Roland Dürre
Freitag, der 2. Juli 2010

Weißer Mann, weißer Teufel …

Die Öl-Katastrophe im Golf von Mexiko ist aus den Medien verdrängt worden. Nicht, weil sie beendet worden wäre. Offensichtlich interessiert es keinen mehr, was da BP mit seinen Komplizen in unserem aller Auftrag angerichtet hat. Deshalb schreibe ich diesen Artikel bewusst zynisch, um noch mal ein wenig aufzurütteln.

Ich versuche mir vorzustellen, wie andere Kulturen das Geschehen am Golf bewerten würden.

Die Indianer wären entsetzt. Wie kann man unserer Mutter Erde nur so etwas antun? Und sie würden uns wieder an die Weissagung der Cree erinnern:

„Erst wenn der letzte Baum gerodet, der letzte Fluss vergiftet, der letzte Fisch gefangen ist, werdet ihr merken, dass man Geld nicht essen kann.“

Die Indianer waren nicht weiß aber weise.

Für die Christen ist es einfach. Ihr gottgegebener Auftrag ist es, sich die „Welt zu Untertan zu machen“. Und wenn man sich die Welt bis zum letzten Tropfen zum Untertan machen muss, dann kann halt schon so etwas passieren. Aber so wichtig ist diese Welt ja nicht, denn man lebt ja eh nur für das ewige Leben.

Am meisten Unheil bewirken die Jünger des Kargo-Kults. Sie beten ihren Götzen „Konsum“ beim Discounter, im Einkaufscenter und „factora outlet an. Sie finden Geiz geil, ersticken in Kleidung und Tand. Ein Leben ohne ein PS-starkes Auto und Urlauben in anderen Kontinenten kann sie sich nicht vorstellen. Ihr Motto ist freie Fahrt für freie Bürger und Vorfahrt dem Eigennutz. Früher waren sie vor allen in den amerikanisch-europäischen Kulturen zu finden. Mittlerweile haben sie sich vermehrt und sind auch zahlreich in den Oberschichten in Asien und auch Russland anzutreffen. Sie leben in Wohlstand und Verschwendung, ihrer Bequemlichkeit opfern sie sogar ihre Gesundheit. Sie leiden unter ihrer Ausschweifung und können ihre Freiheit oft nur noch als Single ertragen. Sie jammern über die Klimakatastrophe und machen sich Sorgen, dass sie ihre privilegierte Situation verlieren könnten. Ihr Handeln beschränkt sich auf Alibi-Maßnahmen, ansonsten geben sie sich Lösungsphantastereien hin wie zum Beispiel dem Elektroauto als Lösung unseres Umweltproblems. Diese Menschen reden viel und tun nichts (taugen nichts?).

Wir finden auch immer mehr Menschen, die als dogmatisch und fundamental bezeichnet werden. Vielleicht auch als in einer besonderen Art und Weise gottgläubig. Von den Regierenden des Westens und den Medien werden sie als Islamisten bezeichnet. Bei diesen Menschen hat der Westen ein ganz schlechtes „Image“. Ihre Kämpfer sind bereit, im Kampf gegen die „amerikanischen Teufel“ ihr Leben hinzugeben. Für sie ist das Selbstmordattentat der direkte Weg ins Paradies.

Es gibt auch noch die absolute Mehrheit. Das sind die ganz Armen. Die kämpfen täglich um ihre Nahrung. Die sind weit weg vom Internet oder gar von Mobilität. Sie verhungern auf dem Land und fliehen vor Not in die „reichen Länder“ oder bevölkern immer mehr die Slums der Megacities. In den schicken „Smart Cities“ unserer Prospekte werden sie nie leben. Angesichts des Geschehens am Golf könnten diese Mehrheit auf dumme Gedanken kommen, wie z.B. dass der Kampf gegen die weißen Teufel irgendwie doch berechtigt ist.

RMD

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