde und von unseren Wirtschafts-, Lobbyismus- und Politikstrukturen mitkriege, desto mehr neige ich in meiner Bewertung zu richtig dimensionierten und dezentralen Allmende-Lösungen.

RMD

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